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Papagei und Sittich hautnah

Der erste Kontakt: Auf dem Arm von Harald Salomon aus Schöneiche (Oder-Spree) traut sich Enkel Luis (2 Jahre), einen Vogel zu streicheln. Kurioserweise war es ein Namensvetter, ein Salomon-Edelpapagei. Die Nähe zu den Tieren in der Freiflugvoliere ist ein
Der erste Kontakt: Auf dem Arm von Harald Salomon aus Schöneiche (Oder-Spree) traut sich Enkel Luis (2 Jahre), einen Vogel zu streicheln. Kurioserweise war es ein Namensvetter, ein Salomon-Edelpapagei. Die Nähe zu den Tieren in der Freiflugvoliere ist ein © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 24.10.2016, 06:45 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Mehr als 550 Besucher hat die mittlerweile 15. Schau der Interessengemeinschaft Vogelfreunde Märkisch-Oderland am Wochenende in den Hoppegartener Gemeindesaal gelockt. Manche kamen zum Schauen, andere auch zum Kaufen.

Manch ein Besucher erschrak schon ein bisschen, wenn ihm plötzlich ein großer Papagei um die Ohren flatterte oder ein kleinerer Vogel auf dem Kopf landete. Doch viele Gäste kommen ja extra in die Schau der Vogelfreunde, um die gefiederten Exoten nicht nur hinter Gittern zu erleben, sondern buchstäblich hautnah in der großen Freiflugvoliere. Denn Gelbbrust-Aras, Sonnensittiche und Salomon-Edelpapageien von Uwe Kokot aus Neuenhagen schwirren nicht nur durch den Raum, sondern setzen sich auch auf Kopf, Hand oder Schulter, lassen sich streicheln, kraulen oder füttern. Und weil kleine und große Gäste dies ausgiebig genießen, ist die Voliere stets gut gefüllt, draußen bisweilen Geduld gefragt.

Gerade kurz nach dem Auftakt der Schau am Sonnabendvormittag. Neben Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke)und Ortsvorsteher Stefan Radach konnten sich der neue Vereinschef Andreas Stolle und Ausstellungscheforganisator Manfred Fabig zur Eröffnung über viele Interessierte im Foyer freuen. "Lässt sich ganz gut an", bestätigte Udo Wölfert, der am Einlass mit einer Kollegin die Karten verkaufte. Über 100 zahlende Gäste hatten sie schon nach gut einer Stunde registriert.

Manch einer hoffe wohl auf einen besonderen Treffer an der Vogelbörse, erklärte Fabig. Denn neben der Ausstellung sind stets auch Tiere aus der Zucht der Mitglieder im Angebot. "Aber nur die gängigsten Sorten", ergänzte der Neuenhagener - vor allem Wellensittich- und Kanarienarten. Seine eigenen Beos sind hier zum Beispiel nicht zu haben. Auch nicht die Graupapageien von Beatrice Neitzel, die inzwischen zum dritten Mal in Hoppegarten dabei war. "Die Vögel sind sehr gelehrig", bescheinigte Günther Oppermann, Hobby-Ornithologe aus Kienitz Altlangsow. Der 84-Jährige war mehr als 50 Jahre Beringer für Vögel und hatte einen Besuch bei der Verwandtschaft in der Nähe zu einem Abstecher zu der Schau genutzt.

Die hat sich laut Fabig zum einen durch die zum Teil biotopartige und artgerechte Deko in den Käfigen wie auch die gezeigte Artenvielfalt einen Namen gemacht. Die Palette reicht von Finken über Kanarien und Sittiche bis zu den Papageien, von kleinen bunten Gouldamadinen aus Australien über die schwarz-weiße Dominikanerwitwe mit dem auffällig langen Schwanz bis zu den großen farbenprächtigen Salomon-Edelpapageien aus Neuguinea nördlich Australiens oder den noch größeren bunten Aras. Etwa 200 Tiere waren zu bestaunen.

Für die knapp 30 Mitglieder zählende Gruppe um den neuen Vorsitzenden Andreas Stolle, der im Februar zum Nachfolger des verstorbenen Klaus Kirkamm gewählt worden war, ist die Ausstellung ein Jahreshöhepunkt. Stolle zählt mit 43 Jahren zu den jüngeren im Bunde, hat aber ebenfalls schon lange Erfahrung als Züchter. In den Papierkram werde er noch hineinwachsen, sagte Fabig, der diesmal noch viele Fäden zog.

Ihn und andere Vogelfreunde treibt derzeit die Sorge um, ob sie die Räumlichkeiten in Hoppegarten 2017 wieder nutzen können. Zum einen wechsele die Verwaltung, zum anderen gebe es in der Gemeindevertretung Stimmen, dass Saal und Vorplatz nur noch gemeinsam vergeben werden sollen. "Wir hoffen jedenfalls, im nächsten Jahr hier wieder Gast sein zu dürfen", gab man dem Bürgermeister mit auf den Weg. Schließlich sei es nicht einfach für die Interessengemeinschaft, geeignete und bezahlbare Räumlichkeiten für solch eine Ausstellung zu finden. Beim Termin müsse man auch auf züchterische Aspekte achten. Diesmal beispielsweise waren einige junge Vögel noch nicht ganz "durchgefärbt", wie es die Experten nennen.

Zudem machten die Züchter deutlich, dass nach wie vor der Nachwuchs für den 2008 von acht Gleichgesinnten gegründeten Verein fehlt. Jeder sei willkommen, Interessierte könnten gern alle Mitglieder ansprechen.

Wer mitmachen will, kann sich bei Manfred Fabig, Tel. 03342 201178, melden.

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