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Musik als internationale Sprache

Zweisprachig im Chor: Wie die Dialoge waren auch alle Lieder im Musical zweisprachig. Bereits vor der fünftägigen Probenzeit haben die deutschen und polnischen Kinder Textpassagen in der jeweils anderen Sprache mit ihren Lehrern einstudiert.
Zweisprachig im Chor: Wie die Dialoge waren auch alle Lieder im Musical zweisprachig. Bereits vor der fünftägigen Probenzeit haben die deutschen und polnischen Kinder Textpassagen in der jeweils anderen Sprache mit ihren Lehrern einstudiert. © Foto: MOZ/Josefine Jahn
Josefine Jahn / 27.02.2017, 05:25 Uhr
Seelow (MOZ) Wo man mit Sprache nicht weiterkommt, schafft es die Musik, Grenzen zu überwinden. Bereits zum fünften Mal fand das Projekt "Klassenreise zur Musik" statt. Kinder aus Deutschland und Polen studierten in Trebnitz gemeinsam ein Musical ein und führten es am Sonnabend im Seelower Kreiskulturhaus auf.

Eine Woche lang hatten sie geprobt. Mehr als 40 Kinder aus den Grundschulen in Seelow und Wawrów waren im Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz zusammen gekommen, um zu musizieren, zu tanzen und zu spielen. Das Ergebnis, ein einstündiges Musical mit dem Titel "Europa Kinderland", präsentierten sie am Sonnabend ihren Eltern, Großeltern und Freunden in Seelow.

Die "Klassenreise zur Musik" entstand auf Initiative des Liedermachers Rolf Zuckowski. Gemeinsam mit seiner Frau Monika leitet er die Stiftung "Kinder brauchen Musik", die seit 2012 Partner des Trebnitzer Bildungs- und Begegnungszentrums ist. Das Projekt will Kindern Zugang zur Musik vermitteln und zugleich einen kulturellen Austausch schaffen. "Es nehmen immer andere Schulen aus der Region und aus Polen teil", sagt Ilona Tkocz, Bildungsreferentin im Schloss Trebnitz. Es sollen so viele Kinder wie möglich die Gelegenheit des musikalischen Austauschs haben.

Gemeinsam mit Betreuern und Lehrern haben sich die acht- bis zwölfjährigen Schüler dem Thema Freundschaft gewidmet: Irma, gespielt von Sydney, möchte von ihrer Großmutter Susi aus deren Kindheit erzählt bekommen und erfährt, dass Susi eines Tages von ihrem Bruder Alan vermisst wurde. Alan, gespielt von Kuba, geht verzweifelt zu seinem Onkel, der sich mit dem Jungen via Heißluftballon auf die Reise nach Deutschland begibt, denn da soll es die besten Würstchen geben.

"Wir müssen nur heraus finden, was Susi sehr gerne mag und werden sie dort finden, wo es das gibt", erklärte der Onkel. Den Flug begleitete der Chor: "Wir fliegen über Wolken, fliegen mit dem Wind und reichen uns die Hände weil wir Freunde sind", heißt es im deutschen Text. Denn alle Lieder und Dialoge wurden zweisprachig verfasst. Die Schüler haben auch die Passagen der jeweils anderen Sprache gelernt.

In Deutschland angekommen, fehlt jede Spur von Susi. Dafür lernt Alan Jonas kennen, der ihn und seinen Onkel begleitet und bei der Suche hilft. Die Reise geht weiter in andere Länder Europas. In Griechenland, Großbritannien, Frankreich kommen immer neue Kinder dazu, die sich der Suche nach Alans Schwester anschließen wollen. "Das eine Kind ist groß, das andere Kind ist klein. Doch jedes Kind will träumen und vor allem glücklich sein", besingt der Chor die Unterschiede der Suchenden, die deren Freundschaft keinen Abbruch tun. Musik verbindet, will das Stück "Lieder, die wie Brücken sind" sagen - mit Gesang können Grenzen überwunden werden.

Da Susi in keinem der Länder aufzufinden ist, reist die Gruppe zurück in die polnische Heimat. Dort hat Susi schon auf ihren Bruder gewartet - sie war gar nicht verschwunden. Alan hatte lediglich den Treffpunkt zum Spielen verwechselt und deshalb vergebens auf seine Schwester gewartet. "Wie schön, dass ein großes Missverständnis ein glückliches Ende genommen hat", fasst der Onkel zusammen. "Und wir haben tolle Freunde in ganz Europa kennengelernt", ergänzt er.

Das letzte Lied ist ein Resümee: "Freunde sein können Groß und Klein. Einer braucht den anderen zum Glücklichsein." Das Publikum belohnte die Musicalsänger mit stehendem Applaus. Bereits im Herbst wird eine neue Gruppe auf "Klassenreise zur Musik" gehen.

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