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Asphalt hier, Feuchtbiotop dort

Eggersdorfer Ortsdurchfahrt der L 33: Mit täglich rund 12 000 Fahrzeugen und ohne durchgängige Geh- und Radwege ist die Straße übermäßig belastet. Ab Montag liegen die überarbeiteten Dokumente im Planfeststellungsverfahren zur Einsicht aus.
Eggersdorfer Ortsdurchfahrt der L 33: Mit täglich rund 12 000 Fahrzeugen und ohne durchgängige Geh- und Radwege ist die Straße übermäßig belastet. Ab Montag liegen die überarbeiteten Dokumente im Planfeststellungsverfahren zur Einsicht aus. © Foto: MOZ
Irina Voigt / 19.11.2016, 06:00 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Die Planfeststellungsunterlagen für den Ausbau der L 33, Ortsdurchfahrt Eggersdorf, liegen ab Montag im Rathaus aus. Mit dem Thema beschäftigen sich aber nicht nur die Petershagen-Eggersdorfer, sondern auch in Steinhöfel, Heinersdorf und Hirschfelde wird darüber diskutiert.

Auf knapp 2000 Metern soll die Ortsdurchfahrt grundhaft ausgebaut werden. Aber auch beidseitige Gehwege und Radwege sollen gebaut werden. Eine durchgängige Beleuchtung, der Ausbau der Kreuzung mit der Umgehungsstraße sowie vier Querungsinseln stehen in den Plänen zur Debatte. Nach dem ersten sogenannten Feststellungsverfahren ist nun die Einsichtnahme in die Unterlagen nach der Einarbeitung von Hinweisen ein weiteres Mal möglich. Private Straßenanwohner bekommen Antworten auf ihre Einwände im kommenden Frühjahr schriftlich zugesandt.

Einen Ordner umfassen die Ergänzungen und Veränderungen zu den ersten Unterlagen im Frühjahr. So geht unter anderem daraus hervor, dass die Untere Denkmalbehörde verlangt, dass der historische Grenzstein an der Grenzstraße versetzt werden müsse. Neu ist eine vierte Querungshilfe hinzugekommen. Nahe der Mittelstraße, so dass die Anwohner sicher über die zur dortigen Bushaltestelle gelangen. Über diese Änderung ist man im Tiefbauamt der Gemeinde recht froh. Die Bushaltestelle nahe der Straße Im stillen Grund wird nach Westen verschoben.

Für die Gemeinde, die zusammen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen baut, wird es eine der umfangreichsten Straßenbaumaßnahmen der kommenden Jahre werden. Immerhin sind es über vier Kilometer Geh- und Radwege sowie die komplette Beleuchtung der Straße, die in kommunaler Verantwortung gebaut werden müssen.

Zeitlich geht es nun in die Ausführungsplanung, die im Sommer vorliegen soll. Ziel ist es, so heißt es aus dem Tiefbauamt der Gemeinde, möglichst früh im Jahr 2018 mit dem Bau beginnen zu können, um 2019 fertig zu werden. Große Anstrengungen werden zudem beim Brückenbau übers Mühlenfließ im Zusammenhang mit der Straßenentwässerung, die teils ober-, teils unterirdisch angelegt ist, nötig sein.

Derweil in Eggersdorf die Straße asphaltiert, Geh- und Radwege gebaut werden, beschäftigt man sich in anderen Kommunen mit den dafür nötigen Ausgleichsflächen. Dafür muss ein Bauherr häufig dann etwas leisten, wenn er für ein Projekt Flächen versiegelt oder Bäume abholzt. Und weil das nicht immer an Ort und Stelle funktioniert, darf es auch anderswo sein - in gewissen Grenzen.

Spezialisiert auf solche Fälle ist die eigens dafür gegründete Flächenagentur Brandenburg. An anderer Stelle muss das Land Brandenburg knapp 2000 Quadratmeter Wald aufforsten; Ausgleich für 75 Bäume, die dem seit Jahren geplanten Ausbau der zwei Kilometer langen Ortsdurchfahrt samt Geh- und Radwegen zum Opfer fallen.

In Demnitz bei Steinhöfel werden daher zwei kleine Teiche angelegt. Die dafür benötigten Flächen hatte die Flächenagentur schon vorher angekauft. Südöstlich von der Ortschaft gelegen, würde es dort reichen, ein paar Baggerschaufeln tief zu graben, um ein Gewässer zu schaffen, das ganzjährig Wasser führe, heißt es aus der Agentur. Ein Feuchtbiotop für Amphibien wäre geschaffen.

Bei Hirschfelde geht es um die Pflanzung von Laubbäumen als ökologische Kompensation und in Hirschfelde bei Werneuchen wird als Ausgleich zum Straßen-, Geh- und Radwegbau in Eggersdorf ein Stück neuen Waldes auf einer ehemaligen Landwirtschaftsfläche aufgeforstet.

Formell laufen solche Ausgleichsmaßnahmen, die die Flächenagentur betreut, so ab, dass sie die Grundstücke für ihren Gesellschafter, den Naturschutzfonds, erwirbt. Dort kümmere man sich auch um die langfristige Pflege der Projekte. Das sei in der Vergangenheit von manchen Investoren oft mal vernachlässigt worden, lauten Erfahrungen. So aber kauft sich ein Investor - der Landesbetrieb Straßenwesen - mit seinem Vertrag mit der Flächenagentur von den Auflagen frei, die ihm im Zuge des Planfeststellungsverfahrens auferlegt worden sind.

Auslegung: 21. November bis 20. Dezember, Gemeindeverwaltung Petershagen-Eggersdorf, Bauamt "Haus 10", Am Markt 10, während der Dienststunden

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