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Kiefern stoßen auf Unverständnis

Gewöhnungsbedürftig, aber denkmalgerecht: In der Alten Ladenstraße wurden Kiefern gepflanzt.
Gewöhnungsbedürftig, aber denkmalgerecht: In der Alten Ladenstraße wurden Kiefern gepflanzt. © Foto: MOZ
Stefan Lötsch / 06.10.2016, 06:59 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Sieht das nun schön aus oder gibt es doch eher ein jämmerliches Bild ab? Die Meinung zu den Baumgruppen, die inzwischen vor der sanierten ehemaligen Kaufhalle in der Alten Ladenstraße stehen, war jüngst bei der Einwohnerversammlung, zu der Bürgermeisterin Dagmar Püschel eingeladen hatte, ziemlich eindeutig: "Die Kiefern passen dort überhaupt nicht hin", sagte ein Mann, der aus seiner gegenüberliegenden Wohnung auf die noch recht kümmerlichen Gewächse blicken kann.

Zu dieser Aussage gab es Zustimmung, selbst Oliver Funke, Geschäftsführer der städtischen Gebäudewirtschaft, machte keinerlei Anstalten, diese Grünfläche zu verteidigen, warb aber für Verständnis. Denn dass die Fläche vor der ehemaligen Kaufhalle, die inzwischen unter anderem den Gewi-Treff beherbergt, so aussieht, wie sie aussieht, ist eine Forderung des Denkmalschutzes. "Jeder Baum dort ist in Abstimmung mit dem Denkmalschutz gepflanzt worden", erklärte Funke. Es handele sich um Streubestände von Kiefern. Die Fläche musste, nachdem sie eigentlich schon fertig war, noch mal neu gestaltet werden.

Älteren Eisenhüttenstädtern kommen vielleicht beim Blick auf die Kiefern Erinnerungen an die 1950er-Jahre, als womöglich in dem Bereich noch mehr Kiefern standen.

Überhaupt kann der Denkmalschutz auch bei Pflanzen, immerhin ist die Innenstadt ein Flächendenkmal, sehr konsequent sein. Günter Fromm kritisierte, dass vor dem Handwerkerhof eine japanische Kirsche, die dort immer so schön geblüht habe, gefällt worden sei. Oliver Funke erklärte, dass der Handwerkerhof ein Einzeldenkmal sei. Der Zustand müsse so hergestellt werden, wie er in den 1950er-Jahren gewesen sei. Damals stand der Baukörper komplett frei. Allerdings war es in diesem Fall auch so, dass der Baum bei der Sanierung der Fassade gestört hätte.

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Kerstin Eckardt 07.10.2016 - 07:14:19

unheimliche Probleme

Was stimmt denn mit Ihnen allen nicht? Ziehen Sie doch nach Aleppo, da stehen keine hässlichen Kiefern und auch keine felgenkillenden Fahrradständer. Vielleicht denken Sie alle mal kurz nach, bevor sie über solche Nichtigkeiten meckern.

Benno Koch 06.10.2016 - 15:40:48

Felgenkiller passen nirgendwo hin

Sie sehen vom ersten Tag an wie Schrott aus – und sind in fahrradfreundlicheren Gegenden seit langem verboten: Felgenkiller. Nachhaltig, sicher, preiswert und vor allem nutzerfreundlich sind stattdessen Fahrradbügel mit Anschließmöglichkeit des Fahrradrahmens und Anlehnmöglichkeit für einen sicheren Stand des Fahrrades. Wann schafft es Brandenburg endlich, vernünftige Normen für Fahrradabstellanlagen verbindlich vorzuschreiben? Eine bewährte und gute Vorlage ist seit 20 Jahren die Berliner Bauordnung und die dazugehörige AV Stellplätze: „Die Herstellung einfacher Vorderradständer ist unzulässig.“ http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/download/bauen/20071129-AV-Stellpl.pdf Vorderradständer, also Felgenkiller, sind von einzelnen Fahrradgegnern in leitenden Funktionen leider unter hanebüchenen Begründungen noch immer beliebt: Felgenkiller seien billig (richtig ist: Zeitgemäße Fahrradbügel bestehen in der einfachen Bauform aus weniger Einzelteilen, Biegeteilen und Schweißstellen und sind daher pro Stellplatz preiswerter als Felgenkiller und können in der Realität wirklich genutzt werden) Felgenkiller seien Platz sparend und würden vielen Fahrrädern auf wenig Raum Platz bieten (richtig ist: Mit Fahrradkorb, Packtaschen, Kindersitzen, breiten Reifen, Gepäckträgern (Lowridern) usw. ist in der Realität nur jeder zweite Einstellplatz nutzbar) Felgenkiller würden einen Zweck erfüllen (richtig ist: Durch den Versuch das Vorderrad im unteren Bereich zu fixieren, entstehen bei der kleinsten unachtsamen seitlichen Bewegung Schäden am Fahrrad (Achter = Felgenkiller)) und fördern Vandalismus Felgenkiller seien sicher (richtig ist: Felgenkiller sind eine Einladung zum Fahrraddiebstahl, da keine Anschlussmöglichkeit des Fahrradrahmens besteht und zusätzlich besteht ein hohes Verletzungsrisiko, da in den mittleren Einstellplätzen keinerlei Möglichkeit besteht, das Fahrrad sicher von der Seite einzustellen (da soll ja bereits das nächste Rad stehen) Vielleicht kann sich die Redaktion der Märkischen Oderzeitung ja mal folgende Definition merken: wer heute noch Felgenkiller baut, sie verteidigt oder wie im Fall der Redaktion und des Autors gar nicht bemerkt, der müsste auch nebeneinanderliegende Pkw-Stellplätze von 1,75 Meter Breite gut finden: Man kann doch die Spiegel einklappen, durch die Dachluke oder die Heckklappe aussteigen. Oder doch nicht? Genau: Und deshalb sind Felgenkiller in fahrradfreundlicheren Gegenden verboten Auf dem gezeigten Foto ist unendlich viel Platz und alles ist neu – nur die alten Fahrradgegner durften noch einmal von den Untoten erwachen. Und was ist eigentlich mit den Kiefern? Die sehen im Vergleich zu den Felgenkillern richtig gut aus!

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