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Pastlingsee wird weiter aufgefüllt

om Naturidyll zum Problemgewässer: Einst war der See ein beliebtes Badegewässer.
om Naturidyll zum Problemgewässer: Einst war der See ein beliebtes Badegewässer. © Foto: dpa
dpa / 01.11.2016, 18:44 Uhr
Schenkendöbern (dpa) Um den Wasserverlust im Pastlingsee in Südbrandenburg dauerhaft zu stoppen, wird auch im nächsten Jahr Grundwasser zugeleitet. Eine entsprechende Genehmigung wäre eigentlich Ende Oktober ausgelaufen, ist aber nun weiter bis Ende 2017 gültig, wie der zuständige Landkreis Spree-Neiße am Dienstag mitteilte.

Der Badesee in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) verliert seit Jahren aus ungeklärter Ursache Wasser. Im Sommer 2015 hatte es ein massives Fischsterben gegeben. Deshalb startete im darauffolgenden Herbst ein Projekt, bei dem der Gewässerverband Grundwasser zuführt, um den Wasserstand anzuheben. Ein Fischsterben habe es in diesem Sommer nicht mehr gegeben, heißt es beim Gewässerverband.

Warum der Pastlingsee Wasser verliert, ist noch nicht ermittelt. Das Landesumweltamt hatte vor einiger Zeit angekündigt, ein entsprechendes Gutachten in Auftrag geben zu wollen. Kommune und Anwohner hatten mehrere mögliche Ursachen genannt: Seit Jahren gebe es weniger Niederschlag, zudem entzögen Bäume und Schilf am Ufer dem See Wasser. Immer wieder wird auch die Braunkohleförderung im nahe gelegenen Tagebau Jänschwalde ins Spiel gebracht, was aber strittig ist. Um Braunkohle zu fördern, muss Grundwasser in der Grube abgepumpt werden. Der frühere Betreiber Vattenfall hatte einen Zusammenhang zurückgewiesen, zugleich aber angeboten, die Kosten für die Grundwasser-Zuleitung auf freiwilliger Basis zu tragen.

Der neue Tagebaubetreiber LEAG, der seit Kurzem für die Lausitzer Braunkohlesparte verantwortlich ist, führt diese Praxis fort. Ein Unternehmenssprecher sagte: "Wir haben eine Verlängerung um ein Jahr angeboten."

Anfang September wurde die Zuleitung allerdings ausgesetzt. Hintergrund ist dem Gewässerverband Spree-Neiße zufolge eine Auflage, wonach der Wasserstand im See mindestens 20 Zentimeter unter dem eines angrenzenden Moores liegen muss. Damit soll verhindert werden, dass Seewasser in das Moor laufen könnte. Erst wenn bei Regen der Wasserstand im Moor wieder steigt, könne auch wieder Grundwasser in den See geleitet werden.

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