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Wanderung für Walderhalt

In Ützdorf starten rund 250 Teilnehmer zum Protest gegen die Aufstellung von Windrädern im Liepnitzwald.
In Ützdorf starten rund 250 Teilnehmer zum Protest gegen die Aufstellung von Windrädern im Liepnitzwald. © Foto: MOZ/Olav Schröder
Olav Schröder / 16.01.2017, 07:50 Uhr
Ützdorf (MOZ) Rund 250 Menschen nahmen am Sonntagvormittag trotz widriger Witterung an der Neujahrswanderung durch den Liepnitzwald teil und protestierten damit gegen die Aufstellung von Windrädern in dem wertvollen Mischwald und Naherholungsgebiet. Es war bereits die fünfte Neujahrswanderung, zu der die Initiative "Hände weg vom Liepnitzwald" aufgerufen hatte.

Die Initiative setzt sich nicht vergebens für den Erhalt des Waldes ein. Die für die Windkraft vorgesehene Fläche wurde um knapp die Hälfte verkleinert. Doch auch die noch bestehende Windeignungsfläche von 263 Hektar, so Sprecher Hans-Jürgen Klemm, reiche aus, um den ökologischen Bestand des Waldes und damit seinen Erholungswert zu gefährden. Die heimische Wirtschaft, insbesondere die Gastronomie und Hotelier, werde die Folgen spüren.

Unterstützung kam auch diesmal von vielen Seiten. Vertreter verschiedener Parteien und Vereine von Bernau bis Ahrensfelde sowie aus Berlin und der Uckermark nahmen an der Neujahrswanderung teil. "Die Gemeinden Wandlitz und Ahrensfelde bereiten gemeinsam mit der Stadt Bernau gegenwärtig eine Normenkontrollklage gegen die bestehende Regionalplanung vor", unterstrich die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant. Da der Regionalplan jedoch schon beschlossen sei, könnten bereits Anträge für Windkraftanlagen gestellt werden. "Wir müssen daher sehr wachsam sein und uns mit anderen Kommunen noch weiter vernetzen", sagte sie. Nicht nachzuvollziehen sei, dass der Liepnitzwald noch immer als Kiefernschonung angesehen werde, obwohl er zu rund 80 Prozent aus wertvollem Mischwald bestehe.

Als einen "gravierenden rechtlichen Verstoß und Eingriff in die kommunale Planungshoheit" bezeichnete die Bürgermeisterin die Genehmigung von zwei Windkraftanlagen in der Gemarkung Klosterfelde. Die Gemeinde habe für diesen Bereich eigene Pläne und daher eine Veränderungssperre ausgesprochen. Diese Sperre gelte für Genehmigungsbehörden ebenso wie für jeden Bürger. Sie habe den Fall Ministerpräsident Dietmar Woidke, den beiden zuständigen Ministerien und dem Städte- und Gemeindebund vorgelegt. Gegen die Genehmigung werde die Gemeinde mit juristischen Mitteln vorgehen.

Vertreten war auf der Neujahrswanderung auch die "Bundesinitiative Vernunftkraft", die nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 700 Initiativen vertritt und einen Ausbaustopp fordert. Begründet wird diese Forderung auch mit wirtschaftlichen Argumenten und mit dem hohen Strompreis. "Windkraft produziert zu viel Strom, wenn wir ihn nicht brauchen - und zu wenig, wenn wir ihn brauchen. Die Netze können ihn nicht aufnehmen", hielt Nicolai Ziegler, Vorsitzender von Vernunftkraft, fest. Das Kernproblem sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

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