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Ulla Meinecke: Und sie tanzt immer noch

Jahrzehntelange Bühnenerfahrung: Ulla Meinecke zog die Zuschauer im Stadtklubhaus in ihren Bann.
Jahrzehntelange Bühnenerfahrung: Ulla Meinecke zog die Zuschauer im Stadtklubhaus in ihren Bann. © Foto: MZV
Eva Eismann / 13.02.2017, 06:45 Uhr
Hennigsdorf (HGA) Dass sie noch vor kurzem mit einer Lungenentzündung im Bett lag, war Ulla Meinecke bei ihrem Hennigsdorfer Konzert am Sonnabend nicht anzumerken. Nach einem zweistündigen Programm mit alten Hits, neuen Stücken und der ein und anderen musikalischen Hommage verließ die 63-Jährige das voll besetzte Stadtklubhaus erst nach mehreren Zugaben.

Nichts da von wegen "Baufälligkeit", die sie bei ihrer Begrüßung behauptet hatte! Aber Meinecke ist ja auch nicht "zu alt" fürs Showgeschäft, wie der Text des schwungvollen Liedes nahelegt. Mit kleinen Twist-Schritten tänzelte sie nach rechts und links über die Bühne, neckte sich mit Gitarrist Ingo York und kokettierte mit dem Publikum.

Anekdoten markierten vor allem in der ersten Hälfte die Übergänge zwischen den Liedern, und die Sängerin erntete immer wieder Gelächter mit ihren überspitzten Beobachtungen - sei es der Abgesang auf die Anti-Aging-Industrie, Ziel: "Straff bis an die Kiste, und begleitet von einem hochbegabten Hund." Oder sei es die Schwärmerei für die Kelten: "Gott, was für süße Leute!"

Von einer Tournee über die britischen Inseln hatte Meinecke entsprechend eine irische Ballade mitgebracht, "The Star of the County Down". Schnell ließen sich die Zuhörer von der eingängigen Melodie zum Mitschnipsen animieren. Tribut zollten die Musiker auch Tom Waits' "Grapefruit Moon" sowie Marc Cohn und seinem "Walking in Memphis". "Blue as a Girl Can Be", änderte Meinecke dessen Text in die weibliche Form - unnötig eigentlich, so nah kam ihre volle tiefe Stimme der Originalversion.

Den lautesten Jubel aber erntete Ulla Meinecke mit ihren eigenen Stücken. Applaus brandete auf, sobald das Publikum ihren Hit "50 Tipps" erkannte. "Lass ihn einfach stehn", rät das Lied. Auch die weitere Auswahl des Abends vermittelte ein eher desillusioniertes Bild von der Liebe. Der Liebhaber in "Süße Sünden" ist gedanklich bei einer anderen, das Pärchen aus "Das nackte Leben" irritiert nur seine Umgebung, und selbst der optimistischere Text von "Wenn zwei zueinander passen" steht vollständig im Konjunktiv.

Umso mehr stach "Wenn wir Glück haben" heraus, eine einfache Melodie, deren schlichter Text von dem einfachen Glück erzählt, sich am Strand an der Hand zu halten - "mit einem guten Gefühl".

Ihre Fähigkeit zur Beschaulichkeit bewies Ulla Meinecke darüber hinaus mit der ersten Zugabe, einem Lobgesang auf den "Schlaf". Weder Publikum noch Musiker wurden aber in Richtung Bett entlassen, bevor sich alle noch einmal richtig verausgabt hatten. Lautes Klatschen und Mitsingen im Stehen begleitete den abschließenden Song "Die Tänzerin". Und die größten Fans tanzten hinter den Stuhlreihen.

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