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Ungestillte Sehnsüchte reiferer Herren

Stellan Skarsgård und Nina Hoss
Stellan Skarsgård und Nina Hoss © Foto: Berlinale/Franziska Strauss
Simon Rayß / 16.02.2017, 00:21 Uhr - Aktualisiert 16.02.2017, 00:45
Berlin (MOZ) Ein Schlöndorff auf der Berlinale: Ein reifer, schwedischer Autor (Stellan Skarsgård) ist auf PR-Tour in New York. Bei einer Lesung trägt er Zeilen aus seinem neuesten Buch vor. Sie handeln von einer Frau, die er vor langer Zeit in ebenjener Stadt zurückgelassen hat. Im Publikum: seine Lebensgefährtin (Susanne Wolff). Was sie nicht weiß: Die Frau aus dem Buch (Nina Hoss) lebt nach wie vor in New York. Er hat bereits Kontakt zu ihr aufgenommen, getrieben von der Hoffnung, dass es für sie eine zweite Chance geben könnte.

Dass reifere Herren versuchen, die Fehler ihrer Jugend wieder gutzumachen, ist im Kino keine Seltenheit. Auch deswegen, weil in den Regiestühlen häufig reifere Herren sitzen. Diesmal ist es der 77-jährige Volker Schlöndorff, der mit dem Wettbewerbsfilm "Rückkehr nach Montauk" eine Erzählung von Max Frisch und zugleich eine unglückliche Liebesgeschichte aus seinem eigenen Leben verfilmt hat.

Doch warum sollten sich Zuschauer, die nicht zur Gruppe der reiferen Herren gehören, diesen Film anschauen? Nina Hoss ist ein guter Grund. Auch Skarsgård schafft es, die Egozentrik der Hauptfigur mit einem Schuss Selbstironie erträglich zu machen. So ist unter Schlöndorffs Regie ein Schauspielerfilm entstanden, den man doch mit Interesse zu Ende schaut, selbst wenn man kein reiferer Herr mit ungestillten Sehnsüchten ist.

Heute, 9.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele; 15.30 Uhr, Friedrichstadt-Palast; Sonntag, 9.30 Uhr, Berlinale-Palast

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