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Zusammenleben, Frieden, Toleranz

Lisa Mahlke / 29.12.2016, 06:52 Uhr
Bernau (MOZ) Kinder verschiedener Kulturen und Religionen feierten am Mittwoch das "Interkulturelle Kinderfest" im AWO-Treff. Sie tanzten um den Weihnachtsbaum, wurden von Väterchen Frost besucht und lernten zum Beispiel muslimische und jüdische Lieder.

"Ich bin total glücklich", sagt Diana Sandler, Landesvorsitzende des Migrations- und Integrationsrates Brandenburg. Sie schaut sich die Kinder an, wie sie gemeinsam essen, spielen, um den Weihnachtsbaum tanzen. Es sind muslimische, christliche, jüdische und atheistische Kinder, Geflüchtete, Kinder von Spätaussiedlern, Tschetschenen. Sie alle feiern das "Interkulturelle Kinderfest" im Bernauer AWO-Treff. Diana Sandler findet: "Zusammenleben, das ist Liebe zueinander, nicht bloß Deutsch lernen" und freut sich darüber, dass alles ohne Streit abläuft und die Kinder ganz ohne Ängste aufeinander zugehen. Erst feiern alle unter 12 Jahren, dann kommen Jugendliche ab 13 dazu - insgesamt etwa 140 Kinder und Jugendliche, darunter auch 15 geflüchtete Kinder aus Bernau.

Bei dem Kinderfest lernen sie am Mittwoch Traditionen verschiedener Neujahrsfeste kennen. "In Deutschland ist Weihnachten sehr wichtig. Das sollte man kennenlernen", findet Diana Sandler. Ein großer Weihnachtsbaum steht in der Mitte des Saals, irgendwann kommen die Schauspieler Mark Schmal und Jelena Knyaseva-Shmal als Väterchen Frost und Baba Jaga, um die Kinder zu beschenken, so wie es Neujahrsbrauch in Russland ist. Danach werden zum Beispiel muslimische und jüdische Weihnachtslieder gesungen, und die Kinder und Erwachsenen erzählen sich von Weihnachten und Neujahr in den unterschiedlichen Kulturen.

Für Victoria, Lisa und Karina, die Eltern aus Russland und Kasachstan haben, aber in Deutschland geboren wurden, sind die verschiedenen Bräuche gar nicht so wichtig. Sie finden es zwar interessant, die Traditionen kennenzulernen, aber fragen die anderen Kinder dann doch eher nach den Geschenken. Zu Hause feiern sie sowohl Weihnachten als auch das russische Neujahrsfest. Für die elfjährige Karina gibt es in dieser Zeit gleich dreimal Geschenke. "Ich hatte am 21. Geburtstag", erzählt sie. Die zehnjährige Lisa erklärt das Neujahrsfest: "Man lässt das alte Jahr gehen, auch wenn man etwas nicht geschafft hat. Dann nimmst du dir das für das neue Jahr vor." Die drei kommen jedes Mal zum "Interkulturellen Kinderfest".

Seit 2000 gibt es das jedes Jahr, organisiert vom Migrations- und Integrationsrat Brandenburg, dem Beirat für Migration und Integration des Landkreises Barnim und dem Sozialen Integrationsverein für Zuwanderer des Landkreises Barnim, "Diamant". Auch der Zentralrat der Muslime ist Kooperationspartner. Dazu kommen viele weitere Unterstützer, zum Beispiel "Wir sind Paten", die Ehrenamtliche mit Flüchtlingen zusammenbringen und für das Kinderfest 100 Teddybären gespendet hatten. "Wenn ich Akzeptanz will, dann muss ich andere akzeptieren", sagt Diana Sandler. Das Fest zeige lebendiges Zusammenleben, Toleranz, Frieden und ein gutes Gefühl - und das in der Praxis, nicht nur in der Theorie.

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