Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Neue Wanderausstellung über den Zeitzeugen erstmals im Wriezener Jugendhaus vorgestellt

Schüler lernen aus Pawelziks Leben

Ein Netz der Sicherheit: Mit einem Wollknäuel symbolisieren die Schüler der Salvador-Allende-Grundschule die Fäden von Freundschaft.
Ein Netz der Sicherheit: Mit einem Wollknäuel symbolisieren die Schüler der Salvador-Allende-Grundschule die Fäden von Freundschaft. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin hartmann / 08.02.2017, 06:00 Uhr
Wriezen (MOZ) Er wurde als Sohn eines Bergarbeiters geboren und gestand offen, aktiv für die Hitlerjugend gewesen zu sein. "Diesen Mut musste man nach dem Zweiten Weltkrieg erst einmal aufbringen", sagte Dagmar Bergmann vor einer Gruppe Schülern. "Hättet ihr das getan?", wollte die Sozialarbeiterin der Wriezener Oberschule "Salvador Allende" von den Zehntklässlern wissen. Ein leichtes Murmeln in den Reihen, jedoch keine klare Antwort. "Es ist schade, dass ihr Fritz Pawelzik nicht mehr kennenlernen konntet", fügte die Mitarbeiterin hinzu.

Mit Hilfe von Workshops haben die drei Sozialarbeiterinnen den Oberschulen Wriezen, Neutrebbin und Letschin in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) nun erstmals die Wanderausstellung zu Fritz Pawelzik vorgestellt.

"Diese Ausstellung haben wir aus dem alten Jugendprojekt Zeitensprünge von vor zwei Jahren zusammengestellt", sagte Dagmar Bergmann. "Eine Ausstellung und externe Unterrichtsform, die beim CVJM kostenlos ausgeliehen werden." Etwa für Schulen oder andere Einrichtungen, die sich mit dem Thema Zweiter Weltkrieg näher befassen wollen.

Die Zehntklässler der Salvador-Allende-Schule entdeckten das Leben des Zeitzeugen am Dienstag in drei Gruppen. Anne Frisch, Sozialarbeiterin der Oberschule Neutrebbin, regte eine Diskussion zum Thema Selbstverständlichkeit an. Dafür sollten die Schüler Hierarchien für Dinge und Möglichkeiten erstellen. So nannten beide Gruppen etwa die Versorgung mit Wasser sowie ein Dach über den Kopf als lebensnotwendigste Gegebenheiten. Die Schüler der zweiten Gruppe erkundeten das Thema Freundschaft. Dafür verdeutlichte Dagmar Bergmann das Netz der Verbindungen Pawelziks mit einem Wollknäuel. Die dritte Gruppe diskutierte über das Thema Glaube. Ein Thema, dem sich Pawelzik in seinem späteren Wirken als "Missionar" besonders gewidmet hatte. "Mit den Schülern versuchen wir zu definieren, ob es einen oder mehrere Glauben gibt und woran sie selbst Glauben", sagte Monika Weiß, Sozialarbeiterin der Oberschule Letschin, die die dritte Gruppe leitete.

Der 1927 im Ruhrgebiet geborene und 2015 gestorbene Pawelzik hatte in den Schulen des Oderlandes immer wieder von seinem Lebensweg berichtet. Pawelzik sei ein wichtiger und mutiger Zeitzeuge gewesen, der auch an der Allende-Schule häufiger zu Gast gewesen sei, sagte der stellvertretende Schulleiter und Geschichtslehrer Frank Püschel.

Das Thema Zweiter Weltkrieg arbeiten die Neunt- und Zehntklässler der Schule in Exkursionen zur Gedenkstätte Seelower Höhen oder zum Haus der Wannsee-Konferenz auf, so Püschel.

Bestellung der Ausstellung unter: Tel. 03346 843178 oder 033456 72704

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG