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Querelen um das geplante Hospiz in Woltersdorf

Margrit Meier und Martin Strala / 13.12.2016, 06:00 Uhr
Woltersdorf/Neuenhagen (MOZ) Am Donnerstag will Woltersdorfs Bürgermeisterin Margitta Decker per Dringlichkeitsantrag den Entwurf zum Bebauungsplan Hospiz wieder auf die Tagesordnung setzen lassen.

Wie in der Sonnabend-Ausgabe kurz berichtet wurde, ist Hintergrund der Querelen eine Bauausschusssitzung. Da forderte Ausschussmitglied Karl-Heinz-Ponsel (UW) in Woltersdorf, dass der geplante Baukörper gedreht wird. Laut Planungen der Diakonie sollte er schräg zur Straße errichtet werden. Ponsel (UW) gefiel das nicht, da er sich so nicht in das Ensemble mit den umliegenden Häusern einfüge, die parallel zur Straße stehen. Die Diakonie argumentiert, dass nur so ermöglicht werde, dass zu jeder Jahreszeit Tageslicht in alle 14 Zimmer gelange.

Der Ausschuss votierte mit einer Patt-Abstimmung. Das bedeutet, dass drei Ausschussmitglieder dafür, drei dagegen waren und sich zwei enthielten. Bei solchen Abstimmungen gilt die Vorlage als abgelehnt. Allerdings gilt wie in anderen Gemeinden auch: Das Votum eines Ausschusses hat empfehlenden Charakter. Das bedeutet noch lange nicht, dass ein Antrag abgelehnt ist. Entscheidend wird die Abstimmung aller Gemeindevertreter am Donnerstag ab 19 Uhr im Gemeindesaal sein.

Unter den Zuhörern wird Daniela Wraske sein. Sie ist die Vorsitzende des Fördervereins Hospiz Polarstern Neuenhagen. 2011 gegründet, bestand das Ziel des Vereins, in Neuenhagen dieses Hospiz zu bauen. "Da waren wir aber zu optimistisch. Das ist uns nicht gelungen", erzählt Daniela Wraske, die auf die neuesten Entwicklungen in Woltersdorf geschockt reagierte. "Wir dachten eigentlich, dass wir nun endlich die Baugenehmigung bekommen und nächstes Jahr anfangen können", sagt sie. Rund 15 000 Euro hat der Verein bereits in den vergangenen Jahren gesammelt, um das Hospiz ausstatten zu können. "Viele Menschen unterstützen uns, jüngst erst beim Weihnachtsmarkt an der Arche. Sie spenden für eine Idee", betont die Vereinsvorsitzende.

Gebaut werden soll das Hospiz von einem aus drei Gesellschaftern bestehenden Konsortium kirchlicher und kommunaler Einrichtungen: der Diakonie-Hospiz-Wannsee gGmbH, dem Krankenhaus Märkisch-Oderland und dem evangelischen Krankenhaus Gottesfriede in der Woltersdorfer Schleusenstraße. Um den Bau zu ermöglichen, hat Letzteres, berichtet Daniela Wraske, extra noch ein Grundstück angekauft. In Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree gibt es bislang kein stationäres Hospiz, das Menschen ermöglicht, in Würde und behütet ihren letzten Weg zu gehen.

Nachdem die Co-Geschäftsführerin der Diakonie-Hospiz-Wannsee gGmbH auf das Votum des Bauausschusses zunächst zornig reagiert hatte - "Dann suchen wir uns eben eine andere Gemeinde" - gibt es nun gemäßigtere Töne. In einer gemeinsamen Pressemitteilung reagieren die drei Gesellschafter zwar weiterhin mit Unverständnis auf die Forderungen des Ausschusses, sie wollen aber am Standort festhalten und hoffen auf ein Einlenken aus der Gemeinde. So kam man dem Ausschuss entgegen und erweiterte zum Beispiel die Anzahl der Stellplätze von vier auf acht. Die Fassade wurde außerdem um einen klaren Dachabschluss mit Gesims ergänzt.

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Hospiz Daniela Wraske Querele Margitta Decker Bauausschußsitzung

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