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Fokus auf Langzeitarbeitslose

Zurück in den Arbeitsalltag: Bei der "Perspektive Job" geht es um die Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser.
Zurück in den Arbeitsalltag: Bei der "Perspektive Job" geht es um die Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser. © Foto: MZV
Burkhard Keeve / 14.02.2017, 23:35 Uhr
Oberhavel (OGA) Der Landkreis stellt sein Arbeitsmarktprogramm neu auf. Im Mittelpunkt stehen dabei die bessere Integration von Langzeitarbeitslosen, von Jugendlichen und von Flüchtlingen.

Als Träger des Jobcenters ist die Kreisverwaltung verantwortlich für alle Menschen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit oder Aufstocker sind. Das sind Oberhaveler, die trotz Job so wenig verdienen, dass sie nicht ohne Unterstützung über die Runde kommen.

Seinen neuen Fokus will der Kreis auf die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit richten. Das sei "eines der vordringlichsten arbeitsmarktpolitischen Themen" in Oberhavel, heißt es in Beschlussbegründung. Die Entscheidung dazu fällt der nächste Kreistag im März.

Das Problem wiegt schwer. Die Gruppe der Landzeitarbeitslosen macht den überwiegenden Teil der sogenannten erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (siehe Kasten) aus. Hinzu kommt, dass es bislang zu wenig Erfolge bei ihrer Vermittlung in Arbeit gibt. Viele Langzeitarbeitslose bleiben genau das - lange ohne Job und Perspektive. Und das trotz aller Anstrengungen und Förderprogramme seitens des Jobcenters. Die Dauer-Joblosen finden kaum den Weg zurück in eine längere Beschäftigung, die zudem fürs Leben ausreicht. "Es braucht daher neue Wege und bessere Ansätze, um gute Ergebnisse zu erzielen", lautet der eigene Ansatz der Kreisverwaltung (Dezernat III Arbeit und Gesundheit).

Dabei ist den Fallmanagern im Hartz-IV-Amt klar, dass bei den "allermeisten Langzeitarbeitslosen eine zeitnahe Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt nicht zu erwarten ist", wie es im neuen Arbeitsmarktprogramm heißt. Als Grund werden "Vermittlungshemmnisse" genannt. Zu den größten "Vermittlungshemmnissen" gehört die Arbeitslosigkeit selbst, weil sie auf lange Sicht oft krank macht. Aber auch, wer keine oder nur eine sehr niedrige Berufsqualifikation hat oder nicht mobil ist, fällt oft durchs Raster. Da vielen der langjährigen Hartz-IV-Beziehern der Weg in den ersten Arbeitsmarkt versperrt ist, hält der Kreis die öffentlich geförderte Beschäftigung sowie das sehr niedrigschwellige Angebot über "Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine" für probate Mittel, um Langzeitarbeitslose wieder Schritt für Schritt zu motivieren. Bei den über 50-Jährigen, die in der Regel schwerer zu vermitteln seien, soll die "Kontaktdichte im Fallmanagement erhöht werden", heißt es im Arbeitsmarktprogramm, um sie kontinuierlicher zu beraten und zu begleiten als bisher. Mit den Hartz-IV-Beziehern ab 62 Jahren will das Amt, "sofern eine vorzeitige Rente nicht unbillig" sei, mögliche Ansprüche prüfen.

Zu den neueren Aufgaben im Jobcenter gehört die Betreuung anerkannter Flüchtlinge. Dafür ist eigens ein spezialisiertes Team entstanden. Denn innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der anerkannten Flüchtlinge von 227 auf 763 im Dezember 2016 deutlich mehr als verdreifacht. Um sie auf dem Arbeitsmarkt integrieren zu können ("langwieriger Prozess"), werden an erster Stelle in Sprachkurse des Bundesmigrationsamt (Bamf) vermittelt. Zu den vorrangigen Aufgaben der Fallmanager gehöre die das Erfassen und Anerkennen der schulischen und beruflichen Kenntnisse der Flüchtlinge.

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