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1000 Werke auf dem Dachboden

Auf dem Dachboden: Der Maler Manfred Neumann, der seit 1966 in Frankfurt lebt, zeigte Besuchern zum ersten Mal sein neues Atelier im ehemaligen Konsument-Möbelhaus in den Gerstenberger Höfen.
Auf dem Dachboden: Der Maler Manfred Neumann, der seit 1966 in Frankfurt lebt, zeigte Besuchern zum ersten Mal sein neues Atelier im ehemaligen Konsument-Möbelhaus in den Gerstenberger Höfen. © Foto: Robert Iwanetz
Robert Iwanetz / 28.11.2016, 07:14 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das städtische Kulturbüro veranstaltete am Wochenende die siebten "Tage des offenen Ateliers". 16 Künstler aus Frankfurt, Slubice und Umgebung präsentierten ihre Werke. Vor allem in die Magistrale, wo zwei leerstehende Geschäfte in Galerien verwandelt wurden, strömten viele Besucher.

Wer am Wochenende das Atelier von Manfred Neumann besuchte, wusste gar nicht, wo er zu erst hinschauen sollte. In jedem Winkel hingen Bilder von ihm oder befreundeten Künstlern. Weit über 1000 Werke, darunter viele Porträts und Aktbilder, aber auch abstrakte Malereien und Zeichnungen konnten von den Besuchern auf dem Dachboden im ehemaligen Konsument-Möbelhaus in den Gerstenberger Höfen erkundet werden. Manche der Arbeiten waren über sechzig Jahre alt. "Hier ist alles versammelt, was nie verkauft oder in ein Museum gebracht wurde", sagte Manfred Neumann über die einzigartige Werkschau.

Der Künstler hatte im Rahmen der "Tage des offenen Ateliers" zum ersten Mal seinen neuen Arbeitsplatz für Besucher geöffnet, an dem er seit zwei Jahren malt. Zu klassischer Musik nahm er Kunstinteressierte immer wieder mit auf Streifzüge durch die eigene schöpferische Vergangenheit. Zwar musste gegen Nachmittag manch ein Besucher sein Handy zur Taschenlampe umfunktionieren, um überhaupt etwas auf den riesigen Fluren, des fast neunzig Meter langen Dachbodens zu erkennen. Doch die fehlenden Lampen unterstrichen nur die besondere Atelier-Atmosphäre. "Ich konnte viele interessante Gespräche führen", erzählte der 78-Jährige, der seit 1966 in Frankfurt lebt.

Manfred Neumann war einer von 16 Künstlern aus Frankfurt, Slubice und Umgebung, die an den "Tagen des offenen Ateliers" ihre Arbeiten an verschiedenen Orten in der Stadt präsentierten. So konnte man den weißrussischen Bildhauer Sergej Luzewitsch im Haus der Künste in der Lindenstraße besuchen, während Günter Neubauer von Knobelsdorff ins sein Atelier in Rosengarten einlud. Der Großteil der Künstler war jedoch in zwei leeren Geschäften in der Magistrale anzutreffen, die für das Adventswochenende kurzzeitig in Galerien verwandelt wurden. Organisiert hatte die Ausstellung das Frankfurter Kulturbüro. Die Eröffnungsrede hielt Sozialdezernent Markus Derling.

Die künstlerische Bandbreite war enorm: Zu sehen gab es nicht nur Gemälde, sondern auch Fotografien, Schmuck, Textilarbeiten, Skulpturen und Zeichnungen. Zum ersten Mal mit dabei war der Sieversdorfer Grafiker Peter Sottmeier, der seine von Gartenzwergen bevölkerten Cartoons präsentierte. Nebenan hatte die Schmuckdesignerin Margarete Mühlbach unter anderem Ketten aus Plexiglas ausgestellt. Ein weiteres Highlight waren die kontroversen Arbeiten des polnischen Fotografen Adam Czernenko, der Aufnahmen mit surrealen Szenen aus überfahrenen Tieren und Spielzeugmännchen zeigte.

Organisator Frank Drömert vom städtischen Kulturbüro zeigte sich zufrieden mit der Resonanz: "Viele Leute kamen zu mir und sagten, wie schön sie es finden, dass endlich mal Leben in der Magistrale herrscht." So nutzten etliche Besucher die Gelegenheit, um mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. "Ich habe praktisch das ganze Wochenende geredet", erzählte Evelin Grunemann. Immer wieder wollten Besucher von der Frankfurter Malerin wissen, wie lange sie an ihren detailversessenen Tusche-Bildern sitzt. "Man hat richtig gemerkt, wie groß das Kunstinteresse der Frankfurter ist."

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