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Fast alle Flieger bleiben am Boden

Mitarbeiter des Bodenpersonals am Flughafen Schönefeld. Dort begann um 5 Uhr ein Warnstreik des Bodenpersonals.
Mitarbeiter des Bodenpersonals am Flughafen Schönefeld. Dort begann um 5 Uhr ein Warnstreik des Bodenpersonals. © Foto: dpa
08.02.2017, 07:54 Uhr - Aktualisiert 08.02.2017, 08:00
Berlin (dpa) Wegen eines Warnstreiks des Bodenpersonals fallen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld am Mittwochmorgen fast alle Flieger aus. Die Fluggesellschaften haben laut Abflugplan der Berliner Flughäfen bis 11.00 Uhr über 70 Abflüge gestrichen. Betroffen sind fast alle Verbindungen der Gesellschaften Lufthansa, Air Berlin, Germanwings und Eurowings.

Die Gewerkschaft Verdi hat in Tegel und Schönefeld die Bodenservice-Mitarbeiter zwischen 5.00 und 11.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Zum Bodenservice zählen zum Beispiel Check-in und Gepäckabfertigung, aber auch das Einweisen und Betanken der Maschinen. Auch am Hamburger Flughafen ist das Bodenpersonal zum Warnstreik aufgerufen.

Am frühen Morgen abgefertigt werden konnte lediglich eine Maschine von Air Berlin von Tegel nach Düsseldorf. Die Fluggesellschaften Ryanair und Easyjet haben die meisten ihrer Verbindungen auf nach 11 Uhr verschoben. Versucht wird, vor allem die größeren internationalen Verbindungen aufrecht zu erhalten, zum Beispiel nach Lissabon, London, Istanbul oder Oslo.

"Etwa eine Handvoll Menschen arbeiten derzeit beim Bodenpersonal, das sind vor allem Führungskräfte", sagte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker am Mittwochmorgen am Flughafen Tegel. Am Warnstreik beteiligen sich laut Rümker in Tegel etwa 400 Mitarbeiter und in Schönefeld etwa 150.

Von den Flugausfällen überrascht waren am frühen Mittwochmorgen nur wenige Fluggäste. Die meisten Passagiere seien vorab von ihrer Airline informiert worden und hätten mit Verständnis ragiert, so der Verdi-Verhandlungsführer.

Der Flughafenverband ADV nannte die Warnstreiks unangemessen. "Es ist nicht hinzunehmen, dass Verdi die Flughäfen als öffentlichkeitswirksame Bühne zur Durchsetzung ihrer Forderungen schädigt und die Belange der Reisenden dabei völlig ausblendet", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Die Gewerkschaft will mit der Arbeitsniederlegung vor der nächsten Tarif-Verhandlungsrunde am kommenden Freitag Druck auf die Arbeitgeber aufbauen. "Der letzte gültige Tarifvertrag stammt aus dem Jahr 2013, jetzt haben wir 2017", so Rümker. Verdi fordert von den Arbeitgebern eine Gehaltserhöhung von einem Euro pro Stunde für die Mitarbeiter sowie bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Derzeit erhalte ein Beschäftigter des Bodenpersonals etwa elf Euro in der Stunde.

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