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Weniger Kita-Kinder im Niederbarnim

Endspurt: Die Arbeiten an der "Kindergärtnerei" in Bernau stehen vor dem Abschluss. Das Ziel sei, die Betreuungseinrichtung für 180 Mädchen und Jungen Mitte März zu beziehen, sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch.
Endspurt: Die Arbeiten an der "Kindergärtnerei" in Bernau stehen vor dem Abschluss. Das Ziel sei, die Betreuungseinrichtung für 180 Mädchen und Jungen Mitte März zu beziehen, sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch. © Foto: Micha Winkler
Kai-Uwe Krakau / 01.02.2017, 19:45 Uhr
Bernau (MOZ) Bis 2022 werden im Niederbarnim weniger Kinderbetreuungsplätze benötigt - Werneuchen, Panketal und Wandlitz müssen jedoch aufstocken.

Für den Zeitraum von 2015 bis 2025 rechnet der Landkreis Barnim in seiner Kindertagesstättenbedarfs- und Schulentwicklungsplanung mit einem Rückgang der Einwohnerzahl in der relevanten Altersgruppe von Null bis sechs Jahre um insgesamt 25,2 Prozent (absolut von 9144 auf 6835). Im Planungsbereich II, dazu gehören die Städte Bernau und Werneuchen sowie die Gemeinden Ahrensfelde, Panketal und Wandlitz, ist das Minus noch deutlicher. In diesen Kommunen geht man sogar von 29,7 Prozent (von 5264 auf 3703) aus. Die Entwicklung wird von den Planern im Paul-Wunderlich-Haus unter anderem mit der sinkenden Anzahl von Geburten begründet. Es gebe weniger Frauen im gebärfähigen Alter, heißt es. Insbesondere die schwachen Jahrgänge des sogenannten "Wendeknicks" (1992 bis 1996) würden künftig als Elterngeneration fehlen.

Im gesamten Barnim gibt es (Stand 1. Dezember 2015) 114 reguläre Kindertagesstätten sowie fünf Integrationskindertagestätten. 52 Einrichtungen befanden sich in freier, 67 in kommunaler Trägerschaft. Es standen insgesamt 14 045 Betreuungsplätze zur Verfügung, darunter 833 aufgrund von Ausnahmegenehmigungen. Dies entspreche einem Anteil von 71,2 Plätzen auf 100 Einwohner der Altersgruppe Null bis 13 Jahre. Darüber hinaus kamen 354 Plätze in 75 Tagespflegestellen hinzu. Die Nutzung der Plätze erfolge abhängig vom Rechtsanspruch, hieß es.

Auf der Grundlage der Bevölkerungsprognose gehen die Planer davon aus, dass im Jahr 2022 insgesamt 8334 Mädchen und Jungen im Alter zwischen Null und Schuleintritt im Landkreis Barnim leben. Die für den Hort relevante Altersgruppe (Schuleintritt bis Ende 6. Jahrgangsstufe) wird demnach auf 11 194 Kinder geschätzt. Daraus ergibt sich - wenn man einen bestimmten Versorgungsgrad ansetzt - im Jahr 2022 ein Bedarf von 6994 Plätzen in Krippen und Kitas sowie von 6246 Betreuungsmöglichkeiten in Horten. Damit wären die bestehenden Einrichtungen zu 98,7 Prozent ausgelastet.

Für die Stadt Bernau wird ein Rückgang der Bevölkerung in der Altersgruppe "Null bis sechs Jahre" bis 2025 von 24,5 Prozent angenommen. In den Einrichtungen stehen 3669 Plätze, davon 192 aufgrund einer Ausnahmegenehmigung, zur Verfügung. Damit waren sie zu 91,1 Prozent ausgelastet. Zum Ende des Planungszeitraums wird ein Platzbedarf von 1697 (Krippe/Kindergarten) beziehungsweise 1761 im Hort prognostiziert. Der Bedarf an Kindertagesbetreuungsplätzen ist rückläufig (Krippe/Kita), im Hort dagegen leicht ansteigend. Die Auslastung wird im Jahr 2022 mit 97,2 Prozent angegeben. Es werde daher eine "Anpassung der Kapazität am realen Bedarf erwartet", heißt es dazu beim Kreis.

Der Stadt Werneuchen em-pfehlen die Planer dagegen eine "eigenständige Kapazitätserhöhung". Während die Auslastung derzeit bei 94,3 Prozent (528 Plätze) liegt, steigt sie auf 102 Prozent im Jahr 2022 an. Der Platzbedarf wird mit 291 im Krippen-/Kita-Bereich sowie 272 im Hortbereich angegeben.

In den kommunalen Einrichtungen der Gemeinde Ahrensfelde gibt es aktuell 999 Plätze, die zu 82,3 Prozent ausgelastet sind. Der Bedarf sei bei Krippen und Kitas in den nächsten Jahren rückläufig, im Hortbereich dagegen nahezu konstant. Die Auslastung sinkt demnach auf 81,1 Prozent. Die notwendige Mindestauslastung von 85 Prozent erfordere die Betreuung von 849 Kindern, heißt es. Eine Anpassung sei deshalb erforderlich.

Um satte 37,9 Prozent soll die Zahl der Altersgruppe der Null- bis Sechsjährigen bis 2025 in Panketal sinken. Derzeit werden in Krippen, Kindergärten und Horten insgesamt 1525 Mädchen und Jungen betreut. Die Einrichtungen sind zu 94,4 Prozent ausgelastet. Bis zum Jahr 2022 geht man von einem rückläufigen Platzbedarf aus, zum Ende des Planungszeitraums soll er bei 1418 liegen. Dies entspricht gegenüber dem heutigen Stand einer Auslastung von 100,3 Prozent. In Panketal sei deshalb eine Kapazitätserhöhung notwendig.

Moderater fällt der Rückgang der relevanten Altersgruppe mit 21,6 Prozent in Wandlitz aus. 1621 Mädchen und Jungen werden derzeit betreut, die Auslastung der Einrichtungen liegt bei 91,7 Prozent. Für 2022 wird ein Platzbedarf von 1639 erwartet, die Auslastung steigt auf 108 Prozent - eine Erhöhung der Kapazitäten ist angezeigt.

In den Kindertagesstätten und Horten im Amt Biesenthal-Barnim werden gegenwärtig 841 Kinder betreut. Bei 945 Plätzen entspricht das einer Auslastung von 87,9 Prozent. Der Bedarf ist bis 2022 im Krippen- und Kitabereich rückläufig und im Hortbereich fast konstant. Bei einem angenommenen Platzbedarf von 811 steigt die Auslastung auf 91,6 Prozent. Laut Planung erwartet man eine "Anpassung der Kapazität an den realen Bedarf".

Die Tagespflegeangebote sind in den Berechnungen nicht berücksichtigt.

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