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Straßenbahn feiert 100. Geburtstag

Glanzstück: Dieser 100 Jahre alte Zug aus Berlin soll zum Jubiläum fahren.
Glanzstück: Dieser 100 Jahre alte Zug aus Berlin soll zum Jubiläum fahren. © Foto: MOZ/Joachim Eggers
21.03.2013, 12:47 Uhr - Aktualisiert 22.03.2013, 06:11
Woltersdorf (MOZ) Seit 100 Jahren pendelt die Woltersdorfer Straßenbahn zwischen Rahnsdorf und der Schleuse. Pfingsten wird groß gefeiert.

 

Das Datum passt genau: Am 17. Mai, Freitag vor Pfingsten, jährt sich zum 100. Mal die Inbetriebnahme der 5,6 Kilometer langen Strecke zwischen dem Bahnhof Rahnsdorf und der Woltersdorfer Schleuse. Die Gründe für den 1911 von der Gemeindevertretern beschlossenen Bau waren dieselben wie heute: Immer mehr Woltersdorfer arbeiteten in Berlin, und Woltersdorf wurde als Ausflugsziel für die Großstädter immer beliebter.

Am 17. Mai beginnt die Party um 15 Uhr mit einem bunten Programm. Auf der großen Bühne auf dem Betriebshof in der Vogelsdorfer Straße ist dann ständig etwas los. Mit dabei: Günther Fischer und Band, eine der bekanntesten deutschen Jazzformationen, und die Dixieland- und Swingband „Alte Wache” aus Potsdam. Am Abend sollen Stummfilme gezeigt werden – Erinnerung an die große Zeit der Filmdrehs am Kalksee in den 20er- und 30er- Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Für den Sonnabend hat sich die Straßenbahn mit dem Mittelstandsverein zusammengetan und veranstaltet das vor zwei Jahren aus der Taufe gehobene Straßenbahn-Ziehen. Dabei treten mehrere Teams gegeneinander an und versuchen, eine Straßenbahn nur mit Muskelkraft zu bewegen. Abends ist eine Party geplant, außerdem ein Feuerwerk. Dabei sind aber noch nicht alle Details geklärt, steht manche Genehmigung noch aus, sagt Geschäftsführerin Monika Viktor.

Für den Sonntag sind ein Seifenkistenrennen und ein Old­timercorso geplant. Doch nicht nur alte Autos werden präsentiert. Die Woltersdorfer Straßenbahn lässt auch ihre alten Schmuckstücke ins Freie. Historische Wagen werden zwischen Rahnsdorf und Thälmannstraße pendeln, am Sonnabend und Sonntag sollen sie den Betrieb ganz übernehmen. Eine Gruppe von Freiwilligen um Straßenbahn-Mitarbeiter Andreas Kubig arbeitet jeden Sonnabend in der Straßenbahn daran, die historischen Züge zum Jubiläum auf Vordermann zu bringen.

Anders als beim Sommerfest der Gemeinde ist die Finanzierung der Party gesichert, sagte Monika Viktor im Bauausschuss. Diese Information kam bei den Abgeordneten gut an.

Die Straßenbahn befördert jedes Jahr etwa 670 000 Fahrgäste. Die meisten davon, etwa 540 000, steigen um, in die S-Bahn in Rahnsdorf oder in einen Bus. Die Straßenbahn ist als privatwirtschaftliche GmbH organisiert, die aber in öffentlicher Hand ist: Die Gemeinde und der Landkreis halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Woltersdorf lässt sich die Straßenbahn – eine freiwillige Aufgabe – jedes Jahr eine sechsstellige Summe kosten; 2012 waren es 200 000 Euro. Trotz aller Geldnot hat noch kein Ortspolitiker das Verkehrsmittel zur Disposition gestellt.

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