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Ansturm der Angler wird erwartet

Kraudzun / 12.02.2008, 07:43 Uhr
"Das neue Fischereigesetz kommt auch dem Tourismus zugute. Es werden Urlauber angelockt, die das Angeln mal ausprobieren wollen", sagt Klaus Uschmann von der Unteren Fischereibehörde. Das Landesgesetz, das im August 2006 in Kraft trat, sei schließlich bundesweit einmalig. Die Neulinge unter den Petrijüngern benötigen lediglich Marken, mit denen die Fischerei-Abgabe nachgewiesen wird. Die Marken werden in der Kreis-Behörde, in Angelgeschäften, bei Berufsfischern sowie in Tourismuszentralen verkauft.

Jedoch bleibt das Foto mit dem Riesen-Zander für Neu-Angler nur ein Traum. Nicht nur die Erfahrung fehlt ihnen, sondern sie dürfen vorerst auch nur Friedfische an Land ziehen. Zander oder Hechte zählen zu den Raubfischen - wer sie fangen will, muss einen Fischereischein vorweisen, den er nach erfolgreicher Anglerprüfung erhält. Durch die Untere Fischereibehörde werden jährlich drei Prüfungen mit bis zu 70 Teilnehmern durchgeführt.

Ende des Jahres rechnet Uschmann mit dem nächsten Ansturm der Angler, die ihre alten blauen Fischereischeine verlängern möchten. Einen Stempel bekommen sie in der Behörde nicht mehr, sondern neue weiße Ausweise. "Der gilt dann unbefristet", sagt Uschmann. 1048 derartige Scheine wurden im Kreis im vergangenen Jahr ausgegeben.

Bezahlt werden müsse eine Gebühr von 25 Euro, auch ein Passbild ist erforderlich. Zudem werde die Fischereiabgabe fällig - 12 Euro pro Jahr, 40 Euro für fünf Jahre. "Es gibt aber keine Ermäßigung für Rentner oder Studenten", sagt Uschmann. Jugendliche unter 18 Jahren zahlen indes nur 2,50 Euro jährlich.

Das Geschehen an den Seen und Flüssen wird auch überwacht. "100 ehrenamtliche Fischereiaufseher im gesamten Kreis sind regelmäßig unterwegs", sagt Uschmann. "Vor allem die Friedfischangler bemühen sich, die gesetzlichen Regelungen einzuhalten. Diese Erfahrungen haben wir gemacht", sagt Uschmann. Dennoch schließt der Kreis-Mitarbeiter nicht aus, dass weiterhin Schwarzangler unterwegs sind. "Die Zahl der gemeldeten Verstöße ist gegenüber den Vorjahren zurückgegangen. Wir können aber nicht überall sein", sagt er.

Dass jeder Friedfischangler die gefangenen Fische tierschutzgerecht tötet, wird von den Anglerverbänden indes angezweifelt. Immer wieder wird von Fehlern der Petrijünger berichtet. Die Bedenken weist Uschmann zurück. "Jeder Hobby-Angler muss die Gesetze und tierschutzrechtliche Bestimmungen einhalten. Dafür hat er auf der grünen Karte unterschrieben."

Von Spannungen zwischen Anglern und Berufsfischern hat Uschmann noch nichts gehört. "Auf manchen Gewässern wird eben nur eine beschränke Zahl von Angelkarten ausgegeben", sagt er. Wenn viel gefangen wird, können sich manche Fischbestände kaum erholen. Problematisch sei derzeit das Vorkommen der Aale. "Die EU fördert ein Aalbesatz-Projekt, das wird auch bei uns regelmäßig durchgeführt." Ein Problem ist auch der hohe Bestand mit Weißfischen, dazu zählen Bleie, Rotfedern, Güstern und Plötzen. "Beim regelmäßigen Hegefischen werden Weißfische aus dem Wasser gezogen. Sie sind kaum für die Kochtöpfe geeignet, sondern eher für die Fütterung in Tierparks", erklärt Uschmann. Oder sie zappeln an den Ruten der Angler-Novizen, die sich über ihren ersten Fang freuen.

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