Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fürstenwalder Museum bekommt Schuhmacher

In der Werkstatt: Friedel Schneider hat die Ausstattung vom ehemaligen Fürstenwalder Schuhmacher Klaus.
In der Werkstatt: Friedel Schneider hat die Ausstattung vom ehemaligen Fürstenwalder Schuhmacher Klaus. © Foto: MOZ/Uwe Stemmler
Uwe Stemmler / 18.11.2016, 20:40 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Bleibt das Museum Teil der Kulturfabrik oder wird es von der Stadt zurückgenommen? Während man in der Stadtverwaltung noch über die Zukunft grübelt, wird in der Kulturfabrik an einem Konzept zur Übernahme der "Schneiderschen Sammlung" gearbeitet.

Bei Hannelore und Friedel Schneider in Beerfelde stehen viele Kartons, die meisten noch zusammengefaltet. Sie wollen ihr acht Hektar großes Anwesen, wo sie rund 20 Jahre gelebt haben, verkaufen und nach Fürstenwalde umsiedeln. "Es tut schon ein bisschen weh", sagen beide. Aber sie sind jetzt 76 und 77 Jahre alt, und da ist das Haus mit Nebengebäuden zu groß.

Das Haus etwas außerhalb von Beerfelde ist historisch Interessierten in der Region nicht unbekannt, denn mehrfach haben sich die Schneiders an der "Langen Nacht der Museen" beteiligt. Da gibt es zum einen die ethnologische Sammlung - zusammengetragen in den vergangen 25 Jahren auf Reisen in 150 Länder. Diese Sammlung hat den Umzug zum Teil schon hinter sich, berichtet Friedel Schneider. Sie findet Platz auf dem Gelände der IFA-Freunde Trebus. "Günter Wehr, der Vereinschef, tickt genau so wie wir", sagt Schneider lächelnd.

Auch für viele andere Exponate gibt es inzwischen einen konkreten Plan. Mit dem Fürstenwalder Museumsleiter Guido Strohfeldt sind Schneiders darüber seit langem im Gespräch.Aber alles verzögerte sich, weil von etlichen Stadtverordneten vor über einem Jahr eine Debatte über Kulturfabrik und Museum entfacht wurde und die Verwaltung nun seit geraumer Zeit an einer Lösung tüftelt. Ob das Museum ein Bereich der Kufa bleibt oder wieder städtisch wird - in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung konnte darüber noch immer keine Aussage getroffen werden. 2003 war es aus Kostengründen an die Kulturfabrik, die eine gemeinnützige GmbH ist, übergeben worden.

Aber die Schneiders können ihren Umzug nicht von den Mühlen der Verwaltung abhängig machen. "Es wäre sehr schade, wenn das, was sie zusammengetragen haben, für die Stadt verloren geht", sagt Kufa-Chef Klaus-Peter Oehler. "Qualität und Umfang der Schneiderschen Sammlung ermögliche es, Handwerksgruppen anhand komplett gestalteter Werkstätten darzustellen", heißt es im Konzept über eine Dauerausstellung "Geschichte des Fürstenwalder Handwerks", das inzwischen erarbeitet wurde. Genutzt werden soll sie vor allem für museumspädagogische Arbeit. Die junge Generation könne dann "diese Geschichte der Stadt unmittelbar erleben und anfassen". Konkret geht es zunächst um eine Schuhmacherei, eine Bäckerei und einen Schlachter.

Inzwischen wurde ein Vertrag aufgesetzt. Vereinbart ist, dass die Schneiders die Werkstätten kostenlos als Dauerleihgabe an die Kulturfabrik gGmbH übergeben. Das Gestaltungskonzept wird mit ihnen erarbeitet und realisiert. "Und wir werden dann auch Besuchern zeigen, wie alle Gerätschaften funktionieren", sagt Friedel Schneider. Die Räume dafür gibt es im Museumsgebäude seit dem Auszug der künstlerischen Werkstätten.

Auch ein Zeitplan steht: Bis März erfolgt die Übernahme der Exponate, bis Ende Juni werden die Räume baulich vorbereitet. Die Renovierung will die Kufa selbst tragen. Für weitere Kosten und Ausstattungsgegenstände wie Vitrinen, Ton- und Lichttechnik sind 60 000 Euro kalkuliert. Hier hofft man, dass Unternehmen der Region helfen sowie Fördermittel eingeworben werden können. Als offizieller Eröffnungstermin wird die"Langen Nacht der Museen" im Mai 2018 ins Visier genommen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG