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Nachwuchs stellt sich der Prüfung

Hochkonzentriert: Die beiden Zehnjährigen - Sarah aus Trebnitz und Lukas aus Müncheberg - sind dabei, eine Saugelänge zusammenzubauen.Fotos (2): MOZ/Margrit Höfer
Hochkonzentriert: Die beiden Zehnjährigen - Sarah aus Trebnitz und Lukas aus Müncheberg - sind dabei, eine Saugelänge zusammenzubauen.Fotos (2): MOZ/Margrit Höfer © Foto: MOZ/Margrit Höfer
Margrit Höfer / 17.10.2016, 07:04 Uhr
Müncheberg (MOZ) Rund 40 Mädchen und Jungen stellten sich am Sonnabend einer ganz besonderen Prüfung: Sie wollten das Abzeichen Jugendflamme erhalten.

Was ist ein Zimmermannsschlag? Wofür braucht man einen C-Schlauch? Was steckt hinter den W-Fragen und wie lautet eigentlich die Rufnummer der Feuerwehr? - Das sind nur vier von ganz vielen Fragen und vor allem praktischen Übungen, die am Sonnabend im Depot der Feuerwehr Müncheberg zu hören und zu sehen waren. Die Mitstreiter der Jugendwehren aus Jahnsfelde/Trebnitz, Eggersdorf und Müncheberg waren angetreten, zu beweisen, dass sie schon ganz viel gelernt haben. "Die meisten Kinder sind noch ganz frisch dabei, erst zwei, drei Monate, und acht bis maximal 14 Jahre alt. Es ist schon toll, dass sie sich dieser Prüfung stellen, in der sie feuerwehrtechnische Grundkenntnisse nachweisen müssen", sagt Wehrführer Carsten Greim. Einmal im Jahr laden die Müncheberger den Nachwuchs zu einer Abschlussveranstaltung ein, die immer einen besonderen Höhepunkt hat - in diesem Jahr die Jugendflamme.

Vorbereitet wurden die fünf Stationen von Jugendwart Thomas Esbach und seinem Team. Und man merkte den "alten" Hasen an, wie sehr es ihnen Freude machte, zu hören, was die Kleinen schon können.

Da saßen zum Beispiel Oberfeuerwehrmann Nico Klawitter und Hauptfeuerwehrmann Paul Lindstedt in der Essensausgabe im Depot und imitierten die Regionalleitstelle mit Sitz in Frankfurt. Im Speisesaal hatte u. a. Laura von der Trebnitzer Feuerwehr Platz genommen. Ziemlich aufgeregt sei sie, bekannte die 13-Jährige. Sie durfte sich ein Fallbeispiel bei Betreuerin Juliane Pawlik heraussuchen. Ihre Aufgabe bestand nun darin, die Leitstelle über den Unfall mit drei Personen, davon zwei Bewusstlosen, zu informieren. "Das kostet einige Kinder schon Überwindung. Die Nummer wählen und alle Fragen, die ihnen gestellt werden, zu beantworten", zeigte sich André Strehmann, stellvertretender Ortswehrführer, sehr verständnisvoll. Doch Lauras Bedenken waren überflüssig. Mit Bravour meisterte sie diese Aufgabe und beantwortete u. a. die W-Fragen: Was ist passiert? Wo ist es passiert? Wie viele Beteiligte gibt es?

Lukas (10) von der Müncheberger Wehr hatte es da nicht so gut. Der Zimmermannsschlag, ein besonderer Knoten, der bei der Feuerwehr oft gebraucht wird, wollte ihm einfach nicht glücken. Doch der Kleine nahm es mit Fassung und Zuversicht: "In zwei Wochen gehe ich zur Nachprüfung. Bis dahin kann ich den", sagte er felsenfest überzeugt.

Wie aufgeregt die Prüflinge waren, das konnte auch Max gut nachvollziehen. "Ein Freund hat mich angesprochen, ob ich nicht zur Freiwilligen Feuerwehr Müncheberg mitkommen will", erzählte er. Der Freund ist längst nicht mehr dabei, der 14 Jahre alte Max nun aber schon seit sechs Jahren. Und, er war einer der Mitprüfer, half an der Station Feuerwehr-Technik. "Ich schaue, ob die Kinder die Schläuche richtig aus- und wieder zusammenrollen", erklärte er.

Direkt neben ihm war Oberlöschmeisterin Manuela Bohne und prüfte, ob die Kinder eine Saugelänge ordentlich zusammenbauen können. "Sie müssen hier im Team agieren, sich miteinander absprechen, denn wir achten auf gemischte Teams", sagte sie. Beim Einsatzfall würden auch viele Kollegen verschiedener Wehren miteinander arbeiten müssen. Eine Saugelänge wird übrigens gebraucht, um Wasser, etwa aus einem Teich, zu pumpen. Und auch Manuela Bohne ist einst über die Jugendwehr zu diesem Ehrenamt gekommen. "Seit 1993 bin ich dabei, mittlerweile Oberlöschmeisterin und stellvertretende Jugendwartin", erzählt sie nicht ohne Stolz.

Die Mädchen und Jungen, die sich am Sonnabend den Prüfungen für die Jugendflamme stellten, mussten sich neben einem sportlichen Team-Wettkampf auch noch der Fahrzeuggerätekunde stellen. Und haben das mit Bravour geschafft. So auch Ole von der Trebnitzer Ortswehr, der bei einem Tag der offenen Tür Lust bekam, mitzumachen, oder Tobias (13)aus Müncheberg und sein Kumpel Max (12). Die beiden wollten schon immer zur Wehr, behaupten sie. Tobias gar will später hauptberuflich zur Feuerwehr. Das dürfte in den Ohren all derer, die am Sonnabend an den Stationen standen, Musik sein. "Wir suchen immer Nachwuchs und freuen uns über jeden, der zu uns kommt", sagte Greim.

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