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Die neuen Bürger von Golzow

UGRIEGERN / 21.02.2008, 07:44 Uhr
Golzow Erstmals hat die Gemeinde Golzow die in den vergangenen zwei Jahren zugezogenen "Neubürger" zum Kennenlern-Treffen eingeladen. 76 Personen sind es laut Einwohnermeldeamt. Von den insgesamt 42 Einladungen wurden allerdings nur sieben wahrgenommen. Die gekommen waren, erfuhren viel über ihren neuen Heimatort, der in diesem Jahr sein 700. Gründungsjubiläum feiert.

Der Anfang war gemacht, wenn auch mit geringerem Zuspruch als erwartet. Doch Bürgermeister Klaus-Dieter Lehmann wollte das in seiner Begrüßungsrede im Gasthaus Wagner diesen Umstand nicht überbewerten: "Wer Arbeit hat und deshalb hier nicht kommen konnte - das ist nur zu gut zu verstehen." Golzow sei stolz auf seine im Vergleich zu vergleichbaren Orten noch recht günstige Bevölkerungsentwicklung. Mit 986 Einwohnern leben heute nur neun Menschen weniger im Dorf als 2004. Und es sei auch nicht unrealistisch, gerade im Jubiläumsjahr den Wunsch zu äußern, dass Golzow wieder die magische 1000-Einwohner-Marke durchbrechen werde. Die Kommune verfüge derzeit über zwei leere Vier-Raum- und eine Einraumwohnung, die sofort vergeben werden könnten. "Wir sind ein aufstrebender Ort", sagte der Dorfchef und begründete dies an vielen Beispielen.

Ronald Taube, Chef des Sportvereins, lud die Neubürger dazu ein, sich selbst oder den Nachwuchs für eine aktive Betätigung zu begeistern. Traditionell stark sei der in Zusammenarbeit mit Gorgast und Manschnow entwickelte Fußballsport in den vier Altersklassen zwischen 7 und 14 Jahren. "Wir suchen immer Fußballspieler, auch weibliche", so Taube. Aber auch Volleyball und Tischtennis werde groß geschrieben. Der Bürgermeister übernahm es, die anderen Vereine und die Feuerwehr vorzustellen. "Das Schlimmste, was uns passieren kann, wäre, wenn man zwar in Golzow wohnt, aber sich in die eigene vier Wände zurückzieht, selbst nichts erbringt und teilnahmslos wird. Das machen ohnehin schon zu viele Einwohner", so Lehmann. In Hinblick auf die Kommunalwahl betonte er, dass sich die Gemeindevertreter auch über regen Besuch der öffentlichen Gemeindevertretersitzungen freuen würden.

In diesem Jahr werde ohnehin jeder Golzower bei der Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten zum 700. Jubiläum benötigt. Lehmann lud die Neubürger zudem ein, sich die Filmausstellung anzuschauen, die in wenigen Tagen in größeren Räumlichkeiten und mit attraktiven Exponaten noch interessanter wird. Stolz sei die Gemeinde auch auf ihre Bibliothek, deren Bestände dank des Engagements von Christine Linder viel größer sind, als strukturmäßig vorgesehen.

Bei dem fast dreistündigem Gespräch interessierten sich die Neubürger, von denen einige bereist die Gegebenheiten im Ort kennengelernt haben, vor allem für die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Ilse Kutscher und Robert Simond berichteten von ihrer Aufnahme im Seniorenverein und dem, was sie dort bereits unternommen haben. Mandy Bensch, die aus Reitwein zugezogen ist, berichtete davon, wie gut sich ihre beiden kleinen Kinder eingewöhnt haben. Sie empfinde es als angenehm, dass alle wichtigen Einrichtungen zentral gelegen sind. Wobei, so der Bürgermeister, die Versorgungslage im großen Dorf noch nicht als optimal empfunden wird.

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