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Voraussetzung festes und weißes Fleisch / Verwechslung kaum möglich

Bovist - am besten gebraten

© Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 23.08.2016, 05:43 Uhr
Bad Freienwalde/Neumädewitz (MOZ) Den mehr als einen Kilogramm schweren Bovist, den Jutta Farchmin in den vergangenen Tagen zufällig in der Nähe der Rodelbahn in Neumädewitz gefunden und der MOZ präsentiert hat, ist nicht in der Pfanne gelandet. "Der roch etwas komisch und war schon von Schnecken angefressen", berichtete Jutta Farchmin. Sie hatte zunächst an eine große Plastiktüte gedacht, als sie den Pilz im Gras sah und war verwundert über das, was sie schließlich in den Händen hielt. Vorher habe sie nie einen solchen Pilz gesehen.

"Boviste kann man in Scheiben schneiden und wie Schnitzel panieren und braten", erläutert Hannelore Kretke, Pilzberaterin in Bad Freienwalde und Mitglied im Haus der Naturpflege. Viele Leute aus der Region schwören auf Boviste und dieses Rezept. "Das Fleisch muss weiß und fest sein", erklärt die Pilzsachverständige die Voraussetzungen für ein gelungenes Mahl. Werden Boviste zu groß und zu alt, dann werde das Fleisch schwammig. Später noch bilde der Pilz innen Sporen.

"Dann würde ich ihn nicht mehr essen", rät Hannelore Kretke. Falsch machen können Sammler eigentlich nichts. Denn weiße Boviste seien grundsätzlich essbar. Es gebe keine zum Verwechseln ähnliche Bovist-Art, die man besser nicht essen sollte. Boviste, die auf Wiesen und auf dem Rasen wachsen, dürfen eben nicht zu groß und zu alt werden. "Sie können so groß wie ein Fußball werden", sagte die Pilzberaterin.

Sammler müssten den Pilz aufschneiden und das Fleisch prüfen. Nach und nach blähen sie sich auf wie ein Luftballon oder eine Bodenlampe. Die giftigen und ungenießbaren Pilze dieser Gattung sehen anders aus, seien innen unappetitlich dunkel und schwarz.

Allerdings riechen auch die essbaren Boviste etwas merkwürdig, auch wenn sie noch jung und fest sind, bestätigte die Pilzberaterin. Dieser erinnere sie irgendwie an den Geruch von Stadtgas. "Ich persönlich mag Bovist daher nicht", gesteht Hannelore Kretke.

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