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Die musikalische Seele der Stahlstadt

Janet Neiser / 20.01.2017, 21:42 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) In der Stahlstadt und im Internet wird getrauert - um Axel Titzki, der in der Nacht zum Donnerstag den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Sein Tod ist für viele noch immer unvorstellbar. In den Reaktionen zeigt sich, wie sehr er als Musiker und vor allem auch als Mensch verehrt wurde.

Die Nachricht von Axel Titzkis Tod hat am Donnerstag Hunderte in ein Tal aus Tränen gestürzt und sich vor allem im Internet rasend schnell verbreitet. Die Anteilnahme ist riesig und beweist, wie groß die Lücke ist, die der Musiker und Komponist hinterlässt. Der 48-Jährige wird schon jetzt vermisst. Zum Beispiel von Jenny Koeppen, die jahrelang mit Axel Titzki zusammengearbeitet hat: "Für mich und viele andere stand die Welt heute kurz still", schreibt die Sängerin auf ihrer Facebook-Seite. "Denn heute ist ein guter Mensch, großartiger Musiker und lieber Freund von uns gegangen."

Auch in den Worten von Lutz Thiele, Dirigent des Männergesangvereins, ist aufrichtige Trauer zu spüren: Geschockt und tieftraurig sei er, heißt es da, und: "Ach Axel, Du bist jetzt nur woanders, aber lebst in unseren Erinnerungen weiter. Irgendwann sehen wir uns wieder und singen."

Viele Wegbegleiter des Mannes, der vor allem durch das Schneemann-Musical "Snowy" unsterblich geworden ist, fragen auch einfach nur: "Warum?" Andere stellen alte Musikvideos, in denen er mitgewirkt hat, ins Internet. Und Enrico Wassilick von der Eisenhüttenstädter Band Strobotron, der etliche Stunden mit Axel Titzki im Studio verbracht hat, widmet ihm das berührende Lied "Zum Abschied". Spätestens beim Refrain dürften da bei etlichen die Augen geflutet werden: "Der schwarze Vorhang ist gefallen, ein paar Gedanken mit auf den Weg: Die Zeit war schön, sie wird nie vergehn, sie wird bei uns sein, ist mehr als Erinnerung. Wiederseh'n, wir werd'n uns wiederseh'n. Es wird nie zu Ende gehn."

Ein anderer Kollege, und zwar Nik Page - bekannt von den Blind Passengers, trauert ebenfalls im Internet: "In Gedenken an einen Musiker und teuren Freund!!!", schreibt er.

Und noch einer meldet sich zu Wort, der eigentliche "Vater von Snowy", Jörg Dagenbach. Die Nachricht von Axel Titzkis Tod mache ihn sehr traurig. Und dann er erzählt er ein bisschen: Anfang der 1990er-Jahre habe er den Eisenhüttenstädter Musiker kennengelernt. Nach und nach intensivierte sich die Zusammenarbeit. Und 1997 sei er sein Wunsch-Partner gewesen, als es darum ging, seine Idee "Schneemann Snowy" als Weihnachtsmusical auf die Bühne des Eisenhüttenstädter Friedrich-Wolf-Theaters zu bringen. "Ich war sicher, dass Axel als Musiker und Produzent Snowy die musikalische Seele geben würde, die Snowy so unverwechselbar macht", betont er. "Ich bin dankbar, dass Axel der ursprünglichen Idee, Snowy jedes Jahr eine neue Geschichte erleben zu lassen, die Treue gehalten hat. Damit hat er Tausenden Kindern und Erwachsenen über 20 Jahre Freude gebracht. Nicht nur damit, aber besonders durch Snowy wird er mir und vielen anderen Menschen in guter Erinnerung bleiben."

Im Friedrich-Wolf-Theater wird nun am 10. Februar auch eine öffentliche Gedenkfeier für den Musiker stattfinden - organisiert von der Familie und engen Freunden. Und auch dort soll die Seele von Axel Titzki zu spüren sein. "Es wird nicht nur Musik geben, die man bei einer Trauerveranstaltung erwartet", verrät einer seiner wohl besten Freunde. Und die Familie bittet schon jetzt, dass Gäste keine Blumengeschenke mitbringen sollen. Stattdessen wird am Eingang um Spenden für die Krebshilfe gebeten.

Bereits wenige Stunden nach dem Tod des Komponisten war klar, dass es diese Gedenkfeier geben wird. "Ich musste nicht überlegen, als seine Frau mich darum bat", erklärt Theaterleiterin Regina Richter-Piehl. "Wir haben gleich geschaut, wann es zeitlich passt." Schließlich habe Axel Titzki in den vergangenen Jahrzehnten dort so oft auf der Bühne gestanden und Tausenden Menschen mit "Snowy" viel Freude gebracht. "Ich habe nicht mit seinem Tod gerechnet und bin zutiefst schockiert", sagt sie, obwohl sie bereits vor einer Woche erfahren habe, dass es ihm nach der großen Hoffnung auf Genesung wieder schlechter ging. "Sein Tod reißt eine große Lücke."

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