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Spanisch gefragt, Russisch weniger

Probestunde: Die Sechstklässler Ivana Wollschläger und Verena Just schnupperten bei Anna Schmid, Florian Klowoski und Lilian Kefer (v. l.) aus der 13. Klasse des Bechstein-Gymnasiums in den Französisch-Kurs.
Probestunde: Die Sechstklässler Ivana Wollschläger und Verena Just schnupperten bei Anna Schmid, Florian Klowoski und Lilian Kefer (v. l.) aus der 13. Klasse des Bechstein-Gymnasiums in den Französisch-Kurs. © Foto: moz
Dominik Wüchner und Hubertus Rößler / 20.01.2011, 08:35 Uhr - Aktualisiert 20.01.2011, 09:27
Erkner (In House) Inola (11) und Caroline (12) schwimmen gegen den Strom. Die beiden Sechstklässlerinnen der Löcknitz-Grundschule in 
Erkner gehören nicht zu der großen Gruppe, die sich als zweite Fremdsprache Spanisch wünscht. „Ich besuche bereits eine Französisch-AG und werde mich wohl auch dafür als Fremdsprache entscheiden“, sagt Caroline. Ihre Freundin Inola tendiert zu Russisch. Die beiden besuchten am Mittwoch gemeinsam mit rund 
100 weiteren Schülern aus Woltersdorf, Schöneiche, Neu Zittau und Grünheide den Fremdsprachentag am Carl-Bechstein-Gymnasium in Erkner.

„Spanisch ist zur Zeit sehr populär“, sagt Kerstin Röske, die verantwortliche Lehrerin für die Fünft- bis Siebtklässler am Bechstein-Gymnasium, während die einzelnen Fachlehrer in verschiedenen Unterrichtsräumen die Kleingruppen von den Besonderheiten ihrer Sprache zu überzeugen versuchen. Sei es mit kleinen Gesprächssituationen oder Mitmachspielen. „Unser Ziel ist es, dass am Ende jeder gut informiert ist und schlussendlich die richtige Entscheidung trifft“, so Kerstin Röske weiter.

Die Entscheidung ist nicht leicht. „Eine Fremdsprache ist etwas, das bleibt. Da sollte man sich gut überlegen, was man sich aussucht“, so Kerstin Röske. Doch nicht jeder bekommt, was er sich wünscht. „Wir haben in letzter Zeit immer mehr Schüler, die Spanisch machen wollen. Da muss man manchmal Überzeugungsarbeit leisten, damit die Schüler zu Russisch oder Französisch wechseln.“ Gerade Russisch ist dabei mit den Jahren immer unattraktiver geworden. „Trotzdem haben wir es bisher immer geschafft, mit jeder Sprache eine Klasse zusammenzubekommen“, sagt Kerstin Röske.

Gabriele Schölzel, Schulleiterin des Heinitz-Gymnasiums in Rüdersdorf, berichtet Ähnliches. „Spanisch ist bei uns der Renner“, sagt sie. Auch dort können die Schüler zwischen Spanisch, Russisch und Französisch als zweiter Fremdsprache wählen. Eine Sonderstellung nimmt in Rüdersdorf seit kurzem Französisch ein. Künftig ist es möglich, ein bilinguales Abitur abzulegen, das in Deutsch und in Französisch absolviert wird. Latein ist, wie in Erkner und den meisten Schulen der Region, nur als dritte Fremdsprache wählbar. Eine Ausnahme macht das private Melanchthon-Gymnasium in Grünheide, an dem Latein als zweite Fremdsprache verpflichtend ist. „Wir sind eine humanistische Schule, da gehört Latein dazu“, erklärt Schulleiter Guido Klage. Ab der neunten Klasse können die Schüler dann die Trendsprache Spanisch oder Französisch hinzu wählen. Russisch wird nicht mehr angeboten.

Das kommt für Norbert Göbel, stellvertretender Schulleiter am Oberstufenzentrum Palmnicken in Fürstenwalde, nicht in Frage. „Man sollte den Markt in Richtung Osten auf keinen Fall vernachlässigen. Russland hat ein riesiges Potenzial“, sagt Göbel, der seinen Schülern zu einer differenzierten Wahl rät. Das sieht auch Kerstin Röske so. „Sprachen werden in einer globalisierten Welt immer entscheidender. Gerade Russisch kann da eine wichtige Qualifikation sein“, so die Erkneraner Lehrerin.

Mit ihrer Entscheidung haben Inola, Caroline und alle anderen noch Zeit bis Mitte Februar. Dann endet die Anmeldefrist für die weiterführenden Schulen, egal ob künftig Spanisch, Französisch oder doch Russisch auf dem Stundenplan stehen soll.

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