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Frau packte nach zehn Minuten ihre Sachen, weil ihr der Kyritzer zu schwer war

Freier zeigt Prostituierte wegen Betrugs an

Markus Kluge / 27.09.2016, 08:30 Uhr
Kyritz (MOZ) Mit einem pikanten Fall muss sich derzeit die Kriminalpolizei der Direktion Nord auseinandersetzen: Ihr liegt die Anzeige eines Freiers aus Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) gegen eine Prostituierte vor, weil diese mit ihm nicht die zuvor vereinbarte Zeit verbracht hat.

Die Anzeige, die Anfang vergangener Woche erstattet wurde, hat einige Beamte ins Staunen versetzt. "Ich bin nun schon seit mehr als zwei Jahren in der Polizei-Pressestelle, aber einen solchen Fall gab es hier bisher noch nicht", so Sprecherin Ariane Feierbach. Der Mann hatte die Kyritzer Wache am Montagmittag aufgesucht, aus Ärger darüber, dass die Frau am Abend vorher mit ihm "nicht über die volle Zeit" gegangen sei. Wie er bei der Anzeigenaufnahme zu Protokoll gab, habe er die Prostituierte zu sich nach Hause eingeladen. Dort hätten sich beide auf einen Preis von 50 Euro für eine halbe Stunde Sex geeinigt. Zum großen Ärger des Freiers habe die Prostituierte schon nach etwa zehn Minuten "das Geschäft" abgebrochen und ihre Sachen gepackt. "Offenbar war ihr der Mann zu schwer" - geht laut Feierbach aus der Anzeige hervor. Die Prostituierte, die aus Osteuropa stammen soll und deren wahrer Name der Polizei bekannt ist, habe sich über das Gewicht des Mannes beschwert und über Schmerzen geklagt.

Weder ein Stellungswechsel noch die Reduzierung des Preises habe sich anschließend aushandeln lassen. "Der Mann fühlte sich betrogen, weil für ihn das Geschäft noch nicht vollendet war", so Feierbach.

Seinem Ärger über die geplatzte Nummer hat der Kyritzer in seiner Heimatstadt, die 9000Einwohner zählt, derart Luft gemacht, dass die Anzeige bereits Stadtgespräch ist. Angeblich sollen daraufhin noch zwei ähnliche Fälle angezeigt worden sein, bei denen sich Freier um Zeit und Geld betrogen fühlten. Das konnte die Polizei aber nicht bestätigen.

Wie weit die Kripo den Fall bearbeiten wird, ist offen, da es sich laut Feierbach eher um eine zivilrechtliche Angelegenheit handelt. Am Ende wird die Staatsanwaltschaft Neuruppin entscheiden, ob der Fall von solchem öffentlichen Interesse ist, dass er weiter verfolgt wird.

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