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13 Jahre warten auf Freitag

Trockenübungen: In der Halle des Beeskower Sportzentrums üben Luisa Grahlow und Jonas Engelke gemeinsam mit anderen Abiturienten den Eröffnungswalzer.
Trockenübungen: In der Halle des Beeskower Sportzentrums üben Luisa Grahlow und Jonas Engelke gemeinsam mit anderen Abiturienten den Eröffnungswalzer. © Foto: Jörn Tornow
Marco Marschall / 23.06.2010, 08:53 Uhr
Beeskow (In House) Dreizehn Jahre haben die Schüler der Beeskower Oberschule und das Gymnasiums auf den Tag hingearbeitet, an dem sie ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Gefeiert wird das mit einem rauschenden Fest – dem Abi-Ball. Mehr als zwei Jahre dauerte die Organisation der Feier.

Endlich können sie befreit lostanzen. Und das lassen sich die Schüler des Beeskower Rouanet-Gymnasiums auch nicht nehmen. Unter der Anleitung der Sportlehrerinnen Marianne Greschke und Monika Kamski lernen sie Disco-Fox, Blues und natürlich Walzer, den sie bei der Eröffnung ihres Abi-Balls tanzen wollen – Eine letzte Vorbereitung auf den großen Tag. Am Freitag feiern sie den in der Frankfurter Messehalle 2. 460 Gäste, darunter 94 Abiturienten werden erwartet.

Auf das Fest haben sie lange hingearbeitet. Denn traditionell wird die Feier von den Abiturienten selbst organisiert. Vor zwei Jahren haben sie ein Organisationskomitee gegründet, erinnert sich Johanna Philipp. Die Schülerin behält seitdem den Überblick über die Planung. 30 Schüler haben sich im Komitee engagiert. Ein Mal im Monat trafen sich alle. Johannas Mitschüler Stefan Ott kümmerte sich um die Verwaltung der Finanzen – eine verantwortungsvolle Aufgabe. Denn 15 000 Euro kostet der Abi-Ball der Gymnasiasten. „Neben den Räumen und dem Programm, sind vor allem viele Kleinigkeiten, wie Blumen und Präsente, zu finanzieren“, berichtet Johanna Philipp. – Vieles, mit dem die engagierte Schülerin anfangs nicht gerechnet hatte. Damit die Karten für den Ball bezahlbar bleiben, wurden im Vorfeld viele Aktionen gestartet, um Geld in die Kasse zu bekommen und Sponsoren akquiriert. Letzteres sei besonders schwer gewesen, erinnert sich Johanna Philipp. Die Schüler mussten daher selbst arbeiten. Zwei Schüler halfen im Beeskower Laden „Die Ecke“ beim Abfüllen von Tee-Tüten. Die anderen veranstalteten Tombolas, Kunstauktionen und Kuchenbasare, organisierten Abi-Partys und Konzerte, auf denen zusätzliche Gelder in die Kasse gespült wurden. In einer BB-Radio-Aktion im vergangenen Herbst, mobilisierten sie 60 Leute, die im Bikini auf dem Beeskower Marktplatz erschienen und bekamen dafür 60 Euro.

Die Kasse wird nach dem Ball wohl wieder leer sein. Johanna Phillipp hofft, dass noch etwas übrig bleibt um in den kommenden Jahren Abi-Treffen durchzuführen. Die Schülerin möchte, dass die Gymnasiasten auch in Zukunft in Kontakt miteinander bleiben. Dafür haben die Schüler eigens Abi-T-Shirts für alle angefertigt. Auf der Rückseite sind die Namen aller Schüler abgedruckt. Auf der Vorderseite steht der Spruch: Abinson Crusoe – 13 Jahre warten auf Freitag.

Während sich die einen mit T-Shirts schmücken, besinnen sich andere auf die Mode des 15. Jahrhunderts. Traditionell werden für die Abiturienten der Albert-Schweitzer-Oberschule Schärpen gefertigt. Verantwortlich für die Anfertigung ist die Storkower Lehrerin Christiane Sader. „In diesem Jahr sind die Schärpen cremefarben mit bordeauxrotem Aufdruck“, verrät sie. Die Schärpen, deren Bedruck sehr zeitaufwendig ist, sind das Abschiedsgeschenk der Schule an ihre Schützlinge.Feiern werden sie gemeinsam im Spreepark. Am Sonnabend ist es so weit. Dann treffen sich die 38 Schüler mit ihren Gästen nicht nur um ausgelassen zu tanzen, sondern auch zur Zeremonie der Zeugnisausgabe. „Die beiden Teile sind an unserer Schule miteinander verbunden“, erklärt Schuldirektorin Steffi Missal. Für sie ist es in diesem Jahr ein besonderer Abi-Ball, denn die jetzigen 13ner sind der letzte Abiturjahrgang der Schule. Einen weiteren wird es nicht geben. Ihre Ergebnisse haben die Schüler bereits vor zwei Wochen erhalten.

Wer nicht bestanden hatte, bekam die Möglichkeit zur Nachprüfung, aber auch ein Aufbessern der Note war durch zusätzliche Prüfungen möglich. Die ist nicht nur für Medizinstudenten wichtig, denn auch für viele populäre Studiengänge zählt die Abi-Note. Schwierig wird es hingegen für die Oberschüler, die das Abitur wiederholen wollen. Ein Wechsel aufs Gymnasium ist nicht ohne weiteres möglich.

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