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Festival "Folk im Fluss" feierte seine 13. Auflage mit unbändiger Tanzlust und Geschichtenliedern

Aufforderung zum Volkstanz

Sonja Jenning / 30.01.2017, 05:57 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Handgemachte Musik zum Tanzen aber auch zum Zuhören stand im Mittelpunkt des Festivals "Folk im Fluss", das der Frankfurter Musiker Thomas Strauch bereits zum 13. Mal in der Oderstadt organisiert hat. Bewusst hat er in diesem Jahr auf Zuschüsse oder Fördermittel verzichtet.

Schöner kann ein Resümee kaum ausfallen: "Es war ganz wundervoll", sagt Organisator Thomas Strauch zum Abschluss der 13. Auflage von "Folk im Fluss" in Frankfurt. "Wir hatten fünf erstklassige Konzerte und einen wundervollen Tanzworkshop." Ein besonderes Kompliment macht er dem Publikum, das sich auszeichnete durch sein offenes Ohr, seine Entspanntheit und sein Interesse für Anderes.

"Die Folkszene in Frankfurt ist klein, aber treu", hat der Musiker in den zwölf Jahren, in denen er "Folk im Fluss" bereits organisiert, festgestellt. Rund 300 Besucher zieht das dreitägige Festival der handgemachten, traditionellen Musik immer wieder an. In diesem Jahr wurde erstmals auf Zuschüsse und Fördermittel verzichtet. "Die Finanzierung erfolgt über den Eintritt und die Einnahmen, die im vergangenen Jahr durch den Getränkeverkauf bei den Veranstaltungen der Open Stage im Mikado erzielt wurden", sagt Thomas Strauch. Auch bei der Wahl der Veranstaltungsorte ist er zu den Wurzeln zurückgekehrt. Auftakt und Abschluss standen im Zeichen des Mitmachens und erfolgten im Mikado, ein klassisches Konzert zum Zurücklehnen und Zuhören gaben Scarlett O' und Jörg Kokott am Freitagabend im Theater des Lachens.

Vor allem am Sonnabend stand der Tanz im Mittelpunkt. Nach dem großen Erfolg vom vergangenen Jahr wurde bereits am Nachmittag zum Tanzkurs eingeladen. Ursula Suchanek und Thomas Strauch spielten als Duo "Two on the dancefloor" Tanzmusik mit Geige, Gitarre, Mandoline, Ukulele und Thüringer Waldzither, dazu erklärten sie den rund 30 Workshop-Teilnehmern verschiedene Tänze und Schritte. Auf dem Programm standen Walzer, Polka, Mazurka, Schottisch und Bourrée aber auch Chapelloise und Fröhlicher Kreis. Bei letzteren werden die Tanzpartner nach ein paar Takten getauscht. "Fühlt euch frei, probiert euch aus", ermutigte Ursula Suchanek die Tänzer, von denen einige mehr, andere weniger Erfahrungen mitbrachten. Zu den erfahrenen Tänzern gehörten Lutz Cassol und Annette Ebel. "Folktänze sind fröhlich und schnell erlernbar - einfach zugucken und mitmachen", sagte Lutz Cassol, "sie lassen ein unwahrscheinliches Gemeinschaftsgefühl entstehen."

Das im Workshop Erlernte konnte noch am selben Abend auf der Tanzfläche weiter ausprobiert werden - beim Konzert der Geigerinnen Ursula Suchanek und Vivien Zeller. Sie spielten eigene Kompositionen aber auch traditionelle Stücke aus vergangenen Jahrhunderten. "Damals wurde bei Tanzveranstaltungen auch kräftig gesungen", erklärte Vivien Zeller, "das Publikum sang, damit die Musiker wussten, welche Stücke sie spielen sollten." Die Texte handelten mal von wütenden Frauen, die sich von ihrem Geliebten hinters Licht geführt fühlen, mal von wilden Ausschweifungen à la "Wo ich gelegen bin, darf ich wohl sagen, hinterm grünen Rosenstrauch zwischen zwei Knaben". Später am Abend spielten Thomas Strauch und René Pütsch als Duo "Familie Gerstenberg" zum Tanz.

Nichttänzer kamen beim Konzert von André Streine auf ihre Kosten. "Ich singe eigene Texte, weil ich mir andere schlecht merken", sagte der Puppenspieler und Liedermacher, der neben Geschichten- und Liebesliedern auch eine Ballade nach François Villon zum Besten gab.

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