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Weg für Hospiz-Bau in Woltersdorf wieder frei

Joachim Eggers / 17.12.2016, 07:03 Uhr
Woltersdorf (MOZ) Mit großer Mehrheit hat die Gemeindevertretung am Donnerstagabend die Weichen für den geplanten Hospiz-Bau in der Schleusenstraße gestellt. Eine klare Mehrheit stimmte auch dafür, den Ausbau der Schleusenstraße gemeinsam mit der Straßenbahn voranzutreiben.

Wie berichtet, hatte der Bauausschuss mit einem Stimmen-Patt überraschend für eine Ablehnung des Hospiz-Projektes gesorgt und damit erhebliche Verstimmung ausgelöst. Das Scheitern des Vorhabens stand im Raum. Begründet war das Votum mit Bedenken gegen die Ausrichtung des 29 mal 29 Meter großen Baukörpers, die zu geringe Zahl der Stellplätze und die Fassadengestaltung.

Die Bauherren, ein Verbund diakonischer Einrichtungen, zu dem auch das Woltersdorfer Krankenhaus gehört, reagierten auf einen Teil der Einwände und bieten jetzt acht statt vier Stellplätze an, außerdem wurde die Fassaden-Gestaltung angepasst. Den Wunsch, den Baukörper zu drehen, lehnten die Bauherren ab - die Stellung ist so gewählt, dass jedes der 14 Gäste-Zimmer Tageslicht bekommt, und dabei soll es bleiben.

Bürgermeisterin Margitta Decker brachte dies, wie angekündigt, als Tischvorlage ein. Mehrere Gemeindevertreter betonten, wie wichtig ein Ort für sterbende Menschen ist, zumal es in Oder-Spree und Märkisch-Oderland bisher kein Hospiz gibt. Kritiker Karl-Heinz Ponsel von Unser Woltersdorf betonte, er habe nichts gegen ein Hospiz, nur gegen die Art und Weise, wie es gebaut werden solle. Er forderte die Betreiber-GmbH, die bisher am Wannsee sitzt, auf, sich in Woltersdorf anzusiedeln. Am Ende stimmte nur noch Jens Mehlitz vom Bürgerforum, der sich an der Debatte nicht beteiligt hatte, gegen den Entwurf des Bebauungsplans. Ponsel und Dirk Hemmerling enthielten sich, alle anderen stimmten zu. Jetzt kann der Entwurf des B-Plans ausgelegt werden. Vorgesehen ist, nächstes Jahr Baurecht zu erlangen, so Architekt Markus Legiehn.

Beim Dauer-Aufreger Schleusenstraße diskutierte die Gemeindevertretung noch einmal eine Stunde lang zahlreiche Details. Straßenbahn-Chefin Monika Viktor, Betriebsleiter Fred Bernau, Margitta Decker und ihre Bauamtsleiterin Kerstin Marsand warben eindringlich für eine gemeinsame Baumaßnahme: Gleiserneuerung der Straßenbahn plus Straßenausbau der Gemeinde zwischen Blumen- und Einmündung Kalkseestraße. Die Bürgerinitiative um Rüdiger Pflanz, der nur eingangs, in der Fragestunde, einmal zu Wort kam, und die Fraktion von Unser Woltersdorf vertreten dagegen den Standpunkt, die Straßenbahn könnte allein ihre Gleise erneuern, die Gemeinde könnte auf den Straßenbau verzichten. Dann wären die etwa 9,50 Euro Ausbau-Beitrag pro Quadratmeter Grundstücksfläche für die Anwohner vom Tisch - zunächst. Zu den großen Risiken dieser Verfahrensweise würde nach Aussage von Kerstin Marsand gehören, dass die Straße nach fünf Jahren bröckelt und dann die Kosten explodieren. Mit 13 zu vier Stimmen votierte die Gemeindevertretung dafür, die Entwurfsplanung in Auftrag zu geben.

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