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Sexueller Missbrauch in Kitas blieb über Jahre unentdeckt

Gesicht hinter einem Aktendeckel: der Angeklagte im Gespräch mit seinem Anwalt Christoph Schürmann
Gesicht hinter einem Aktendeckel: der Angeklagte im Gespräch mit seinem Anwalt Christoph Schürmann © Foto: MOZ/Joachim Eggers
Joachim Eggers / 19.01.2017, 06:55 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Er benutzte immer wieder die Schlafpause. 30 Mal hat sich David K., heute 29 Jahre alt, zwischen 2010 und 2014 in seinen Praktika in Kitas zu den Kindern gelegt, sie gestreichelt und im Intimbereich berührt. In diesem Zeitraum hat er insgesamt etwa anderthalb Jahre in der Christlichen Kita Woltersdorf und der Evangelischen Kita in Erkner gearbeitet, zuletzt als ausgebildeter Erzieher. Erst als sich ein Mädchen im Juli 2014 seinen Eltern offenbarte, endete der Missbrauch. Weil K. sich an vielen Kindern im Schlaf verging, erfuhren die meisten Eltern erst im Nachhinein, dass ihr Kind Opfer geworden war. Am Mittwoch hat das Landgericht Frankfurt über die Taten verhandelt.

Es war der zweite Prozess gegen David K. Der erste hatte Ende September 2015 mit einer Bewährungsstrafe geendet, sie wurde aber nicht rechtskräftig. K.s Anwalt ging in Revision - und am 2. Oktober, nahezu zeitgleich mit dem Revisionsantrag, erstattete der Mann Selbstanzeige und offenbarte, dass die Taten ein viel größeres Ausmaß hatten. Dabei gab er auch an, dass er selbst als Kind von seinem Vater missbraucht worden war.

Bis heute können die Eltern nicht verstehen, wie es möglich war, dass K. sich so lange an ihren Kindern vergehen konnte. In der Kritik steht die Evangelische Kirche in Erkner, die Träger der Einrichtung ist, in der die meisten Übergriffe geschahen. In einer am Mittwoch verbreiteten Pressemitteilung teilt die Kirche mit, es sei landesweit üblich, dass in der Schlafzeit auch ein Teil der Mitarbeiter Pause mache. Nach Bekanntwerden der Vorfälle im Juli 2014 habe man zusätzliche Sicherungen eingeführt, um Vorgänge in der Schlafenszeit besser kontrollieren zu können. Letztlich bliebe man aber immer auf vertrauensvolle Zusammenarbeit angewiesen.

Manche Eltern erfuhren von der Polizei, was ihrem Kind widerfahren war - und sind noch heute fassungslos. Das erklärt die Kirche mit dem Hinweis darauf, dass man selbst nicht alle Namen der Kinder gekannt habe, deren Missbrauch K. angezeigt hatte. Die Kirche habe aber die ihr namentlich bekannten Eltern umgehend informiert.

Nachfragen haben die Eltern auch an die Ermittlungsbehörden. Denn der Erzieher wollte sich schon früher offenbaren. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte, dass es schon im Frühjahr 2015 einen solchen Vermerk gab. Gesprächspartner der Ermittler sei aber der Anwalt gewesen, und für einen Anfangsverdacht habe es nicht gereicht, argumentierte Ingo Kechichian, der Sprecher der Behörde.

Kurios wurde die Verhandlung am Mittwoch, als die Anwältin der Eltern einen Durchsuchungsbeschluss beantragte, um zu klären, ob K. kinderpornografisches Material hat. Sein Anwalt entgegnete, die Durchsuchung habe schon stattgefunden. Das bestätigte sich nach einer Pause, die Ergebnisse werden aber Monate auf sich warten lassen, so die Vorsitzende Richterin Barbara Sattler. Sie schloss die Öffentlichkeit von einem Großteil der Verhandlung aus. Bis Redaktionsschluss war kein Urteil bekannt.

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Hans Sander 19.01.2017 - 09:55:02

Interview auf Youtube, das Netz vergisst nicht!

D. Cohn- Bendit, bei “Apostroph” im France TV, Antenne 2: Jetzt arbeite ich mit kleinen Kindern. Ach was sie mit mir alles tun. Frage an ihn: Was sind denn alternative Kindergärten? Um 9 Uhr morgens gehe ich hin, zu meinen kleinen Knirpsen. Ich wasche ihnen den Popo ab, ich kitzele sie, sie kitzeln mich, wir schmusen uns. Die Sexualität eines Kindes ist etwas phantastisches. Man muss aufrichtig sein, seriös.Bei den ganz Kleinen ist es etwas anderes. Aber bei den 4 bis 6 jährigenMädchen....Wenn ein kleines 5 jähriges Mädchen beginnt sie auszuziehen. Es ist großartig, weil es ein Spiel ist. Ein wahnsinnig erotisches Spiel. Zitat Cohn- Bendit: Es gibt keine Kinder. Es sind kleine erwachsende, sexuelle Wesen! Der ist seit vielen Jahren gutbestallt als Grüner im EU- Parlament! Nach diesem Interview, hat sich die intellektuelle Linke Frankreichs von den Grünen distanziert, aufgelöst und Cohn- Bendit wurde aus Frankreich ausgewiesen. Fand in Deutschland aber willige Gleichgesinnte, die ihn aufnahmen. Antrag der Grünen 1981: Einvernehmlicher Sex mit Kindern soll strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden. Antragsteller: Jürgen Trittin, Volker Roth, Cohn- Bendit! Erst 1989 davon distanziert.

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