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Debatte im Schlaubetal zum Ausbau der Windenergie-Standorte

Warten auf die Unterlagen

Ralf Loock / 26.02.2017, 07:14 Uhr
Grunow-Dammendorf (MOZ) Die Gemeinde will mit einer Stellungnahme zu den neuen Windenergie-Plänen erst auf die offiziellen Unterlagen warten. Dies betonte jetzt Bürgermeisterin Katharina Staar in der Sitzung der Gemeindevertretung. Es ist inzwischen schon einiges bekannt geworden, auch im Schlaubetal wird über diesen Ausbau gesprochen, dennoch wurde an diesem Abend zur Geduld geraten.

Die Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree hatte Ende Januar das Konzept zum dritten Entwurf des Teilregionalplanes Windenergienutzung beschlossen. Im März beginnt das Beteiligungsverfahren, dann sollen die Pläne öffentlich gemacht werden.

Doch bereits jetzt sind zentrale Daten bekannt, auch und gerade für Grunow-Dammendorf. Schon im alten Plan war das Gebiet Nr. 50 bei Schneeberg aufgelistet worden, gegen das die Einwohner Sturm liefen. Im dritten Entwurf haben die Planer nun direkt angrenzend an das Schneeberger Gebiet einen zusätzlichen Standort eingetragen - das Gebiet Nr. 61 Grunow-Mixdorf. In der Beschreibung heißt es, dass man einen Abstand von mindestens 1000 Metern zur Wohnnutzung ansetze und dass es ein Schutzbereich des Rotmilans sei. Das Gebiet Nr. 61 soll sich in einem Streifen zwischen Mixdorf und Grunow-Dammendorf erstrecken.

An der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung nahmen auch knapp zehn Einwohner teil. In der Fragestunde galten diesen Windrädern mehrere Wortmeldungen. Grunow-Dammendorf werde durch die Ausbaupläne geteilt, erläuterte eine Frau. Auf der einen Seite stehen jene wenigen Familien, die von der Windenergie profitieren, da die Türme auf ihrem Land stehen und sie eine entsprechende Pacht erhalten können. Auf der andere Seite seien jene Hausbesitzer, die keinen finanziellen Vorteil haben werden - und dies sei der Großteil der Einwohnerschaft. Das Konzept der Windräder sei unvereinbar mit dem Ziel der Tourismus-Förderung im Schlaubetal. Ein Mann erkundigte sich, ob denn die Gemeindevertretung an diesem Abend zu dem dritten Entwurf Stellung beziehen wolle - namentlich zu dem neuen Gebiet bei Grunow-Mixdorf. Nein, antwortete Katharina Staar, dies werde man jetzt nicht tun, vielmehr wolle man erst die offiziellen Dokumente der Planungsgemeinschaft erhalten. Die Briefe seien unterwegs und müssten in den Gemeinden in diesen Tagen eintreffen.

Nach der Sitzung regten mehrere Einwohner an, die Türme lieber in anderen Regionen aufzustellen - beispielsweise entlang von Autobahnen, an der Küste, in ehemaligen Tagebaugebieten.

Die Gemeindevertretung wird am 6. April zu ihrer nächsten Sitzung zusammenkommen. Dann will man das Thema offiziell auf die Tagesordnung setzen. Das Beteiligungsverfahren wird am 1. März eröffnet und am 30. April beendet.

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