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Gähnende Leere auf der Bank

Pisa hat den schiefen Turm - Neuruppin die schiefe Mauer: Alle Feldspieler des HC Neuruppin versuchten, den Wurf von Fabrice Krell aufzuhalten.
Pisa hat den schiefen Turm - Neuruppin die schiefe Mauer: Alle Feldspieler des HC Neuruppin versuchten, den Wurf von Fabrice Krell aufzuhalten. © Foto: MZV
Matthias Haack / 05.03.2017, 21:08 Uhr
Neuruppin (RA) Zu einem Spaziergang lud Handball-Verbandsligist HCN am Sonnabend ein: Hier sieben Neuruppiner Spieler auf der Ersatzbank. Dazu Trainer, Betreuer, Verletzte. Dort aber gähnende Leere. Motor Hennigsdorf reiste mit lediglich sieben Spielern an, ohne Coach.

Somit war der Sieg vor 240 Fans im Sportcenter eigentlich schon vor dem Anwurf sicher. Dennoch: HCN-Coach Christian Will musste warnend den Finger heben: "Uns war schon klar, dass wir sehr wahrscheinlich mit einer hohen Quote gewinnen werden. Die Frage war nur: Wie?" Er wies in der Vorbesprechung darauf hin, dass "man diese sieben Leute nicht unterschätzen darf. Das ist ein ganz großer Fehler, den man machen kann."

Nichts war am Sonnabend zu sehen und zu befürchten, dass Hennigsdorf ein erneuter Kraftakt gelingt. In der Vorwoche hatte das Team einen Sechs-Tore-Rückstand innerhalb von sechs Minuten nicht nur aufgeholt, sondern noch Werder II den "32:31-Todesstoß" versetzt. Dass diesmal kein Ersatzspieler an Bord war, erklärte Spielführer Fabian Pedack so: "Drei sind arbeiten, drei sind verletzt, einer im Urlaub. Unser Kurs hier war einzig und allein Schadensbegrenzung." Aus seiner Sicht ist die Niederlage ein wenig zu hoch ausgefallen, zumal sie gegen fünf Feldspieler zustande kam. "Aber das war hier eine freundschaftliche Atmosphäre. Die Mannschaften sind unglaublich fair miteinander umgegangen." Kein Wunder: Kurz vor dem Anwurf hatte Tagessponsor Peter Haase ihm einen Präsentkorb als Gastgeschenk überreicht. Geschenke verteilte Motor seinerseits dann nicht, lag sogar zehn Minuten lang nie in Rückstand, legte sogar bis dahin immer wieder überraschend vor.

Phasenweise befand sich der Gastgeber nämlich in einer Art "Ich-beiße-nicht-zu-Modus". Das ärgerte den Trainer ein wenig, weil "wir in manchen Phasen nicht das spielten, was man mit 14 gegen 7 spielen muss". Erst recht nicht, nachdem der achtfache Hennigsdorfer Torschütze Fabrice Krell wegen einer Hüftverletzung ausschied und sein Team in Unterzahl agieren musste.

Als "solide" bezeichnet Christian Will die 25 Minuten mit einem Mann mehr auf dem Parkett, als der HCN aus dem 16:12-Halbzeitstand auf und davon eilte. Beinahe wäre die Schallmauer durchbrochen worden, in der ein Team doppelt so viele Treffer erzielt wie der Gegner. In den letzten beiden Minuten schnupperte der Tabellensiebte mehrfach daran, doch Hennigsdorf traf nochmal, bevor Ole Dau und Fabio Pastor zu einem Doppelschlag ausholten.

Mit dem siebten Saisonsieg ist die Bilanz des Aufsteigers nun wieder ausgeglichen. Er hat ein Polster von acht Punkten auf die Abstiegszone.

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