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2595 Einwohner weniger innerhalb eines Jahres

Auf und ab: Die ZABH (links) ist mit ein Grund für die schwankenden Bevölkerungszahlen in Eisenhüttenstadt.
Auf und ab: Die ZABH (links) ist mit ein Grund für die schwankenden Bevölkerungszahlen in Eisenhüttenstadt. © Foto: MOZ/Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 05.01.2017, 21:16 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Eisenhüttenstadt hat im vergangenen Jahr fast 2600 Einwohner verloren, nachdem die Stadt 2015 noch rund 2000 hinzugewonnen hat. Hintergrund sind die zurückgehenden Flüchtlingszahlen.

Es ist ein Niveau, wie kurz nach der Wende, wo die Einwohnerzahl von Eisenhüttenstadt in Tausender-Schritten zurückgegangen ist. 2595 Einwohner hat die Stahlstadt 2016 innerhalb von zwölf Monaten verloren, weist die neuste Bevölkerungsstatistik aus, die vom städtischen Statistikamt vorgelegt wurde. Die starke Schwankung - 2015 wurde dagegen ein Plus von 2044 Einwohnern verzeichnet - hängt mit der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt zusammen. Darauf macht auch Christine Scislo vom Statistikbereich der Stadt aufmerksam. "Diese Entwicklung wurde hauptsächlich durch die sich beruhigende Situation in der Flüchtlingsproblematik beeinflusst", heißt es in dem statistischen Jahresbericht. So lebten zum Stichtag 31. Dezember 3199 Ausländer in Eisenhüttenstadt, 1896 davon waren männlich. Ein Jahr zuvor wies die Statistik 5246 Ausländer aus. Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung ist innerhalb eines Jahres von 17 auf 11 Prozent gesunken, liegt aber immer noch deutlich über dem Landesdurchschnitt, der mit unter vier Prozent angegeben wird.

Mit 28484 befindet sich die Einwohnerzahl aber immer noch über der der Jahre 2012 bis 2014, wo die Tendenz eigentlich deutlich in Richtung unter 27000 wies. Christine Scislo erklärt, dass die Einwohnerzahl von Eisenhüttenstadt bereinigt von den Sondereffekten durch die Zentrale Ausländerbehörde weiter abnimmt, bedingt vor allem durch die Tatsache, dass deutlich mehr Menschen sterben als neu geboren werden. Und diese Tendenz wird sich in den kommenden Jahren wohl weiter verstetigen, nicht zuletzt bedingt durch den demografischen Wandel. Die Altersgruppe der über 75-Jährigen hat im vergangenen Jahr wie schon in den Vorjahren um 197 Personen zugelegt. 17 Prozent der Eisenhüttenstädter sind inzwischen älter als 75, 29 Prozent sind älter als 65. Der Landesdurchschnitt bei den über 65-Jährigen liegt bei rund 23 Prozent. Die beiden großen Wohnungsunternehmen stellen sich dem, berücksichtigen bei Modernisierungen von Wohnungen den altersgerechten Umbau.

Der Rückgang der Bevölkerung dürfte sich in den Geschäften und vor allem in den Supermärkten in sinkender Kaufkraft bemerkbar machen. Aber auch für den städtischen Haushalt dürfte der Rückgang ein Minusgeschäft sein. Denn die Berechnung der Schlüsselzuweisung, die eine Kommune vom Land erhält, berechnet sich an der durchschnittlichen Einwohnerzahl der vergangenen fünf Jahre. So geht Kämmerin Gudrun Grund für dieses Jahr davon aus, dass sich das Bevölkerungsplus aus dem Jahr 2015 auch in einer höheren Schlüsselzuweisung niederschlägt. Genauere Zahlen werden erst in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Allerdings bedeuten mehr Einnahmen bei Schlüsselzuweisungen auch, dass die Kreisumlage, wenn auch nicht in gleichem Umfang steigt.

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