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Verwaltungsleiter Marco Böttche bremst vorschnelle Urteile

Hurra-Geschrei wäre noch etwas verfrüht

Gabriele Rataj / 02.12.2016, 05:10 Uhr
Buckow (MOZ) Am Beispiel des Naturparks Märkische Schweiz will Umweltminister Jörg Vogelsänger mit einer Änderungsverordnung Bauverbote innerhalb von Ortslagen reduzieren. Vor allem die Stadt Buckow kämpft seit 2012 um eine Ausgliederung aus dem Landschaftsschutzgebiet.

Dem Buckower Antrag auf Ausgliederung der Stadt aus dem umgebenden Naturpark wurde damit nicht etwa stattgegeben. Doch weiterhelfen dürfte schon, worauf sich Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger am Mittwoch in einer Beratung mit Vertretern betroffener Verwaltungen sowie Landtagsabgeordneten von SPD und CDU aus der Region verständigte.

Künftig sollen die noch nach DDR-Recht festgesetzten und derzeit weiterhin geltenden Bauverbote für Ortslagen, die komplett in Landschaftsschutzgebieten (LSG) liegen, aufgehoben werden. Nicht auf der Stelle, sondern nach und nach - parallel zum Erlass einer Erhaltungszielverordnung für die Flora-Fauna-Habitatgebiete, wie eine Mitteilung aus dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) festhält.

Amtsdirektor Marco Böttche war bei diesem Gespräch in Potsdam ebenso dabei wie Amtsvertreter aus Neuhardenberg, Barnim-Oderbruch sowie von der Stadt Strausberg. "Hurra" zu schreien, wäre sicher noch nicht angebracht, sagte Böttche der MOZ auf Nachfrage, aber als einen großen Schritt würde er den nach vier Jahren endlich markierten Stand schon bezeichnen.

"Wir haben ja am Freitag in Buckow mit unseren Bürgermeistern und Ortsvorstehern sowie den Ministeriumsvertretern schon zusammengesessen. Gemeinsam sind wir das gegenwärtig vorliegende Kartenmaterial durchgegangen, um abzugleichen, welche Areale vom Schutzgebietsstatus befreit werden sollen. In vielem stimmten wir überein, an ein paar Ecken aber auch nicht", relativierte der Amtsdirektor.

Als positiv schätzte Böttche die Ankündigung des Ministers ein, Personal und zusätzliche Mittel einsetzen zu wollen, um den Gang der Dinge zu beschleunigen. Dass es im ganzen Land Brandenburg noch 60 ähnlich gelagerte Fälle wie den der Stadt Buckow gebe, sei für ihn indes neu gewesen. "Bisher wurde stets angenommen, dass wir die Einzigen sind, deren Territorium gänzlich im Naturpark liegt."

Bis das Versprochene greift, wird indes noch Zeit vergehen. Und es benötige darüber hinaus sicherlich "viel good will" (guten Willen) auch von Seiten der anerkannten Naturschutzverbände, gab Buckows Bürgermeister Thiemo Seelig zu bedenken. Hoffnungsvoll ist aber auch er.

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