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Junge Sänger brillierten

Überzeugten auf der ganzen Linie: Chöre und Orchester unter Leitung von Prof. Hans-Peter Schurz bei der Aufführung der Kantaten 1 bis 3 des Bach'schen Weihnachtsoratoriums.
Überzeugten auf der ganzen Linie: Chöre und Orchester unter Leitung von Prof. Hans-Peter Schurz bei der Aufführung der Kantaten 1 bis 3 des Bach'schen Weihnachtsoratoriums. © Foto: MZV
Holger Rudolph / 27.12.2017, 10:00 Uhr
Neuruppin (RA) Nicht enden wollenden Beifall spendierte das Publikum am Samstagabend in der ausverkauften Neuruppiner Kulturkirche für die Aufführung der Kantaten 1 bis 3 des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach.

Die Darbietung der beliebtesten Kantaten des wohl berühmtesten Werkes von Johann Sebastian Bach kurz vor dem Heiligabend ist in der Fontanestadt längst Tradition. Allerdings musizieren der Neuruppiner A-cappella-Chor, der Märkische Jugendchor und der Landesjugendchor unter Leitung von Prof. Hans-Peter Schurz üblicherweise am vierten Advent. Weil dieser aber mit Heiligabend zusammenfiel, fand das Konzert, zu dessen Gelingen auch das Berliner Schaffrath-Orchester in gewohnt sehr guter Manier beitrug, ausnahmsweise einen Tag früher als üblich statt.

Seit Monaten hatten sich Sängerinnen, Sänger und Instrumentalisten auf den gemeinsamen Auftritt vor großem Publikum vorbereitet. Es hat sich einmal mehr gelohnt. Vom "Jauchzet, frohlocket!" zum Beginn der ersten Kantate bis zum Schluss blieb die Qualität gleichermaßen hoch.

Eine weit droben über den Interpreten projizierte Szene von Jesu Geburt erinnerte die Zuhörer an die eigentliche Bedeutung des insgesamt sechsteiligen Oratoriums. Die Ankunft von Gottes Sohn auf Erden wurde im 18. Jahrhundert umgesetzt in zu allermeist angenehme, vor allem aber einprägsame Tonfolgen, die vielen Kirchgängern in positiver Erinnerung blieben.

So verwundert es nicht, dass schon die ersten Aufführungen zu den sechs Gottesdiensten vom ersten Weihnachtsfeiertag bis zum Epiphaniasfest zur Jahreswende 1734/35 ein voller Erfolg wurden. Bach, seinerzeit Kantor des Leipziger Thomanerchors, hatte das Oratorium in der Nikolai- und der Thomaskirche unters Volk gebracht. Inzwischen ist es üblich, vorwiegend die ersten drei Kantaten an nur einem Tag aufzuführen.

Der Besuch des Oratoriums gehört für viele Neuruppiner ebenso zum Fest wie Gänsebraten und der irgendwie zu organisierende Besuch eines garantiert echten Weihnachtsmanns. Wieder einmal bewies das Neuruppiner Publikum, dass Klassik nicht nur etwas für die älteren Generationen ist. Im Publikum saßen reichlich junge und sehr junge Zuhörer. Omas und Opas hatten ihre Enkelkinder im Vor- und Grundschulalter mitgenommen, die mit großen Augen und offenen Mündern den Vokalinterpreten und Instrumentalisten lauschten. Festtagskleidchen und Miniatur-Anzüge haben, wie zu sehen war, auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts noch nicht gänzlich ausgedient.

Vielleicht hat es einigen der Knirpse derart gut gefallen, dass sie in ein paar Jahren selbst im Märkischen Jugendchor mitsingen möchten. Das Ensemble des Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasiums, nach eigenen Angaben mit einer bald 400-jährigen Geschichte die älteste derartige Bildungseinrichtung im gesamten Land Brandenburg, ist an neuen Talenten stets interessiert.

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