Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Entwässerungsbetrieb prüft zwei Alternativen zur Reduzierung von Schwefelwasserstoff- und Ammoniakverbindungen

Üble Gerüche aus der Kanalisation

Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg warnt vor zu viel Optimismus.
Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg warnt vor zu viel Optimismus. © Foto: Martin Risken/GZ
Martin Risken / 21.12.2016, 08:38 Uhr
Zehdenick (GZ) Das Problem ist seit langem bekannt und trotz mannigfaltiger Bemühungen hat es der Entwässerungsbetrieb bislang nicht vermocht, die üblen Gerüche gänzlich aus der Kanalisation zu beseitigen. 2017 soll das Thema wieder auf die Tagesordnung.

Aufgrund langer Transportwege des Schmutzwassers in geschlossenen Drucksystemen kommt es punktuell in der Zehdenicker Innenstadt zu Geruchsbelästigungen. Der Gestank sei ein unangenehmer Indikator für weiter reichende Probleme, heißt es dazu im Wirtschaftsplan des Entwässerungsbetriebes 2017, den die Stadtverordneten vergangene Woche verabschiedet haben.

Durch die Schwefelwasserstoff- und Ammoniakverbindungen komme es zu erheblicher Kanal- und Schachtkorrosion. Der Entwässerungsbetrieb beschäftige sich schon seit einiger Zeit mit dieser Thematik und wolle nun mit dem Trink- und Abwasserverband (TAV) Lindow-Gransee eine Wirtschaftlichkeitsanalyse in Auftrag geben. In dieser sollen die zwei aussichtsreichsten Möglichkeiten der Geruchseliminierung verglichen werden. Ein Ingenieurbüro vergleiche dazu die Möglichkeiten einer kontinuierlichen Zugabe von Chemikalien mit dem Bau neuer Leitungen, die eine geruchsintensive Ausschüttung vermeiden.

Beim Thema Klärschlamm scheint die Bundesregierung nunmehr kleineren Anlagenbetreibern entgegenzukommen, Der Gesetzgeber habe die Novellierung der Klärschlammverordnung ganz aktuell zum wiederholten Male geändert. Jetzt wäre es wieder möglich, Klärschlamm wie bisher landwirtschaftlich zu verwerten - unter der Einhaltung von strengen Grenzwerten. "Aus unserer Sicht ist das positiv zu betrachten, da die sandigen, trockenen Böden in unserer Region durch den Einsatz von streng kontrolliertem Klärschlamm eine wesentliche Aufbesserung des Nährstoff- und Humusgehaltes erfahren", teilt Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) im Wirtschaftsplan des Entwässerungsbetriebes mit. Gleichzeitig stelle die Klärschlamm-Verwertung in der Landwirtschaft einen kostengünstigen Weg der Klärschlammverwertung dar und mache die Landwirte unabhängig von Importen des seltenen Phosphors. "Aber noch handelt es sich nur um eine Novellierung und nicht um eine Gesetzesverabschiedung", warnt Dahlenburg vor zu viel Optimismus. Ob noch die amtierende Bundesregierung tatsächlich ein neues Gesetz erlassen wird, bleibe deshalb noch abzuwarten. Resultierend aus dieser Unsicherheit müssten wesentliche Investitionen in dem Bereich Klärschlammbehandlung weiter geschoben werden. Die Stadtwerke, die im Auftrag der Kommune die Abwasserbeseitigung übernommen haben, haben sich mit anderen Abwasserentsorgern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Ziel sei die Entwicklung gemeinsamer kostengünstiger Lösungsansätze.

Im kommenden Jahr will der kommunale Entwässerungsbetrieb 433 000 Euro investieren. Wesentlichstes Bauvorhaben ist dabei die Erschließung der Falkenthaler Chaussee/Straße des Friedens in Zehdenick. Darüber hinaus seien noch Investitionen aus dem Vorjahr in Höhe von 430 000 Euro offen. Davon sollen rund 60 000 Euro eingesetzt werden, um den zweiten Behälter des Schlammlagerplatzes auf der Kläranlage abzudecken. Trotz eines Jahresgewinns in Höhe von knapp 290 000 Euro für 2015 bleiben die Gebühren stabil. 3,89 Euro werden pro Kubikmeter Schmutzwasser berechnet. Bei Grubenentleerung werden 5,53 Euro berechnet.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG