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Woltersdorfer Hospiz-Ansiedlung in Gefahr

Martin Stralau / 06.12.2016, 06:40 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Das Projekt Hospiz Woltersdorf steht auf der Kippe. Nachdem der Bauausschuss dem Entwurf des Bebauungsplanes nicht zugestimmt hat, will der Hauptgesellschafter nun beraten, ob Woltersdorf für ihn tatsächlich der richtige Standort ist.

"Dann suchen wir uns eben eine andere Gemeinde." Mit diesen Worten reagierte Angelika Behm am Mittwochabend auf das Votum des Bauausschusses zum Bebauungsplan des Hospiz Woltersdorf. Dort war das Papier mit drei Ja- und drei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen abgelehnt worden. Behm ist Co-Geschäftsführerin der Diakonie-Hospiz-Wannsee gGmbH. Diese hält mit 51  Prozent den Hauptanteil an der Betreibergesellschaft des Hospiz Woltersdorf. Den Rest teilen sich das Woltersdorfer Evangelische Krankenhaus und das Krankenhaus Märkisch-Oderland. Am Montag wollte Angelika Behm, die Hospiz-Geschäftsführerin in Woltersdorf sein soll, den Beschluss des Ausschusses und ihre Reaktion darauf nicht kommentieren. Auf Nachfrage der MOZ verwies sie auf eine Geschäftsführersitzung der Diakonie-Hospiz-Wannsee GmbH in dieser Woche. "Da werden wir unser weiteres Vorgehen besprechen", sagte sie.

Am Anfang der hitzig geführten Ausschuss-Debatte hatte Behm die Gemeinde noch dazu beglückwünscht, dass sie sich mit dem Thema Hospiz so intensiv beschäftige. Das Gebäude auf dem Gelände des evangelischen Krankenhauses soll 2017 eröffnet werden. Geplant sind 14 Plätze für Menschen, die auf ihren letzten Lebensstationen begleitet werden. "Für Woltersdorf haben wir uns entschieden, weil es ein absolut schöner Ort ist, vor allem auch für die Begleiter unserer Bewohner. Sie können sich hier am Wasser von der vorgezogenen Trauer erholen, dass ihr Angehöriger sterben wird."

Und der Bedarf für ein stationäres Hospiz in dieser R egion - die nächsten Einrichtungen befinden sich in Eberswalde und Frankfurt - sei da. "Ich habe jede Woche mindestens eine Anfrage, ob das Hospiz schon gebaut ist und man sich anmelden kann. Das zeigt das Interesse", so Behm.

Im Ausschuss gab es Kritik an der geplanten Anzahl von vier Stellplätzen. "Die Stellplatzfrage wird wegen der angespannten Parkplatzsituation am Krankenhaus von den Gemeindevertretern genau verfolgt", sagte der Ausschussvorsitzende Jelle Kuiper (Linke/Grüne) zu Angelika Behm. Die erklärte daraufhin, dass sie sich zwei Plätze mehr vorstellen könnte. Einer Anhebung auf acht, wie sie auch gefordert wurde, wollte sie zunächst nicht zustimmen. Karl-Heinz Ponsel (Unser Woltersdorf) kritisierte vor allem die Ausrichtung des Hauses, das schräg zur Schleusenstraße gebaut werden soll und sich damit nicht in das Gesamtensemble der Gebäude einfüge. "Das dient dazu, dass die Zimmer der Patienten auf drei Gebäudeseiten Tageslicht bekommen. Das hat uns der Architekt so erklärt", verwies Margitta Decker auf die vorige Ausschusssitzung. "Das wäre auch in paralleler Ausrichtung möglich", sagte Ponsel. "Zum Glück sind wir mehrere Gemeindevertreter, unser Fraktion gefällt der Entwurf sehr gut", sagte Stefan Bley (CDU).

Angelika Behm sprach nach dem Ausschuss-Votum von "einer enttäuschenden Entscheidung". Margitta Decker war um Schadensbegrenzung bemüht. "Der Ausschuss hat damit nur eine Empfehlung an die Gemeindevertretung gegeben. Die kann ja ganz anders entscheiden." Das Ortsparlament tagt am 15. Dezember.

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