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Bürgerstiftung Oranienburg ruft erstmals Fonds ins Leben

Die Nachwuchskräfte Willy, Helene und Lilly nahmen von Christian Bertmaring und Ronny Schmidt einen Scheck über den Grundstock des ersten Fonds der Bürgerstiftung entgegen.
Die Nachwuchskräfte Willy, Helene und Lilly nahmen von Christian Bertmaring und Ronny Schmidt einen Scheck über den Grundstock des ersten Fonds der Bürgerstiftung entgegen. © Foto: MZV/Antje Jusepeitis
Antje Jusepeitis / 14.12.2016, 09:15 Uhr
Germendorf (mae/Antje Jusepeitis) Den Vertrag für einen Bürgerstiftungsfonds zugunsten der Germendorfer Feuerwehr signierten Bürgerstiftungsvorstand Ronny Schmidt, Wehrführer Cornel Gratz und Christian Bertmaring von den Baustoffwerken Havelland. Das Stiftungskapital beträgt 12590 Euro.

"Ein wichtiger Meilenstein der Bürgerstiftung Oranienburg ist zum Jahresende gelungen. Wir haben den ersten Stiftungsfonds ins Leben gerufen. Unterstützt wird damit die Freiwillige Feuerwehr Germendorf. Der Fonds startet mit einem Anfangskapital von 12590 Euro", sagte Ronny Schmidt. Er ist Vorstandsvorsitzender und Initiator der Bürgerstiftung Oranienburg. Zu deren Gründungsmitgliedern gehört auch die Firma Baustoffwerke Havelland in Germendorf. Sie hat mit 6 000 Euro großen Anteil am ersten Stiftungsfonds. Geschäftsführer Christian Bertmaring erklärte: "Sechs unserer 91 Beschäftigten sind Feuerwehrmänner in Germendorf. Deshalb sind wir der Wehr dort schon lange verbunden, spenden zu vielen Anlässen, stellen die Männer problemlos bei Einsätzen frei. Zugleich decken sie bei uns den betrieblichen Brandschutz ab."

Cornel Gratz, Löschzugführer der Germendorfer Feuerwehr, lobte das Engagement der Firma als "Geheimrezept" seiner Wehr. "Deshalb sind wir als einer der wenigen Löschzüge im Landkreis am Vormittag immer einsatzbereit." Dadurch könne auch das Niveau der Ausbildung gehalten werden.

Der Stiftungsfonds soll eine langanhaltende und fortwährende Unterstützung der guten Arbeit der Feuerwehr Germendorf sicherstellen. Die Baustoffwerke Havelland baten die Gäste zum 25-jährigen Firmenjubiläum am 7. Oktober um Geld für den Fonds statt Geschenken. 11000 Euro kamen so zusammen. Im Nachgang der Feier wurden weitere 1590 Euro gespendet.

"Die Idee des Stiftungsfonds und die Unterstützung sind Klasse und gehen deutlich über unsere Möglichkeiten im Förderverein hinaus. Geld ist gerade für die Jugendfeuerwehr wichtig", sagte Cornel Gratz. Ausgaben für die Anschaffung von Kindersitzen oder Warnkleidung seien durch die Zuwendung der Stadt nicht abgedeckt. Gratz steht auch dem Förderverein der Feuerwehr vor.

Zurzeit ist jedes dritte Germendorfer Kind Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. 55 Vier- bis Neunjährige, 36 in der Jugendfeuerwehr, für die sogar eine Warteliste angelegt werden musste, lernen, wie Feuer bekämpft werden. Zwölf Mädchen und Jungen werden über die Brandschutz AG der Grundschule an die Aufgaben der Wehr herangeführt. 50 Germendorfer sind aktive Feuerwehrleute, weitere vier gehören der Alters- und Ehrenamtsabteilung an.

Mit dem Stiftungsfonds wie dem für die Freiwillige Feuerwehr Germendorf bietet die Bürgerstiftung eine Plattform für alle, die konkrete Projekte in der Region unterstützen möchten. Das Kapital generiert sich zu großen Teilen aus Nachlässen. Es bleibt stetig als Grundstock erhalten. Zinsgewinne aus nichtspekulativen Anlagen werden der Feuerwehr zur Verfügung stehen. "Beim aktuellen Zinsniveau sind allerdings keine Riesengewinne zu erwarten", räumt Ronny Schmidt lachend ein. "Aber wir möchten so dafür sorgen, dass auch in 50 oder 60 Jahren noch Geld für genau diesen Zweck vorhanden ist." Viele Vereine oder Projekte sammeln nach Schmidts Angaben in Deutschland über Bürgerstiftungen Geld in Stiftungsfonds und binden so das angesammelte Kapital für ihre Ideen. Der Grundstock kann dabei jederzeit erhöht werden.

Unabhängig davon kann jeder die 112 Jahre alte Feuerwehr des Ortsteils auf seine Weise unterstützen. Im Sommer 2017 möchte diese die Außenanlagen ihres neuen Gebäudes gestalten. Das alte Haus brannte aus.

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