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Schattenseiten eines zentralen Standorts

Die zentrale Lage der Europaschule bringt nicht nur Vorteile.
Die zentrale Lage der Europaschule bringt nicht nur Vorteile. © Foto: Silke Schulz
Silke Schulz / 11.01.2018, 21:38 Uhr
Falkensee (MOZ) Die mitten in der Stadt Falkensee gelegene Europaschule am Gutspark sieht sich durch die Zentrumsentwicklung der letzten Jahre immensen Problemen ausgesetzt.So beklagte die Schulleiterin Regina Beyer am Mittwoch im Bildungsausschuss unter anderem, dass die Fläche des Schulhofs nun schon zum dritten Mal verkleinert werden solle. Anlass ist diesmal die Neustrukturierung des Geländes, auf der sich derzeit noch die alte Stadthalle befindet.

"Zuerst war es der Bau des öffentlichen Fußballplatzes, danach die Asphaltierung des Bereichs rund um die Stadtbibliothek, nun muss wieder ein Teil des Schulhofs weichen. Die restliche Fläche wird im Schatten versinken", gab die Schulleiterin zu bedenken. Weil außerdem der Anlieferungsverkehr für das entstehende Gewerbe zu dicht entlang der Unterrichtsräume geleitet würde, sei eine akustische Störung ebenso absehbar. " Die Kinder müssen Raum zum Lernen haben, und sie brauchen eine Lobby", warb die Schulleiterin um Einflussnahme der Ausschussmitglieder.

Ausweichmöglichkeit für die Pausen biete auch der Campusplatz nicht. Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Platzes rund um die Bibliothek zwischen neuer Stadthalle, der Europaschule und dem Musiksaalgebäude hatte es viele gemeinsame Aktionen von Schülern, Eltern und dem Lehrerkollegium gegeben. Ziel war es damals, das Grün und auch die Bäume vor dem Schulgelände möglichst zu erhalten. "Die Väter kamen mit der Kettensäge, es wurden Findlinge und Rindenmulch herangeschleppt. Das Ganze hatte dann eigentlich einen schönen Gartenstadtcharakter." Für den Campusplatz sei viel Aufenthaltsqualität versprochen worden. "Damals gab es Bilder von flanierenden Menschen, jetzt parken da Autos, und am Tag der Einschulungsfeier sind dort mehrere Schubkarren voller Müll entsorgt worden - und das eigenhändig vom Kollegium." Vandalismus und Diebstähle seien an der Tagesordnung. "Es wird geschaut, ob die Reinigungskräfte mal für einen Moment die Tür offen lassen - so wurde kürzlich ein großer Fernseher entwendet."

Während einige der Ausschussmitglieder sich von den Ausführungen der Schulleiterin überrascht und betroffen zeigten, wies Bürgermeister Heiko Müller (SPD) darauf hin, dass diese Diskussionen bereits vor zehn Jahren im Rahmen der Zentrumsentwicklung geführt worden und damit nicht neu seien. "Das ist ein Potpourri an unterschiedlichen Themen. Wir haben Einbrüche an Kitas und an Schulen, so etwas passiert. Dies mit der Zentrumsentwicklung in Zusammenhang zu bringen, ist zumindest mutig."

Hinsichtlich des Schulgeländes sei die Europaschule im Verhältnis gut aufgestellt - da dort in früheren Jahren zwei Schulen angesiedelt gewesen seien, unter anderem die Polytechnische Oberschule "Ernst Thälmann". "Selbst wenn nun diese Fläche noch wegfällt, ist dies unser mit Abstand größtes Schulgebäude", so der Verwaltungschef. Überlegungen gebe es, in Richtung Graben etwa einen Schulgarten anzulegen. Während Müller darauf hinwies, dass die Planung für das Gelände der alten Stadthalle auf Vorgaben der Stadtverordneten basiere und eine Verschattung durch das neue Gebäude nicht zu erwarten sei, weil es sich bei dem fünften Geschoss um ein gestaffeltes Gebäude handele, sah Amid Jabbour (FDP) in der Kubatur des Architektenentwurfs durchaus ein Problem. "Da ragt dann ein massiertes Gebäude von fünf Stockwerken direkt an der Schule auf - annähernd so hoch wie der Kirchturm. Den Stadtverordneten war nicht klar, dass es fünf Geschosse werden." Um zumindest die Qualität eines "schönen Schulhofs" zu erhalten, sollen nun im Rahmen der Bebauungsplan-Gestaltung entsprechende Aspekte in die Diskussion einfließen.

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