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Die Königin der Nacht bittet zum Tanz

Wenn es Licht wird im Wald: Schon bei der Probe am vergangenen Mittwochabend im Forstbotanischen Garten hat es einiges zu sehen gegeben. Zum Beispiel Regisseurin Janana Klemm, die kopfüber von einer Holzkonstruktion hängt.
Wenn es Licht wird im Wald: Schon bei der Probe am vergangenen Mittwochabend im Forstbotanischen Garten hat es einiges zu sehen gegeben. Zum Beispiel Regisseurin Janana Klemm, die kopfüber von einer Holzkonstruktion hängt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 27.11.2016, 05:47 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das dritte Adventswochenende ist nicht mehr weit - und mit ihm die sechste Waldweihnacht. Auch diesmal werden im Forstbotanischen Garten bunte Lichter brennen, Feuer lodern und Stände ihre Spezialitäten anbieten. Bereits jetzt laufen die Proben für eine Aufführung mit Tanz, Fackeln und Akrobatik.

Zuerst zeichnen sich nur Schatten auf den langen weißen Tüchern ab. Dunkle Umrisse, die wachsen und schrumpfen. Sie tasten sich heran an einen Spalt, der sich vor ihnen auftut - das Tor in unsere Welt. Dann klingt ein Ruf durch die Dunkelheit: "Überlegt nochmal: Was seid ihr? Seid ihr Glühwürmchen? Fühlt euch nochmal in die Rollen ein!"

Die, die das Treiben im Forstbotanischen Garten in geordnete Bahnen lenkt, ist Janana Klemm. Gemeinsam mit Sascha Lej ist sie seit zwei Jahren an der Gestaltung der Waldweihnacht maßgeblich beteiligt. Nun bereiten die beiden, die sowohl beruflich - als Duo Thalamus - als auch privat ein Paar sind, zum dritten Mal das weihnachtliche Fest vor, das die Stiftung WaldWelten alljährlich veranstaltet. Diesmal am 10. und 11. Dezember.

Der Vorlauf für das Duo ist lang. "Das fängt im Prinzip gleich wieder an, wenn es fertig ist", erklärt Sascha Lej. In diesem Jahr hat er das Stück geschrieben und die Musik zusammengestellt, Janana Klemm kümmert sich um die Inszenierung. "Die Geschichte muss zum Datum passen", sagt der Autor und spielt damit auf die Wintersonnenwende an, die zehn Tage nach der Waldweihnacht für die längste Nacht des Jahres sorgt.

Entsprechend dreht sich das Stück diesmal um die "Königin der Nacht". "Mozart hat sie ja auch in seiner "Zauberflöte' dargestellt", erklärt Sascha Lej. Als Rachegöttin. Ihm geht es nun mehr um ihre positiven Seiten: "Sie ist jemand, der die Menschen befähigt, zu sich selbst zu kommen." So steht die Königin, dargestellt von Janana Klemm, im Mittelpunkt. Um sie herum entfaltet sich ein buntes Geschehen mit auf Stelzen laufenden "Nachtfaltern", tanzenden Feuerwesen und "Glühwürmchen" mit farbigen Flügeln.

Die Kostüme sind derzeit noch im Entstehen begriffen. Die ehrenamtlichen Mitwirkenden - drei Viertel Studenten, ein Viertel übrige Bewohner Eberswaldes - entwerfen sie selbst. Die volle Pracht entfaltet sich also erst, wenn das Wochenende mit den zwei Aufführungen näher rückt. Am 10. Dezember spielt die Truppe das komplette Stück, einen Tag später noch einmal ausgewählte Szenen.

Dass die Aufführung alljährlich zu den Höhepunkten der Waldweihnacht gehört, hat sich herumgesprochen. "Da wollen zu einem Zeitpunkt dann ganz viele in den Forstbotanischen Garten hinein", sagt Bernhard Götz, Vize-Präsident der WaldWelten. Das ziehe ein ziemliches Verkehrschaos und eine lange Schlange am Eingang nach sich.

Die Stiftung will nun gegensteuern. So soll es diesmal eine Obergrenze von 1700 Gästen geben. "Wenn wir auch den Eindruck haben, es ist voll, dann werden wir für diesen Zeitraum niemanden mehr reinlassen", kündigt er an. Gleichzeitig steigt der Eintritt von einem auf zwei Euro - Geld, das gebraucht werde, um die Unkosten auszugleichen, so Götz. Der Rest kommt mit der Unterstützung von Sponsoren zusammen.

Außerdem wollen die Organisatoren die zweite Hälfte des Festes aufwerten: "Der Sonntag war bisher eher der beschauliche Tag, diesmal zeigen wir Teile des Stückes noch einmal", erklärt er. Außerdem hat sich am Abend der Fahlberg-Chor mit 30 Sängern angekündigt, um alte und neue Weihnachtslieder anzustimmen.

Wenn es nach Janana Klemm und Sascha Lej ginge, könnte es gern noch mehr Termine für die "Königin der Nacht" geben. "Wir würden es am liebsten drei, vier Mal hintereinander aufführen", sagt die Regisseurin. Kein Wunder angesichts all der Arbeit, die das 28-köpfige Team schon jetzt in die Inszenierung gesteckt hat. "Die sind alle Feuer und Flamme", sagt Janana Klemm.

Nach drei getrennten Proben im Oktober haben alle Gruppen am Mittwochabend erstmals gemeinsam im Forstbotanischen Garten geübt. Mit brennenden Fackeln, "Nachtfaltern" auf Stelzen und ein paar "Glühwürmchen", die sich durchs Tor in unsere Welt wagen. "Denkt daran: Ihr habt diese Welt noch nie gesehen", ruft die Regisseurin in Richtung der Tänzer, die hinter den Vorhängen hervorkommen, Pirouetten drehen, sich staunend nach links und rechts wenden. "Ihr habt auch Menschen noch nie gesehen", fügt sie hinzu. Noch gut zwei Wochen, dann werden diese "Glühwürmchen" das erste Mal ihr Publikum erblicken.

Komplettes Programm der Waldweihnacht: www.waldwelten.de

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