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250-Kilo-Blindgänger in Oranienburg entschärft / 9500 Einwohner mussten vorübergehend weichen

Die 200. Bombe ist Geschichte

Die 200. Bombe ist entschärft. Darüber freuen sich: Amtierender Bürgermeister Frank Oltersdorf (links), Sylvia Holm und Sprengmeister André Müller (rechts).
Die 200. Bombe ist entschärft. Darüber freuen sich: Amtierender Bürgermeister Frank Oltersdorf (links), Sylvia Holm und Sprengmeister André Müller (rechts). © Foto: MZV
Friedhelm Brennecke / 14.12.2016, 22:35 Uhr - Aktualisiert 05.06.2018, 14:35
Oranienburg (OGA) Erleichterung in Oranienburg: Die 200. Bombe seit 1991 ist am Mittwoch um 14.28 Uhr erfolgreich entschärft worden. Rund 9500 Personen konnten gegen 15.20 Uhr wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Der 250-Kilo-Blindgänger mit chemischem Langzeitzünder gehörte zu einer Reihe von Bomben, die auf Brachflächen des Pharmakonzerns Takeda entdeckt wurden. Vier sind inzwischen erfolgreich entschärft worden, zwei weitere werden noch auf dem Gelände an der Havel vermutet.

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200. Bombe in Oranienburg entschärft

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Die Bombe amerikanischer Bauart hatte eine für Oranienburger Verhältnisse ungewöhnliche Lage. "Sie lag fast waagerecht mit dem Heck in einem Winkel von 15 Grad nach oben", sagte der Technische Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, André Müller. Deshalb habe der Zünder relativ leicht mit dem Wasserschneidgerät entfernt werden können. "Das Team hat eine hervorragende Arbeit geleistet", lobte Müller seine vier Kollegen und die Männer der Räumfirma Lutomsky.

Die Bombe amerikanischer Bauart liegt in der Lehnitzstraße 73 in sieben Metern Tiefe. Nach Angaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) soll der Zünder ferngesteuert mit einem Wasserstrahlschneider aus der Bombe herausgetrennt werden.
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Entschärfung: 200. Bombe in Oranienburg

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Die Stadt nahm das Ereignis zum Anlass, "die mutigen Männer, die ihr Leben riskieren, um unser Leben sicherer zu machen", besonders zu würdigen. André Müller, Heino Borchert, René Benoit, Roland Sponholz und Guido Kuschinsky trugen sich ins Goldene Buch Oranienburgs ein. Der amtierende Bürgermeister Frank Oltersdorf (SPD) überreichte ihnen zudem Urkunden und Medaillen zum 800. Stadtgeburtstag. "Wir sind froh und dankbar, dass Oranienburg um eine explosive Altlast ärmer und die Stadt ein Stück sicherer ist", sagte Oltersdorf. Erleichtert zeigte sich auch Takeda-Geschäftsführer Hans-Joachim Kaatz. "Ich bin froh, dass alles so reibungslos verlief und uns eine Sprengung erspart geblieben ist", sagte er.

Wegen der Bombenentschärfung hatten etwa 9500 Oranienburger ihre Wohn- und Arbeitsstätten verlassen müssen. Auch ein Krankenhaus, eine Seniorenresidenz, zwei Bahnhöfe sowie sechs Kitas und vier Schulen wurden geräumt. Zudem war der Regional- und S-Bahn-Verkehr unterbrochen, auch wurde die Schifffahrt auf der Havel eingestellt. Insgesamt 300 Sicherheitskräfte von Feuerwehr, Polizei und Stadt nahmen an dem Einsatz teil.

Zu größeren Komplikationen sei es bei der Evakuierung nicht gekommen, hieß es. Vereinzelt rückte die Feuerwehr mit Drehleitern an, um zu prüfen, ob die Wohnungen auch tatsächlich verlassen worden waren. In fünf Fällen wurden Anwohner im Sperrkreis angetroffen.

In einem Fall soll sich ein Bewohner dagegen gewehrt haben, das Areal zu verlassen. Es werde nun geprüft, ob ein Bußgeld erlassen wird. "Das können bis zu 1000 Euro sein", sagte Oltersdorf. Solche Vorfälle nervten, weil die Entschärfungsarbeiten sich somit verzögerten. "Sie schädigen damit die Oranienburger Wirtschaft und den Einzelhandel", betonte er.

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