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Neue Rocker braucht die Stadt

Jimmy Gee ist ein Rockmusiker alter Schule.
Jimmy Gee ist ein Rockmusiker alter Schule. © Foto: Andre Gehrmann
Stephan Achilles / 25.12.2016, 15:21 Uhr
Falkensee (MOZ) Langes Haar mit rotem Stirnband, kurzer Bart, schwarze Lederweste, zerrissene Jeans und natürlich die E-Gitarre. Auf der Bühne zeigt sich Jimmy Gee so, wie man es von einen Heavy Metal Musiker erwartet. Und spätestens, wenn er die Gitarre bearbeitet, nimmt man ihm diese Rolle auch ab. So schnell, präzise und gut wie er spielt kein deutscher Rockmusiker, meint jedenfalls der Deutsche Rock & Pop Musikerverband und vergab in den Jahren 2013 und 2016 einen 1. Platz an ihn. Vor einigen Monaten ist der Ausnahmemusiker nach Falkensee gezogen.

Mit viel Fleiß hat sich Jimmy sein Können überwiegend autodidaktisch angeeignet. Er bezeichnet sich selbst als "Ostseekind", ist in einem Dorf nahe Warnemünde aufgewachsen. Musik hat er schon als Kind geliebt und viel gesungen. Als er mit elf Jahren eine Beatles-LP geschenkt bekam, wollte er Schlagzeuger werden. Aber die Chance, in der DDR ein Schlagzeug aufzutreiben, war für ein Kind äußerst gering. So schnappte er sich eine alte Wandergitarre, die im Haus hing. Ein echter Glücksgriff, wie sich bald herausstellte. Mit 13 hatte er in weniger als einem Jahr alles gelernt, was es im Gitarrenkurs vor Ort zu lernen gab. Mit 15 spielte er in der eigenen Band.

"Die Magie der Musik hatte mich in ihren Bann gezogen", sagt der heute 38-Jährige. In der Schule ging es bergab. Erst als die Eltern die Gitarre für einige Zeit wegsperrten, schaffte er den Schulabschluss und später eine Lehre. Seinen Lebensunterhalt verdiente Jimmy danach mit Musik, als Gitarren- und Gesangslehrer und auch in der "Hausband" des Radiosenders "Antenne Mecklenburg-Vorpommern". Weil ihm das Umfeld für Musiker in Berlin besser erschien, zog er nach Spandau. In einer eigenen Musikschule auf der Insel Eiswerder unterrichtete er mit bis zu acht Angestellten unter anderem Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang und Tontechnik bis ihm Organisation, Verwaltung und Finanzprobleme über den Kopf wuchsen.

Auch heute noch gibt er an drei Tagen in der Woche Unterricht. Schüler dürfen sich bewerben. Die Auswahl nimmt er selbst vor. "Sie müssen Begeisterung für die Musik mitbringen und das Üben nicht als lästige Pflicht betrachten", sagt er. Einen Tag in der Woche muss er sich als selbständiger Unternehmer für das Geschäftliche vorbehalten. Konzerte gibt er an den Wochenenden. Mit seiner gleichnamigen Band spielt Jimmy Gee in Clubs, großen Sälen und auf Festivals in Deutschland, Polen und Tschechien. 2014 gab es eine Promotion-Tour in Florida und für März 2017 ist eine große Tour durch die Schweiz gebucht. Planungen gibt es für Frankreich und Großbritannien. Überhaupt steckt der eloquente, sympathische Musiker voller Ideen und Pläne. Er komponiert, schreibt Songtexte und produziert die Titel im eigenen Studio. Auch als Synchronsprecher möchte er demnächst tätig werden. Werbeverträge bestehen mit mehreren deutschen und einem amerikanischen Musikalien-Produzenten. Jimmy's Gitarren werden in Hennigsdorf gefertigt, Kleinserien in Handarbeit, gemeinsam entwickelt von Musiker und Instrumentenbauer.

Nach der Hochzeit im Juli hat sich Jimmy Gee eine Mietwohnung in einer Falkenseer Villa als privaten Lebensmittelpunkt ausgesucht. Mitte nächsten Jahres erwartet das Ehepaar Nachwuchs. Von guten Kitas und Schulen hat Jimmy gehört. Gespannt ist er auf die Musikszene in der Stadt. Vielleicht haben die Falkenseer demnächst Gelegenheit, ihren neuen Mitbürger in einem der Clubs, der Stadthalle oder auch beim Stadtfest zu erleben.

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