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Spaatz ist Dorf mit leuchtender Zukunft

Der Spaatzer Ortsvorsteher Silvio März (re.) und Ortsbeirat Jens Rohrschneider mit dem Plakat zum aktuellen Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Diesmal will sich das Spaatz noch nicht wieder bewerben.
Der Spaatzer Ortsvorsteher Silvio März (re.) und Ortsbeirat Jens Rohrschneider mit dem Plakat zum aktuellen Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Diesmal will sich das Spaatz noch nicht wieder bewerben. © Foto: weber
Simone Weber / 03.03.2017, 14:01 Uhr
Spaatz (MOZ) Spaatz ist ein Dorf mit "leuchtender" Zukunft. Diese Aussage trifft in doppelter Hinsicht auf den Ort in der Gemeinde Havelaue (Amt Rhinow) zu. Mit hohem Anteil junger Leute sieht es in Zeiten des demografischen Wandels dort besser aus als auf anderen Dörfern der Region. Zudem hat Spaatz als erster Ort im Sternenpark Westhavelland seine Straßenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umgerüstet.

"Mit dem Austausch der bisherigen 125-Watt-Leuchtmittel gegen 50-Watt-LED-Leuchtmittel rechnen wir nicht nur mit 60- bis 70- prozentiger Stromeinsparung", sagt Silvio März, Ortsvorsteher seit 2014. "Mitten im Natur- und Sternenpark Westhavelland gelegen und als Ortsteil der Gemeinde, die Mitglied im Förderverein für den Sternenpark ist, verursachen die Straßenlaternen mit LED-Leuchtmittel mit geringerer Streuwirkung nach oben weniger Lichtverschmutzung." Dadurch wird der Sternenhimmel noch besser sichtbar.

Mit rund 50 Kindern und Jugendlichen unter den etwa 325 Einwohnern ist der Anteil der unter 18-Jährigen recht hoch in"Allein im Jahr 2015 wurden im Dorf sechs Kinder geboren", freut sich Silvio März. "Junge Familien im Dorf oder Zugezogene bauen sich unter anderem ihre Zukunft mit der Sanierung ehemals brachliegender Bauerngehöfte in Spaatz auf." So wie Christine Herda.

Die gebürtige Witzkerin zog 2012 nach Spaatz und hat einen alten Vierseithof übernommen und ausgebaut. "Wir wurden offen und freundlich durch die Dorfgemeinschaft aufgenommen", berichtet die junge Mutter einer fünfjährigen Tochter und eines sechs Monate alten Sohns.

Silvio März hatte es als gebürtigen Spaatzer im Jahr 2007 zurück in seine Heimat gezogen. Er brachte seine Frau aus Chemnitz, die heute 14-jährige Tochter Cecilia und ihren heute elfjährigen Bruder Sebastian mit. Vor sechs Jahren wurde in Spaatz Tochter Anna geboren. "Hier auf dem Land können unsere Kinder in Ruhe und Freiheit aufwachsen."

Cecilia ist offenbar gern eine Spaatzerin, zudem engagiert. Seit 2012, nachdem es in Spaatz keine Jugendwehr mehr gab, gehört sie der gemeinsamen Jugendfeuerwehr mit Gülpe an. "Im Dorf ist einiges los. Mir gefällt das jährlich Anfang Juli stattfindende Sport- und Dorffest am besten", sagt Cecilia.

Als der vor rund 20 Jahren neu angelegte Spielplatz vor zwei Jahren erweitert und umgestaltet wurde, suchte sie die neuen Spielgeräte mit aus. Der hohe Anteil junger Menschen in Spaatz und deren Heimatverbundenheit gehörte zu den Punkten, welche die Jury zum Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" bezüglich des Ortes Spaatz besonders hervorhob. Im Jahr 2014 beteiligte sich Spaatz mit sieben weiteren Dörfern im Havelland am 9. Landeswettbewerb und siegte auf Kreisebene. Auf Landesebene belegte Spaatz mit 16 weiteren Dörfern den 4. Platz. Landessieger Sauen, südlich von Fürstenwalde gelegen, holte im Bundeswettbewerb 2016 die Goldmedaille. Von der 1.000-Euro-Prämie, die Spaatz seinerzeit erhalten hatte, schaffte sich das Dorf ein Sonnensegel für den Spielplatz an. Das kostete 300 Euro. Für 600 Euro gestaltete das Dorf seinen Dorfanger in Vorbereitung auf die BUGA neu und stellte fünf überdimensionale farbige Blumenkübel auf, wie sie auch auf dem BUGA-Gelände standen. Nach der Bundesgartenschau hat die aktive AWO-Frauenortsgruppe drei weitere Blumenkübel aufgestellt. Das Preisgeld, das es auf Landesebene für das Wettbewerbsergebnis gab (700 Euro), hat Spaatz in eine kleine Finnhütte für den Spielplatz investiert.

"In den letzten rund sieben Jahren ist die Dorfgemeinschaft noch stärker zusammengewachsen", betont Silvio März. So haben sich in den letzten Monaten Spaatzer zu neuen Initiativen und Vereinen, wie dem Heimatverein und dem Freundeskreis für die Spaatzer Kirche zusammengefunden. "Spaatz ist ein aktives Dorf in der Gemeinde Havelaue, mit mehreren Vereinen, wie dem 1965 gegründeten Sportverein SV Empor Spaatz mit 120 Mitgliedern", sagt der Spaatzer und Gemeindebürgermeister Guido Quadfasel. Auch die Ende des 12. Jahrhunderts errichtete Feldsteinkirche wurde in den letzten Jahren saniert. "Wir haben die Beteiligung am Wettbewerb nicht bereut", sind sich der Spaatzer Ortsvorsteher und der Havelauer Bürgermeister einig. "Auch nach dem Wettbewerb beteiligt sich die Dorfgemeinschaft beispielsweise am 2014 erstmals durchgeführten Frühjahrs- und Herbstputz im Dorf."

Bis Oktober dieses Jahres laufen die Bewerbungen und Jury-Bewertungen in den Dörfern und Ortsteilen mit überwiegend dörflichem Charakter. Die Kreissieger sind für die Runde auf Landesebene im kommenden Jahr nominiert. Weitere Informationen zum Wettbewerb, den Teilnahmebedingungen und dem zeitlichen Ablauf bis zum Wettbewerb auf Bundesebene findet man auf www.mlul.brandenburg.de, der Internetseite des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL).

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