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Geschichten in Fallen gefangen

Begeistert dabei: Margarida da Costa-Gaspar und Than Tran von den Zimtzicken aus Potsdam
Begeistert dabei: Margarida da Costa-Gaspar und Than Tran von den Zimtzicken aus Potsdam © Foto: MOZ/Margrit Meier
Margrit Meier / 13.11.2016, 18:54 Uhr
Müncheberg (MOZ) Kinder animieren, zu Stift, Pinsel, Schere und Kleber zu greifen und Illustrationen zu gestalten, internationalen Künstlern die Möglichkeit geben, miteinander und mit ihrem Zielpublikum ins Gespräch zu kommen: All das und viel mehr ist das Internationale Bilderbuchfestival.

Wer am Sonnabend die Stadtpfarrkirche in Müncheberg betrat, dem fielen zwei Dinge sofort auf: Viele bunte Bilder sowie Mädchen und Jungen, die, an großen Tischen sitzend, zeichneten. Wie etwa Oliwia aus Szczecin und ihre Freundin Iga. "Ich bin schon das zweite Mal bei diesem Workshop dabei. Man kann sich hier verwirklichen und Zeit miteinander verbringen. Es ist immer einfach nett, etwas mit den Mädchen aus Deutschland zu machen", sagt Oliwia. Mit den "Mädchen aus Deutschland" meint sie die "Zimtzicken", einen Mädchentreff aus Potsdam. Auch sie sind mit einer großen Abordnung gekommen und lassen sich von Grafikdesigner Felix Hülpüsch, der sich der Illustration und dem Zeichnen von Comics verschrieben hat, zeigen, wie man seinen eigenen Namen künstlerisch gestalten kann. Später arbeitet er mit den Kindern im Freien. Sie sprayen ihre Namen. Und jeder darf sein Werk mit nach Hause nehmen.

Festivalleiterin Barbara Bernsmeier und Oliver Spatz, der künstlerische Leiter, wirken nach sechs Tagen sehr entspannt. Und glücklich. Oliver Spatz ist der "Erfinder" des Internationalen Bilderbuchfestivals. Die vierte Auflage liegt hinter ihnen. Sechs Illustratoren im Alter zwischen 27 und 72 Jahren aus Polen, Deutschland, Tschechien, Litauen und dem Iran waren in diesem Jahr dabei und haben rund 400 Kinder aus den Schulen in Buckow, Müncheberg, Fürstenwalde, Gorzow und der Reha-Klinik Buckow begeistern können. "Ein Illustrator gestaltet ein Buch, gibt es weiter an einen Verlag, es wird irgendwann gedruckt. Doch den direkten Kontakt zu seinem Publikum hat er nicht. Das aber erreichen wir hier mit unserem Festival", beschreibt Oliver Spatz. Aber auch, dass sich Illustratoren untereinander austauschen.

Der Phantasie freien Lauf lassen und sie zu Papier bringen - was an tollen Sachen da zustande gekommen ist, war in der Stadtpfarrkirche zu sehen. Mikalojus Povilas Vilutis, der älteste Künstler brachte Kindern den heiligen Georg näher und es entstanden verschiedene Figuren, aber auch heitere Krabbelkäfer und düstere Zauberwesen.

Nele Brönner aus Berlin ging auf "Fallenjagd" in ihrem Workshop. Eingefangen wurden kleine Geschichten, die als Daumenkinos gestaltet wurden. Kolja aus der Müncheberger Oberschule war so begeistert, dass er am Sonnabend sein Werk zu Ende gestaltete, während Nachwuchskünstlerin Raphaela Buder Hilfe beim Zeichnen von Comics anbot. "Wir entwickeln Geschichten zu einer Figur, die etwas findet", erzählte die junge Frau.

Das fünfte Bilderbuchfestival im kommenden Jahr, wieder im November, soll ein bisschen größer werden. Denn alle bisherigen Illustratoren werden eingeladen, aber auch russische, ukrainische und georgische Künstler. "Die zeitpolitische Situation erfordert es einfach, dass wir Künstler enger zusammenrücken", sagt Spatz. Angedacht ist auch eine Ausstellung, die dann auf Reisen geht. Man darf darauf gespannt sein und sich freuen. "Illustrationen und Kinderbücher wird es immer geben. Wir tragen dazu ein Stück bei", ist sich Barbara Bernsmeier sicher.

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