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Neue Show im Kleist Forum trifft Nerv des Publikums / 2. Auflage ausverkauft

Talente auf großer Bühne

Internationales Trio: Cellist Eurico Ferreira Mathias, Sänger und Gitarrist Alexander Peppler sowie Fabio Targhetta an der Kistentrommel, genannt Cajon, spielen als A. Pepper & the Soulshakers das Abschlusslied der Talenteshow.
Internationales Trio: Cellist Eurico Ferreira Mathias, Sänger und Gitarrist Alexander Peppler sowie Fabio Targhetta an der Kistentrommel, genannt Cajon, spielen als A. Pepper & the Soulshakers das Abschlusslied der Talenteshow. © Foto: Mandy Timm
Mandy Timm / 14.02.2017, 06:40 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Von Rap bis Reggaeton, von Schlager bis Liebeslied: Bei "Zeig dein Talent", der neuen Show des Kleist Forums, darf jeder auf die Bühne. Egal welche Musikrichtung, Nationalität, egal welches Alter. Die zweite Auflage bewies, dass die Macher den Nerv des Publikums getroffen haben.

Die Girlband "Lost in Mind" kommt mit Manager. Am Tag zuvor hatten sie Norbert Leitzke, früher Mikado-Mitarbeiter und heute Rentner engagiert - nicht ganz ernst gemeint. Sophia-Marie Müllers Stimme beschreibt man am besten mit zwei Worten: eine Wucht. Rudolf könnte zweifelsfrei als Freddy-Quinn-Double durchgehen. Und Zbigniew Warsztocki, genannt Zibi, mit seinen 14 Jahren der Jüngste in der Runde, hat sich im letzten Augenblick eine fiese Erkältung zugezogen. Aber der Junge aus Polen will unbedingt dabei sein. Also steht auch er auf der Bühne und performt Hip-Hop.

Der Einlass verzögert sich am Sonntag im Kleist Forum deutlich. Der Grund: Es müssen mehr Stühle her. Der Platz reicht nicht aus. Zwar singen die Talente auf der großen Bühne, aber nicht im großen Saal. Nur vier Reservierungen lagen am Freitag vor. "Wir hatten keine Ahnung", bekennt Organisatorin Peggy Einenkel, "wie viele Leute kommen würden." Also entschied sich das Team für die kleinere Variante. Am Ende wollen 140 Zuschauer Frankfurts Talente sehen und unterstützen. Ausverkauft, heißt das. Stolze Eltern sitzen im Publikum neben Großeltern, Freunden, aber auch Leuten wie den Noreischs, die aus Neugier gekommen sind. "Wir sind gespannt, was uns erwartet. Der Mix stimmt auf jeden Fall", sagt Clemens Noreisch.

Tillmann Staemmler betritt als erstes noch unentdecktes Talent die Bühne. Ein Klavier-Clown, könnte man ihn kurz beschreiben. Als Musiker und Entertainer gleichermaßen geeignet. Der Start glückt. Applaus brandet auf. Rudolf Eichhorn, Künstlername Rudi, ist als nächster an der Reihe. Der "Alterspräsident", wie der künstlerische Leiter Florian Vogel, der die Supertalente interviewt, anmerkt. Rudi ist 71, sieht aber längst nicht so aus. Er ähnelt Freddy Quinn, dessen Lied "Gitarre und das Meer" er singt. Joseph Jelemani, der das neue Format am Kleist Theater ins Leben rief und mit moderiert, bekennt: "Mein Lieblingslied".

Hinter "Lost in Mind" stecken fünf Schulmädchen, die ihren Song selbst geschrieben und komponiert haben. In "I see Fire" geht es um ein Wolfsrudel, das dem Menschen ähnelt. "Von den Jungen kann auch jemand seinen eigenen Weg einschlagen und trotzdem Freunde hinter sich wissen", erklärt eine der beiden Sängerinnen den Text. Norbert Leitzke hat am 1. Mai schon den nächsten Auftritt organisiert, beim Brückenfest. Neue Songs seien auch geplant, versichert die Mädchen-Band.

Sophia Marie Müller wirkt etwas verloren auf der Bühne. Perfekte Locken fallen auf ihre Schulter. Nur die Hände wissen nicht so Recht wohin. "The Power of Love" von Frankie goes to Hollywood hat sie sich ausgesucht. Eine Ballade. Dann fängt die 15-Jährige aus Müllrose an zu singen, mit einer so kraftvollen Stimme, dass das Publikum ganz andächtig lauscht. Da steckt gewiss Gesangsunterricht dahinter. Sophia Marie versichert allerdings, das dem nicht so sei.

Zibis Mama ist stolz auf ihren Jungen. Sie filmt seinen Auftritt mit dem Handy. Der Jüngste auf der Bühne kränkelt, hat sich erkältet, die Stimme macht trotzdem mit. Er singt in seiner Muttersprache. Polnisch. Nach dem Auftritt plaudert Zibi mit Florian Vogel über langweilige Auto-Musik und wie sein Vater stattdessen Rap auflegt. So einen Papa wünscht man in diesem Augenblick jedem Kind. Letztlich kam Zibi so zur Musik und in Frankfurt auf die Bühne.

International war die zweite Auflage von "Zeig dein Talent" allemal. Tamim Mutaz stammt ursprünglich aus Pakistan, studiert Jura in Frankfurt und singt ein altes libanesisches Liebeslied. Gonzalez Einenkel war schon bei der ersten Talent-Show dabei, Belmondo (mit eigener CD) auch. Angelus Miguel singt Reggeaton, eine lateinamerikanische Mischung aus Reggae, Hip-Hop und Merengue. Alexander Peppler lernte den brasilianischen Cellisten Eurico Ferreira Mathias vor einer Woche kennen und spielt jetzt mit ihm und dem Italiener Fabio Targhetta am Cajon als A. Pepper & the Soulshakers das Abschiedslied. Das kommt so gut beim Publikum an, dass nicht nur Clemens und Ilse-Dore Noreisch unbedingt mehr von dieser Live-Musik aus Frankfurt wollen. An diesem Abend geht jeder beseelt, beschwingt, begeistert nach Hause.

16 Bewerbungen waren beim Show-Team Einenkel-Jelemani eingegangen. Zehn Nachwuchs-Musiker standen am Sonntag auf der Bühne. Joseph Jelemani ist überzeugt, dass es noch viele unentdeckte Talente in Frankfurt gibt: "Ihnen wollen wir eine Plattform bieten." Dass die Show weiter geht, steht bereits fest. Die 3. Auflage ist am 10. Juni unter freiem Himmel geplant, zusammen mit den Organisatoren des Unithea Festivals in der Scharrnstraße. Auch beim Bunten Hering wird es eine Talente-Bühne des Kleist Forums geben.

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