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Baumfällungen so weit das Auge reicht

Das Fällen geht weiter.
Das Fällen geht weiter. © Foto: MZV
Andreas Trunschke / 28.02.2017, 13:22 Uhr
Borkheide/Borkwalde (MZV) Wer durch die Waldgemeinde geht, der bemerkt leicht die vielfältigen Baumfällungen in der Ortsgemarkung. Am umfangreichsten sind die Waldarbeiten auf den Grundstücken der BBF Berlin-Brandenburger Flächenentwicklungs GmbH. Zwischen Bolzplatz und Mehrfamilienhäusern sowie entlang des noch nicht gebauten Abschnitts des Olof-Palme-Rings wird der Wald ausgelichtet. Vermutlich sind diese Arbeiten bereits als Vorleistungen auf die angestrebte Umwidmung der Waldflächen in Bauland gedacht, bei der für jeden dann noch zu fällenden Baum ein neuer gepflanzt werden müsste.

Noch nicht sichtbar, aber demnächst anfallend, sind Fällungen zahlreicher Kiefern auf den 63 Grundstücken, die die Baufirma Town&Country erworben hat und gegenwärtig vermarktet. Beides war schon vor Jahren mit der Entscheidung über den Bebauungsplan angelegt.

Hinzu kommen die umstrittenen in der Reesdorfer Heide geplanten Windräder. Für die Standorte und Zufahrten müssen demnächst in Größenordnungen Bäume aus den Wäldern zwischen Fichtenwalde, Borkwalde und Borkheide entnommen werden. Nicht eingeplant ist die einmal vom Landrat erwähnte Notwendigkeit von 300 Meter breiten Brandschneisen, die im Brandfall die Gemeinden schützen müssen. Beelitz, das zu Fichtenwalde gehört, Borkheide und Borkwalde haben sich daher gegen die Windräder ausgesprochen und bereiten notfalls entsprechende Klagen vor.

Aber nicht nur die großen Investoren greifen zur Säge, sondern auch viele private Häuslebesitzer. Fast im Wochentakt wird ein privates Grundstück baumfrei gepflegt. Die Besitzer nutzen eine Lücke aus, seit die privatrechtlich gesicherte Pflicht, ein Drittel des Baumbestandes auf den Privatgrundstücken zu erhalten, nicht mehr durchgesetzt wird.

Die Gemeinde und viele Bürger setzen dagegen auf den Waldcharakter der selbsternannten "Waldgemeinde Borkwalde". Bereits im April letzten Jahres forderte die Gemeindevertretung daher den Amtsdirektor auf, eine Baumschutzsatzung zu erarbeiten. Auf Baugrundstücken sollten nur noch die absolut notwendigen Fällungen gestattet sein. Sogar Maßnahmen zur Förderung der Wiederaufforstung in der Ortslage Borkwalde wurden eingefordert. Bekanntlich ging jedoch dem Amt Brück bald danach der Amtsdirektor verloren. Seitdem ruht ein Satzungsentwurf samt Änderungswünschen im Amt.

Noch kann man sowohl in Borkheide als auch in Borkwalde viel Wald erleben. Aber mancher Einwohner, zum Beispiel Frank Stallner aus der Borkwalde Holzhaussiedlung, fragt sich bereits, wie lange der Namenszusatz Waldgemeinde noch gerechtfertig sein wird.

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