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Widerstand gegen Windräder wächst

Ehrenmitglieder im Verein "Waldkleeblatt - Natürlich Zauche e.V.": Bernhard Knuth, Eveline Krolle, Manuela Saß, Winfried Ludwig und Andreas Kreibich (v.li.).
Ehrenmitglieder im Verein "Waldkleeblatt - Natürlich Zauche e.V.": Bernhard Knuth, Eveline Krolle, Manuela Saß, Winfried Ludwig und Andreas Kreibich (v.li.). © Foto: MZV
Thomas Lähns / 16.12.2016, 09:04 Uhr
Fläming (MZV) Der Widerstand gegen die Errichtung von Windrädern in der Region zwischen Fläming und Havelland formiert sich. Die Bürgermeister von Werder (Havel), Beelitz und Borkheide als Ehrenmitglieder im Verein "Waldkleeblatt - Natürlich Zauche e.V." sind in der vergangenen Woche aufgenommen worden. Manuela Saß (CDU) aus der Blüten-, Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) aus der Spargelstadt und Andreas Kreibich (SPD) aus der Waldgemeinde Borkheide würden sich für eine vernünftige Energiepolitik und den Erhalt von Wäldern stark machen und damit das Anliegen des Vereins unterstützen, würdigte Vorsitzender Winfried Ludwig deren Arbeit.

Der Verein engagiert sich seit mehreren Jahren gegen die Ausweisung von Windeignungsgebieten in sensiblen Bereichen wie der Reesdorfer oder der Bliesendorfer Heide durch vielseitige Aktionen. In diesem Jahr hatte er unter anderem das Volksbegehren gegen die Errichtung von Anlagen in Wäldern und für größere Mindestabstände zur Wohnbebauung auf den Weg gebracht. Allerdings bestehe nach wie vor die Gefahr, dass in vier geplanten Windparks zwischen Kloster Lehnin, Bliesendorf, Fichtenwalde und Beelitz insgesamt 200 Anlagen errichtet werden, betonte Ludwig. "Dafür müssten rund 170 000 Bäume und eine Fläche von 140 Fußballfeldern vernichtet werden. Das wäre nicht nur tragisch für Umwelt und Natur, sondern auch eine nicht hinnehmbare Gefährdung der Wohnbevölkerung durch Infraschall und Waldbrände", erklärte er.

Die drei geehrten Bürgermeister kündigten an, sich auch künftig gegen diese Eingriffe in die Landschaft zu wehren. "Das Potenzial unserer Region liegt nicht in der Energieerzeugung, sondern in der hohen Lebensqualität für Bürger und Touristen", erklärte der Beelitzer Bürgermeister. Bernhard Knuth gehörte zu den ersten Unterzeichnern des Volksbegehrens und hat dafür gesorgt, dass die Spargelstadt als einzige Kommune landesweit die begleitende Werbekampagne auch finanziell unterstützt. Beelitz ist zudem Teil eines Bündnisses, das derzeit juristisch gegen die Genehmigung von Windrädern in der Reesdorfer Heide vorgeht. Auch gegen den Regionalplan, der die vier Windeignungsgebiete ausweist, klagt die Stadt. "Wenn Kommunen sich gegen die Errichtung positioniert haben, dann darf das Land nicht darüber hinweggehen", so der Bürgermeister mit Verweis auf das Kommunale Selbstverwaltungsrecht.

"Wir nehmen die Auszeichnung als Verpflichtung, uns auch künftig aktiv gegen die Errichtung von Windkraftanlagen vor unseren Haustüren zu wehren", betonte Werders Stadtoberhaupt Manuela Saß. Als Mitglied in der Regionalen Planungsgemeinschaft hatte die Blütenstadt als eine von wenigen gegen den Regionalplan gestimmt und ein umfangreiches Artenschutzgutachten für das Windeignungsgebiet bei Bliesendorf in Auftrag gegeben, um sich auf dieser Grundlage juristisch wehren zu können. Zudem unterstütze die Bürgermeisterin viele Aktionen der Bürgerinitiative vor Ort und versage - wie auch Beelitz - den Investoren das kommunale Einvernehmen zur Errichtung der Anlagen.

Andreas Kreibich schließlich unterstütze mit der Gemeinde Borkheide seit Jahren die Arbeit der örtlichen Bürgerinitiative, und das auch finanziell. Nunmehr beteilige sich Borkheide auch am juristischen Widerspruch gegen die geplante Errichtung von Windkraftanlagen in der "Reesdorfer Heide" durch die Firma juwi.

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