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Petzold bleibt nur ein Wunder

Nur Listenplatz sechs: Harald Petzold bangt um sein Mandat.
Nur Listenplatz sechs: Harald Petzold bangt um sein Mandat. © Foto: Weber
Tilman Trebs / 30.11.2016, 06:45 Uhr
Oberhavel (OGA) Nach der Landesvertreterversammlung lecken sich die Oberhaveler Linken ihre Wunden. Zwar hat es die Fürstenberger parteilose Anke Domscheit-Berg auf den sicheren dritten Listenplatz für die Bundestagswahl geschafft. Statthalter Harald Petzold aber muss um seinen Sitz im Bundestag bangen.

Petzold war 2013 über Platz vier der Landesliste in den Bundestag eingezogen. Den Kampf um das Direktmandat hatte er gegen Uwe Feiler (CDU) verloren. Für die Bundestagswahl im kommenden Jahr hatte Petzold wieder Listenplatz vier im Visier. Der ging dann aber ausgerechnet an seinen zuletzt heftig in die Kritik geratenen Parlamentskollegen Norbert Müller. Petzold wurde auf Platz sechs durchgereicht. Seine Aussichten dort: Die Linken müssten in Brandenburg schon an der 30-Prozent-Marke kratzen, damit Petzold auch ohne das Direktmandat noch zum Zuge kommt. Das dürfte der Partei kaum gelingen.

"Es ist nicht optimal gelaufen. Aber ich wusste, dass es eine enge Kiste gegen Norbert Müller wird", sagte Petzold im Gespräch mit dieser Zeitung. Dass der Potsdamer den Vorzug erhalten habe, begründete Petzold vor allem mit den unterschiedlichen Schwerpunkten. Müller kümmert sich um die Belange von Kindern und Jugendlichen. "Er besetzt damit klassische soziale Themen, die ziehen bei den Linken immer." Müller punktete offenbar auch mit seinem Anti-Pogida-Engagegement. Petzold dagegen hatte sich in den vergangenen vier Jahren unter anderem für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt und sich um die Medienpolitik der Linken gekümmert. Sprecherposten, um die sich in der Fraktion seinerzeit niemand gerissen hat. Es sind nicht unbedingt die Themen, die die Agenda der Linken bestimmen.

Den Kampf um sein Mandat gibt der Politiker noch nicht auf: "Solange das Spiel nicht abgepfiffen ist, ist alles möglich." Petzold will nach der für ihn suboptimalen Listenplatzierung ums Direktmandat kämpfen. "Ich werde meine thematischen Schwerpunkte jetzt vor allem im Wahlkreis setzen."

Die Kreisvorsitzende der Linken, Stefanie Rose, kündigte trotz der schwierigen Ausgangslage einen offensiven Wahlkampf an: "Wir werden mit und für Harald Petzold für linke und soziale Inhalte werben." Dass der Oberhaveler Bundestagsabgeodnete die Wahl um Platz vier verloren habe, sei für die Linken im Kreis zwar ärgerlich, aber zu ändern. "Vielleicht schaffen wir ja ein Wunder." Rose erinnerte an die Listenaufstellung im Jahr 2012. Damals hatte sich Petzold knapp gegen Müller durchgesetzt. "Diesmal war es eben andersrum."

Manchen in der Partei schmeckt das gar nicht. "Der Bundestagsfahrdienst wird sich freuen, dass er weiterhin Arbeit hat", ätzte ein Genosse dieser Tage via Facebook. Norbert Müller war zuletzt arg in die Kritik geraten, weil er den Fahrdienst des Parlamentes übermäßig in Anspruch genommen hatte. Auf dem Parteitag zeigte Müller dann ausführlich Reue, entschuldigte sich. Oberhaveler Linke monierten danach, Müller habe auch noch einen "Mitleidsbonus" mitgenommen. Ansonsten war viel von Trauer und Enttäuschung zu lesen. Andere sagten lieber nichts. Der Oranienburger Linken-Chef Enrico Rossius zum Beispiel: "Manche Entscheidung meiner Partei muss ich auch nicht verstehen", ließ der Kandidat für den Oranienburger Bürgermeisterposten via Facebook lediglich wissen.

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