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Der Fürstenwalder Ruderer Benedict Gahlbeck überrascht mit Silber im Bundeswettbewerb über 1000 Meter

Bis zur völligen Verausgabung

Der Nachwuchs-Ruderer und sein Sportgerät: Benedict Gahlbeck an der Spree in Fürstenwalde. Hier trainiert er in den Sommermonaten fast täglich
Der Nachwuchs-Ruderer und sein Sportgerät: Benedict Gahlbeck an der Spree in Fürstenwalde. Hier trainiert er in den Sommermonaten fast täglich © Foto: Michel Nowak
Michel Nowak / 25.01.2018, 05:30 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Vor fünf Jahren begann Benedict Gahlbeck mit dem Rudersport. Nicht ganz zufällig, denn auch sein Opa Detlef und Vater Sven - heute einer von Benedicts Trainern - waren und sind auf dem Wasser unterwegs. Schnell wurde aus dem Hobby eine feste Größe für den Gymnasiasten. "Im Sommer rudere ich fast jeden Tag auf der Spree", sagt der 15-Jährige, "es macht auch Spaß, in der Natur unterwegs zu sein." Im Winter trainiert er vor allem im Innenbecken des Vereinshauses, absolviert sogenannte Kraftkreise oder macht Laufspiele in der Pneumant-Halle. "Fünf bis sechs Trainingseinheiten sind das schon in der Woche", sagt Benedict Gahlbeck, meist "Benny" genannt, "und ich merke auch, dass sich die Muskelmasse entwickelt." So sehr, dass er inzwischen von der Leicht- in die Normalgewichts-Klasse (bis 65 Kilogramm) umgestiegen ist.

Erfolge errang Gahlbeck als Leichtgewichtler (bis 55 Kilo) im vergangenen Jahr etliche. Im März konnte er in Schwedt bei den Landesmeisterschaften im Ergometer-Rudern seinen Titel über die (fiktiven) 1000 Meter in der Altersklasse bis 14 Jahre verteidigen. Dabei war es lange sehr knapp. "Mein Hauptkonkurrent Paul Bummert von der Sportschule in Potsdam und ich sind auf den letzten 200 Metern ordentlich eingebrochen, aber ich eben etwas weniger", erinnert sich der Fürstenwalder.

Beim Bundeswettbewerb im Sommer, den Deutschen Meisterschaften in dieser Altersklasse, wollte der Spreestädter dann seinen 3. Platz aus dem Vorjahr bestätigen. "Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit Andy Jänicke schon einen neuen Trainer, das hat mich sehr weitergebracht." Der frühere Leistungssportler brachte neue Ansätze und Ideen ein. Als "anstrengender" und "zackiger" beschreibt Benedict Gahlbeck das Training. Und er bekam Jänickes,w den modernen Rennansprüchen genügende Boot zur Verfügung gestellt. Mit diesem qualifizierte er sich in Brandenburg/Havel über die Langstrecke von drei Kilometern für die Finalläufe, wurde Dritter unter den sechs besten Booten. Und über die 1000 Meter gab es ein besonders packendes Rennen. "Ich war danach so fertig, dass ich sogar ein paar Gedächtnislücken hatte", erzählt der Athlet vom Ruderclub Fürstenwalde. Er holte Silber - "damit hätte wirklich niemand gerechnet."

Bei den Landesmeisterschaften spielte Benedict Gahlbeck - jetzt schon im Normalgewicht - ebenfalls im Konzert der Sportschüler mit. Über die 500 Meter war Bronze der Lohn. Und beim Leistungstest auf dem Hohenzollern-Kanal in Berlin war er auf der Sechs-Kilometer-Langstrecke der Beste seines 2003er-Jahrgangs. In der Endabrechnung blieb Platz 5.

Das Talent des Schülers des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ist längst bekannt. "Ich denke, vor allem der Ehrgeiz ist seine Stärke", sagt Vater Sven. Vorbild für Benedict ist Hannes Ocik (26), Ruder-Weltmeister und Schlagmann des Deutschland-Achters. "Ich bin auch selbst gern Schlagmann."

In der neuen Saison könnte er häufiger im Zweier mit seinem Teampartner Liam Zimmermann oder auch in Vierer-Booten zu sehen sein. Denn der 15-Jährige startet jetzt eine Altersklasse höher in der B-Jugend, und dort gibt es mehr Möglichkeiten. "Reinfahren und mich präsentieren", heißt für ihn die Devise unter den teils älteren Startern. Das Ergometerrudern Anfang März in Schwedt, mehrere Leistungstests und die Jugendsportspiele auf der Regattastrecke in Brandenburg stehen auf dem Plan. "Ich sehe nicht, dass er da nur hinterherfährt", prognostiziert der Vater.

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