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Bärbel und Horst Simon für geschichtliche Aufarbeitung ausgezeichnet

Ehrenamt erhält Verdienstkreuz

Bärbel und Horst Simon aus Berlin (2. und 3. v. l.) erhalten das Bundesverdienstkreuz von Amtsdirektor Karsten Birkholz (l.) und Reiner Labitzke (r.), Bürgermeister von Bliesdorf.
Bärbel und Horst Simon aus Berlin (2. und 3. v. l.) erhalten das Bundesverdienstkreuz von Amtsdirektor Karsten Birkholz (l.) und Reiner Labitzke (r.), Bürgermeister von Bliesdorf. © Foto: MOZ
Annemarie Diehr / 11.01.2017, 05:46 Uhr
Wriezen (MOZ) Die Geschichte begann 1999 mit amerikanischen Studenten, nahm mit einem Spion, Stasi-Unterlagen und einem US-amerikanischen Piloten ihren Lauf und erreichte am Dienstag in der Amtsverwaltung Barnim-Oderbruch ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Berliner Ehepaar Bärbel und Horst Simon erhielt dort für sein ehrenamtliches Engagement von Amtsdirektor Karsten Birkholz das Bundesverdienstkreuz des Bundespräsidenten.

"Seit mehr als zehn Jahren engagieren sich die Eheleute Simon ehrenamtlich für die Aufarbeitung der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges", heißt es in der Begründung ihrer Ehrung. "Ein derart vielseitiges, intensives und langes persönliches Engagement zur Aussöhnung und Förderung der Völkerverständigung qualifiziert sie für eine Auszeichnung."

2004 gründeten Simons das Cold-War-Museum (Museum über den Kalten Krieg), das zunächst in Harnekop angesiedelt war und acht Jahre später auf das Gelände des Fernmeldebunkers in Kunersdorf zog. Vier Ausstellungen sind dort zu sehen. Erst vor zwei Jahren kam die jüngste Ausstellung, "Feldpostbriefe aus der Normandie" hinzu. "Die lagen siebzig Jahre lang unbeachtet auf einem Dachboden in Kanada", erzählte Bärbel Simon über die Briefe deutscher Soldaten, die 1944 verfasst wurden, ihre Empfänger jedoch nie erreicht haben.

Die 69-Jährige und ihr Mann, 73 Jahre alt, haben für ihre Ausstellungen jahrelang Akten gewälzt, Dokumente zusammengetragen und Kontakte geknüpft. "Wir hatten keine Räumlichkeiten, kein Geld und kein Material für ein Museum", erinnerte sich Horst Simon. Sie hatten nur das Bedürfnis, Erinnerungen zu bewahren, und die Ermunterung durch einen dritten.

"Eines Tages rief eine Bekannte aus den USA an und sagte, in der Zeitung stehe, dass ich ein Museum eröffne", sagte Bärbel Simon. Gary Powers, Sohn des gleichnamigen US-amerikanischen Piloten, der 1960 während eines Spionagefluges von der sowjetischen Luftverteidigung abgeschossen wurde, hatte 1996 das Cold War Museum in den USA gegründet und erhoffte sich von Simons einen Ableger in Berlin. Er lernte das Ehepaar über einen ehemals inhaftierten Spion aus Bautzen kennen, der mit Powers Hilfe Stasi-Unterlagen veröffentlichen wollte. "Wir sollten dem Bautzener bei der Übersetzung ins Englische helfen", erinnerte sich Horst Simon.

Die Bekanntschaft zwischen dem Bautzener und Simons - auch sie ein Zufall. "Seit 1999 nahmen wir amerikanische Studenten bei uns auf und suchten nach weiteren Gastfamilien", so Bärbel Simon. Der Herr aus Bautzen sei ein Kandidat gewesen. So nahm die Geschichte ihren Lauf.

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