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Bundeswehr kämpft mit der Operation "Kindergarten"

Auftrag erfüllt: Oberstabsfeldwebel Albert Lill zeigt Ministerin Ursula von der Leyen ein Spielzimmer in der Storkower Kaserne
Auftrag erfüllt: Oberstabsfeldwebel Albert Lill zeigt Ministerin Ursula von der Leyen ein Spielzimmer in der Storkower Kaserne © Foto: dpa
Henning Kraudzun / 04.04.2014, 07:17 Uhr
Potsdam (MOZ) Die Operation "Kindergarten" hat Oberst Peter Arendt nach langem Kampf zum Erfolg geführt: Der Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg hat acht Kita-Plätze für Bundeswehrangehörige organisiert. Nicht direkt in einer der beiden Kasernen am Standort Potsdam, sondern in einem Kindergarten in Golm (Potsdam-Mittelmark), der sogar bis 20 Uhr geöffnet hat.

"Es war schwierig, Ansprüche und Möglichkeiten zusammenzubringen", sagt Arendt und meint damit diverse Vorschläge, die von Soldaten abgelehnt wurden. Verhandlungen hatte Arendt im Rathaus Potsdam, im zuständigen Landratsamt sowie mit der Gemeinde Schwielowsee geführt. Jetzt werden letztlich acht Plätze von der Bundeswehr in Golm finanziert.

Für manche Eltern in Uniform ist diese Lösung freilich eine große Erleichterung - vor allem für Soldaten, die versetzt werden. Sie hören in den Kitas am neuen Standort oft: Keine Kapazitäten frei. Insgesamt 124 junge Mütter und Väter gebe es allein in der Henning-von-Tresckow-Kaserne, wo das Einsatzführungskommando der Bundeswehr sitzt, berichtet Arendt. Sie sind bereits versorgt, sodass die neuen Plätze eher eine Reserve darstellen.

Der fürsorgliche Einsatz des Standortältesten der Bundeswehr in Potsdam passt in die Offensive, die von der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verkündet wurde: Die Truppe muss familienfreundlicher werden, es sollen Teilzeitmodelle sowie Krabbelgruppen und Kitas in Kasernen geschaffen werden. Zuletzt gab es Beschwerden von unzufriedenen Soldaten. "Dabei wird diese Diskussion bei uns schon seit vielen Jahren geführt", sagt Arendt.

Während in Berlin schon seit den 90er-Jahren drei Kindergärten auf Bundeswehrarealen existieren und die Senatsverwaltung sich an der Finanzierung der Erzieherstellen beteiligt, wird über das Thema in Brandenburg noch diskutiert. So bot der Bürgermeister von Beelitz (Potsdam-Mittelmark), Bernhardt Knuth, dem dortigen Logistikbataillon an, einen Kindergarten als gemeinsames Projekt zu errichten. Dieser wird seit langem herbeigesehnt: So haben ein Viertel von den 1000 in Beelitz stationierten Soldaten Kinder. Nicht alle fanden eine passende Betreuungsmöglichkeit.

In der Storkower Kurmark-Kaserne wurde vor einigen Monaten ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer eingerichtet, wie der Regimentskommandeur Manfred Kutz berichtet. Ausgestattet mit Spielzeug, Schreibtafel und Wickeltisch. Ebenso gebe es ein Spielzimmer im Familienbetreuungszentrum, das der Ministerin von der Leyen im Februar bei einem Besuch präsentiert werden konnte. Pädagogische Angebote seien damit nicht verknüpft, so Kutz. Überhaupt ist die Nachfrage gering: "In Storkow gibt es genügend Kita-Plätze", sagt er.

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rudi 04.04.2014 - 13:09:04

was soll man da sagen

Wenn es nicht so bitter wäre könnte man lachen. Da werden völkerrechtswidrige Drohneneinsätze, Morde an unschuldigen Zivilisten von deutschem Boden aus gesteuert und unsere Ursula guckt sich die bunte Krabbelgruppe an. Was kommt als nächstes, Tanztherapie für traumatisierte Heimkehrer?

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