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Bau des Regierungsterminals wird zur unendlichen Geschichte

In die Jahre gekommen: Blick auf das Terminal D (l.) und das Terminal A in Schönefeld.
In die Jahre gekommen: Blick auf das Terminal D (l.) und das Terminal A in Schönefeld. © Foto: dpa
dpa/MOZ / 02.12.2016, 07:08 Uhr
Berlin (dpa/MOZ) Das geplante Regierungsterminal am neuen Hauptstadtflughafen beschäftigt an diesem Freitag abermals den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Vertreter des Unternehmens und seines Miteigentümers, des Bundes, stehen unter Zeitdruck. Denn der Bau des Regierungsterminals wird bis zum Start des Großflughafens voraussichtlich nicht beginnen. Deswegen soll es eine Zwischenlösung geben - doch auch für sie wird die Zeit mittlerweile knapp.

Themen im Kontrollgremium sind auch der Stand der Arbeiten im neuen Flughafen und wie immer am Jahresende der Wirtschaftsplan der Flughafengesellschaft für 2017. Wegen der Bau-Probleme hatte sie in den vergangenen Jahren rote Zahlen geschrieben. Der Aufsichtsrat wird aber - nach vier geplatzten Eröffnungsterminen seit 2011 - voraussichtlich kein Startdatum für den Flughafen nennen. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld will erst Anfang 2017 sagen, wann die ersten Flugzeuge am drittgrößten deutschen Flughafen abheben. Obwohl die Baustelle wieder deutlich in Verzug ist, hält das Unternehmen offiziell vorerst am Ziel fest, noch 2017 zu starten. Das soll die Baufirmen motivieren.

Die Betreiber rechnen damit, dass das Regierungsterminal erst rund fünf Jahre nach Eröffnung des neuen Flughafens fertig wird. Deshalb soll zunächst ein einfacherer Interimsbau entstehen, den dann später Geschäftsflieger nutzen. Bund und Flughafengesellschaft streiten über diese Zwischenlösung jedoch seit Monaten. Denn der Bund will nicht länger als fünf Jahre auf das endgültige Terminal für Regierung und Staatsgäste warten, der Flughafen wollte für eine Fünfjahresfrist bislang aber keine Garantie abgeben.

Vertreter mehrerer Bundesministerien fordern die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg auf, sich an bestehende Verträge zu halten. Ein Verbleib des Protokollbereichs des Auswärtigen Amtes auf unabsehbare Zeit im Interims-Terminal werde "nicht akzeptiert", hieß es in einem Beschluss einer Staatssekretärsrunde im Februar. Nun laufen die Beteiligten Gefahr, dass auch schon der Interimsbau zu spät kommt.

Zudem war im Sommer bekannt geworden, dass auch in die Zwischenlösung deutlich mehr Geld investiert werden muss: Die geplanten Baukosten waren von 25 Millionen auf 71 Millionen Euro gestiegen. In der Oktobersitzung des Aufsichtsrats wurde erklärt, dass sich das Bauprojekt noch einmal um fünf Millionen verteuert.

Auch die Suche nach einer Baufirma führte zu Verzögerungen: Viele Monate wartete die Flughafengesellschaft vergeblich auf Angebote von Firmen für das Übergangsterminal. Es habe im Frühjahr zwar Interessenten gegeben, die sich aber nicht konkretisiert hätten, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Letztlich übernahm der Baukonzern Züblin den Auftrag.

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